Bad Saulgau Sport
Schade: Dem Tennisthriller kommt das Happy-End abhanden

Die Entdeckung der Langsamkeit
Die derzeitige Nummer 319 des WTA-Rankings machte über weite Strecken mehr Druck als Tatjana Malek. Vor allem Olarus beidhändig geschlagene Rückhand erwies sich als ihre stärkste Waffe – neben der Langsamkeit, die die junge Frau aus Bukarest zwischen den Aufschlägen und beim Aufschlag selbst an den Tag legte. „Sie hat schon sehr langsam gespielt“, befand auch Tatjana Malek und meinte damit natürlich nicht die kräftigen Grundschläge der Spielerin, die im Juli 2009 schon einmal Platz 53 auf der Weltrangliste belegt hatte, sondern ebenfalls das Verhalten der 22 Jahre alten Bukaresterin. Im Halbfinale hatte Tatjana Malek am Samstag die Vorjahressiegerin Lenka Jurikova (Slowakei) mit 6:1 und 6:3 ausgeschaltet, Olaru hatte beim 6:3 und 7:6-Erfolg gegen die Deutsche Laura Siegemund schon etwas mehr Mühe gehabt. Wie Tatjana Malek hatte auch die Rumänin bis dato ein eher durchwachsenes Jahr erlebt und in sieben der vergangenen acht Turniere – durchweg jedoch höher dotierte Turniere, darunter die Qualifikationen der French open und Wimbledon – in Runde eins ausgeschieden.
Doch das Finale war hochklassig – und spannend. Im ersten Satz erwischte Tatjana Malek einen Blitzstart, führte schnell, dank eines Breaks, mit 3:0. Nach dem 3:3-Ausgleich fing sich die Deutsche wieder und entschied Satz eins nach 48 Minuten für sich – trotz einer eher mäßigen Aufschlagquote (45 Prozent zu 71 Prozent Olaru), aber dank eines guten Returns und einer 100-Prozent-Quote beim Nutzen der Breakchancen (2/2).
Olaru nutzt ihre Breakbälle
Im zweiten Satz reichte Olaru ein Break zum zwischenzeitlichen 3:1, um den Satz mit 6:3 nach weiteren 54 Minuten für sich zu entscheiden und so den Satzausgleich herzustellen. Olaru dominierte das Spiel mit ihrer beidhändigen Rückhand, brachte die Deutsche so immer wieder in Verlegenheit und nutze es eiskalt aus, wenn Malek „zu kurz“ wurde. Olaru rückte ins Halbfeld auf und ließ ihre Gegnerin laufen. Tatjana Malek ihrerseits hatte immer dann Erfolg, wenn sie selbst die Initiative ergriff, Vor- und Rückhand auch mal durchzog, statt ihre Rückhand ständig nur per Slice im Feld der Rumänin zu platzieren. Zwar sackte Olarus Aufschlagquote auf 41 Prozent ab, doch konnte das Tatjana Malek nicht nutzen, auch weil sie sich im zweiten Durchgang keinen einzigen Breakball erspielte, Olaru aber den einzigen, den sie hatte, nutzte.
Der dritte Satz verlief bis zum 4:4 ausgeglichen. Beide Spielerinnen verloren zweimal ihr Aufschlagsspiel, ehe Tatjana Malek nach knapp zweieinhalb Stunden ihre Aggressivität wiederentdeckte und – dank guter erster Aufschläge mit ihr Vorhand Druck entfaltete, dem Olaru zunächst nicht entgegensetzen konnte. Nach einer krachenden Vorhand ins Feld zum 40:15 und einem Volleyfehler Olarus stand es 5:4 für Malek. (Insgesamt schraubte Malek im dritten Satz ihre Auschlagquote nochmals auf 64 Prozent, nutzte dies aber nicht zu offensiverem Spiel.)
