Nachrichten Bad Saulgau
„Wir müssen investieren, sonst ertrinken wir“

Von unserem Redakteur
Rudi Multer
Es wird hart für die Bad Saulgauer im nächsten Jahr. Wie in anderen Gemeinden des Landkreises auch sind im Haushaltsplan selbst kleinere Beträge vor dem Rotstift nicht sicher. Die Straßenbeleuchtung soll nachts drei Stunden weniger brennen. Höhere Grundsteuer und Gebühren werden die Bürger belasten und dem Kämmerer mehr Einnahmen bringen. Für große und wichtige Projekte reicht es trotzdem nicht. Das Zukunftsprojekt eines neuen Grundschulzentrums U 10 bei der Berta-Hummel-Schule liegt erst einmal auf Eis – bis die Zeiten besser werden.
Dem harten Sparkurs zum Trotz schaffte ein großer Batzen den Weg ins Investitionsprogramm: Eine Million Euro für die Sonnenhoftherme. Mit dem Geld soll das warme Außenbecken total saniert werden. Ein Strömungskanal mit „Brodelbucht“ soll die beiden Außenbecken künftig miteinander verbinden, LED-Leuchten das Bad in ein vielfarbiges neues Licht tauchen. Auf 360 000 Euro Zuschuss hofft die Stadt. Die müssen fließen, sonst stirbt das Projekt.
Der Gemeinderat hieß die Investition einstimmig gut. Der Grund: das 26 Jahre alte Thermalbad braucht einen neuen Aha-Effekt für die Besucher. Ohne ihn werde das Bad noch mehr Besucher verlieren, befürchten Thermalbadleitung und Verwaltung. Der Abwärtstrend ist deutlich. Vor neun Jahren zählte das Thermalbad 440 000 Badegäste, heute sind es nur noch 290 000.
Die Bilanz interpretieren die Stadtväter durchaus selbstkritisch. Wesentlich Neues bekamen die Besucher in dieser Zeit nämlich nicht zu sehen. Die letzte große Investition in die Saunalandschaft liegt elf Jahre zurück.
„Unser Ziel muss es sein, die Besucherzahlen zu stabilisieren“, sagte Stadtbaumeister Peter Kliebehan bei der Vorstellung der Investition. Das Gesundheitsbad ist wegen seiner Ruhe und der hohen Wasserqualität bei den 60- bis 80-Jährigen besonders beliebt. Inzwischen liegt ein Masterplan auf dem Tisch. In ihm sind Vorschläge aufgelistet, wie neue Besuchergruppen gewonnen werden können. Besonders wichtig für das Bad ist die Gruppe der „Jungsenioren“ im Alter zwischen 50 und 55 Jahren. Die ist nicht nur finanziell gut gestellt und gesundheitsbewusst, sondern auch anspruchsvoller als die älteren Senioren, wie Kliebhan aus einer Untersuchung zitierte.
In der harten Wettbewerbssituation in der Bäderregion Oberschwaben soll die Therme bestehen. So wollen es die Bad Saulgauer Stadtväter. Das Bad sei der wichtigste Faktor für den Gesundheitsstandort Bad Saulgau, machte Stadtrat Eugen Kienzler von der CDU deutlich. Für andere hat das Thermalbad der Stadt nach Kreisreform und Ämterverlust zu einem neuen Standbein mit Tourismus und Kliniken verholfen. Gerd Stolz von den Freien Wählern brachte es so auf den Punkt: „Wir müssen investieren, sonst ertrinken wir“.
Übrigens: Für den ersten Aha-Effekt könnten die Bauarbeiten selbst sorgen. Während der Bauzeit von Mai bis September bleibt das Bad geöffnet. Die Badegäste sind eingeladen, vom zweiten Außenbecken aus den Baufortschritt zu verfolgen.
(Erschienen: 14.03.2010 11:35)

Von unserem Redakteur
Rudi Multer
Es wird hart für die Bad Saulgauer im nächsten Jahr. Wie in anderen Gemeinden des Landkreises auch sind im Haushaltsplan selbst kleinere Beträge vor dem Rotstift nicht sicher. Die Straßenbeleuchtung soll nachts drei Stunden weniger brennen. Höhere Grundsteuer und Gebühren werden die Bürger belasten und dem Kämmerer mehr Einnahmen bringen. Für große und wichtige Projekte reicht es trotzdem nicht. Das Zukunftsprojekt eines neuen Grundschulzentrums U 10 bei der Berta-Hummel-Schule liegt erst einmal auf Eis – bis die Zeiten besser werden.
Dem harten Sparkurs zum Trotz schaffte ein großer Batzen den Weg ins Investitionsprogramm: Eine Million Euro für die Sonnenhoftherme. Mit dem Geld soll das warme Außenbecken total saniert werden. Ein Strömungskanal mit „Brodelbucht“ soll die beiden Außenbecken künftig miteinander verbinden, LED-Leuchten das Bad in ein vielfarbiges neues Licht tauchen. Auf 360 000 Euro Zuschuss hofft die Stadt. Die müssen fließen, sonst stirbt das Projekt.
Der Gemeinderat hieß die Investition einstimmig gut. Der Grund: das 26 Jahre alte Thermalbad braucht einen neuen Aha-Effekt für die Besucher. Ohne ihn werde das Bad noch mehr Besucher verlieren, befürchten Thermalbadleitung und Verwaltung. Der Abwärtstrend ist deutlich. Vor neun Jahren zählte das Thermalbad 440 000 Badegäste, heute sind es nur noch 290 000.
Die Bilanz interpretieren die Stadtväter durchaus selbstkritisch. Wesentlich Neues bekamen die Besucher in dieser Zeit nämlich nicht zu sehen. Die letzte große Investition in die Saunalandschaft liegt elf Jahre zurück.
„Unser Ziel muss es sein, die Besucherzahlen zu stabilisieren“, sagte Stadtbaumeister Peter Kliebehan bei der Vorstellung der Investition. Das Gesundheitsbad ist wegen seiner Ruhe und der hohen Wasserqualität bei den 60- bis 80-Jährigen besonders beliebt. Inzwischen liegt ein Masterplan auf dem Tisch. In ihm sind Vorschläge aufgelistet, wie neue Besuchergruppen gewonnen werden können. Besonders wichtig für das Bad ist die Gruppe der „Jungsenioren“ im Alter zwischen 50 und 55 Jahren. Die ist nicht nur finanziell gut gestellt und gesundheitsbewusst, sondern auch anspruchsvoller als die älteren Senioren, wie Kliebhan aus einer Untersuchung zitierte.
In der harten Wettbewerbssituation in der Bäderregion Oberschwaben soll die Therme bestehen. So wollen es die Bad Saulgauer Stadtväter. Das Bad sei der wichtigste Faktor für den Gesundheitsstandort Bad Saulgau, machte Stadtrat Eugen Kienzler von der CDU deutlich. Für andere hat das Thermalbad der Stadt nach Kreisreform und Ämterverlust zu einem neuen Standbein mit Tourismus und Kliniken verholfen. Gerd Stolz von den Freien Wählern brachte es so auf den Punkt: „Wir müssen investieren, sonst ertrinken wir“.
Übrigens: Für den ersten Aha-Effekt könnten die Bauarbeiten selbst sorgen. Während der Bauzeit von Mai bis September bleibt das Bad geöffnet. Die Badegäste sind eingeladen, vom zweiten Außenbecken aus den Baufortschritt zu verfolgen.
(Erschienen: 14.03.2010 11:35)



