Bei Aufschlag Olaru machte Tatjana Malek zunächst ein 30:0 für Olaru wett und war beim Stande von 3:0:30, wie kurze Zeit später bei Einstand, nur noch zwei Punkte vom Turniersieg entfernt, ehe Iana-Raluca Olaru das Blatt wendete und nach einem Fehler Maleks und einem Volley zum 5:5 ausglich. Doch damit nicht genug, als Maleks Aufschlag nun nicht mehr kam, antwortete Olaru mit kräftigen Grundschlägen, besorgte sich mit einer Vorhand einen Breakball, Malek leistete sich einen Doppelfehler zum 5:6 aus Maleks Sicht. Olaru verbesserte ihre Aufschlagquote wieder auf ihren Matchdurchschnitt von 53 Prozent und hielt ihre Breakballqute wie in den ersten beiden Sätzen bei 100 Prozent (3/3). Im letzten Aufschlagspiel wackelte Olaru nochmals, führte mit 40:0, ehe Tatjana Malek nochmals ausglich, doch Olaru machte mit Punkten nach zwei guten Aufschlägen den Sack zu.
Olaru lobt ihre Gegnerin
„Zunächst möchte ich Tatjana Malek mein Kompliment aussprechen. Sie hat in dieser Woche tolles Tennis gespielt. Ich hatte einige enge Spiele hier, bin aber froh, gewonnen zu haben“, sagte Ioana-Raluca Olaru nach dem Spiel.
Jetzt geht's nach Hechingen
In der kommenden Woche könnte es bereits ein Wiedersehen geben, denn dann spielen beide das Turnier in Hechingen. Im September spielt Malek dann die Qualifikation zu den US Open in New York.
Die Doppelkonkurrenz entschieden Maria Abramovic (Kroatien) und Nicole Clerico (Italien) in einem spannenden Finale für sich. Sie besiegten auf dem Centre Court vor dem Einzelfinale das kolumbianische Fed-Cup-Duo Catalina Castano/Mariana Duque-Marino mit 6:3/5:7/10:7 im Matchtiebreak.
(Erschienen: 31.07.2011 22:05)

Die Entdeckung der Langsamkeit
Die derzeitige Nummer 319 des WTA-Rankings machte über weite Strecken mehr Druck als Tatjana Malek. Vor allem Olarus beidhändig geschlagene Rückhand erwies sich als ihre stärkste Waffe – neben der Langsamkeit, die die junge Frau aus Bukarest zwischen den Aufschlägen und beim Aufschlag selbst an den Tag legte. „Sie hat schon sehr langsam gespielt“, befand auch Tatjana Malek und meinte damit natürlich nicht die kräftigen Grundschläge der Spielerin, die im Juli 2009 schon einmal Platz 53 auf der Weltrangliste belegt hatte, sondern ebenfalls das Verhalten der 22 Jahre alten Bukaresterin. Im Halbfinale hatte Tatjana Malek am Samstag die Vorjahressiegerin Lenka Jurikova (Slowakei) mit 6:1 und 6:3 ausgeschaltet, Olaru hatte beim 6:3 und 7:6-Erfolg gegen die Deutsche Laura Siegemund schon etwas mehr Mühe gehabt. Wie Tatjana Malek hatte auch die Rumänin bis dato ein eher durchwachsenes Jahr erlebt und in sieben der vergangenen acht Turniere – durchweg jedoch höher dotierte Turniere, darunter die Qualifikationen der French open und Wimbledon – in Runde eins ausgeschieden.
Doch das Finale war hochklassig – und spannend. Im ersten Satz erwischte Tatjana Malek einen Blitzstart, führte schnell, dank eines Breaks, mit 3:0. Nach dem 3:3-Ausgleich fing sich die Deutsche wieder und entschied Satz eins nach 48 Minuten für sich – trotz einer eher mäßigen Aufschlagquote (45 Prozent zu 71 Prozent Olaru), aber dank eines guten Returns und einer 100-Prozent-Quote beim Nutzen der Breakchancen (2/2).
Olaru nutzt ihre Breakbälle
Im zweiten Satz reichte Olaru ein Break zum zwischenzeitlichen 3:1, um den Satz mit 6:3 nach weiteren 54 Minuten für sich zu entscheiden und so den Satzausgleich herzustellen. Olaru dominierte das Spiel mit ihrer beidhändigen Rückhand, brachte die Deutsche so immer wieder in Verlegenheit und nutze es eiskalt aus, wenn Malek „zu kurz“ wurde. Olaru rückte ins Halbfeld auf und ließ ihre Gegnerin laufen. Tatjana Malek ihrerseits hatte immer dann Erfolg, wenn sie selbst die Initiative ergriff, Vor- und Rückhand auch mal durchzog, statt ihre Rückhand ständig nur per Slice im Feld der Rumänin zu platzieren. Zwar sackte Olarus Aufschlagquote auf 41 Prozent ab, doch konnte das Tatjana Malek nicht nutzen, auch weil sie sich im zweiten Durchgang keinen einzigen Breakball erspielte, Olaru aber den einzigen, den sie hatte, nutzte.
Der dritte Satz verlief bis zum 4:4 ausgeglichen. Beide Spielerinnen verloren zweimal ihr Aufschlagsspiel, ehe Tatjana Malek nach knapp zweieinhalb Stunden ihre Aggressivität wiederentdeckte und – dank guter erster Aufschläge mit ihr Vorhand Druck entfaltete, dem Olaru zunächst nicht entgegensetzen konnte. Nach einer krachenden Vorhand ins Feld zum 40:15 und einem Volleyfehler Olarus stand es 5:4 für Malek. (Insgesamt schraubte Malek im dritten Satz ihre Auschlagquote nochmals auf 64 Prozent, nutzte dies aber nicht zu offensiverem Spiel.)
Bei Aufschlag Olaru machte Tatjana Malek zunächst ein 30:0 für Olaru wett und war beim Stande von 3:0:30, wie kurze Zeit später bei Einstand, nur noch zwei Punkte vom Turniersieg entfernt, ehe Iana-Raluca Olaru das Blatt wendete und nach einem Fehler Maleks und einem Volley zum 5:5 ausglich. Doch damit nicht genug, als Maleks Aufschlag nun nicht mehr kam, antwortete Olaru mit kräftigen Grundschlägen, besorgte sich mit einer Vorhand einen Breakball, Malek leistete sich einen Doppelfehler zum 5:6 aus Maleks Sicht. Olaru verbesserte ihre Aufschlagquote wieder auf ihren Matchdurchschnitt von 53 Prozent und hielt ihre Breakballqute wie in den ersten beiden Sätzen bei 100 Prozent (3/3). Im letzten Aufschlagspiel wackelte Olaru nochmals, führte mit 40:0, ehe Tatjana Malek nochmals ausglich, doch Olaru machte mit Punkten nach zwei guten Aufschlägen den Sack zu.
Olaru lobt ihre Gegnerin
„Zunächst möchte ich Tatjana Malek mein Kompliment aussprechen. Sie hat in dieser Woche tolles Tennis gespielt. Ich hatte einige enge Spiele hier, bin aber froh, gewonnen zu haben“, sagte Ioana-Raluca Olaru nach dem Spiel.
Jetzt geht's nach Hechingen
In der kommenden Woche könnte es bereits ein Wiedersehen geben, denn dann spielen beide das Turnier in Hechingen. Im September spielt Malek dann die Qualifikation zu den US Open in New York.
Die Doppelkonkurrenz entschieden Maria Abramovic (Kroatien) und Nicole Clerico (Italien) in einem spannenden Finale für sich. Sie besiegten auf dem Centre Court vor dem Einzelfinale das kolumbianische Fed-Cup-Duo Catalina Castano/Mariana Duque-Marino mit 6:3/5:7/10:7 im Matchtiebreak.
(Erschienen: 31.07.2011 22:05)


































