Bad Saulgau Sport
Hundersingen setzt auf guten Mix

Von unserem Redakteur Marc Dittmann
Ende Mai 2008 begann in Hundersingen ein neues Kapitel. Der Ex-Landesligist war am Tiefpunkt seiner bis dato 62-jährigen Vereinsgeschichte angelangt. Zwar nicht das erste Mal – In der Saison 1999/2000 war die Mannschaft schon einmal in die unterste Klasse abgestiegen – aber dieses Mal wohl am bittersten. Mit nur 14 Punkten beendete die Mannschaft eine Saison, in der es üble, teilweise zweistellige Schlappen gesetzt hatte. Im ersten Jahr des Abstiegs belegte die Mannschaft in der Kreisliga B mit 14 Punkten Rückstand auf den Meister und elf Punkten auf den Zweiten, den FV Bad Saulgau II, Rang vier.
Große Veränderungen gab es dann in der Sommerpause zur Saison 2009/2010. Michael Renz, landesligaerprobter Spieler (FC Krauchenwies), erfahrener Bezirksligaspieler (SV Hohentengen, TSV Rulfingen), übernahm das Ruder als Spielertrainer von Dietmar Hagmann: „Ich bin seit einigen Jahren hier zu Hause, wollte schon mal als Spieler hierher wechseln, was sich dann aber zerschlagen hatte“, erinnert sich Renz an seine ersten Kontakte mit den Sportfreunden. Dazu gab es einige Umbildungen in der Betreuung der Mannschaft und im Umfeld des Vereins. „Wir haben einige Leute näher an den Verein herangezogen, alle haben sich ein bisschen mehr engagiert“, sagt Karl Störkle. Auch er selbst, für einige Jahre Trainer in Pflummern, rückte wieder näher an seinen Heimatverein heran. „Wir wollten damals das Schiff wieder ins richtige Fahrwasser lenken.“ Nun, das gelang. Die Sportfreunde sprachen von Saisonbeginn an ein gewichtiges Wort an der Tabellenspitze mit, lieferten sich zunächst ein Duell mit Hohentengen II. Kurz vor der Winterpause setzte sich die Mannschaft ab und holte sich schließlich überlegen die Meisterschaft. „Mit den Erfolgen gegen Herbertingen, Bad Schussenried II und Blönried haben wir die Hauptkonkurrenten ausgeschaltet. Danach hatten wir zehn, elf Punkte Vorsprung“, sagt Spielleiter Karl Störkle. Wegen des neuen Spielsystems ist Störkle ein bisschen hin- und hergerissen. „Ich freue mich auf dieDerbys wie gegen Mengen und Ennetach. Natürlich gibt es auch weite Fahrten wie nach Mägerkingen.“ Dennoch gebe es durch die Einteilung auch einen neuen Anreiz, man sehe neue Plätze, spiele gegen andere Mannschaften, so Störkle.
Den Kader sieht Michael Renz als durchaus kreisliga-A-tauglich. „Wir haben einige erfahrene Spieler, die Anfang bis Mitte 30 sind und dazu einige junge, talentierte Spieler. So sind nur Michael Renz (34), Ralf Passinger (34), Tobias Schlegel (33) Joachim Bleicher (31) und Joachim Braig (31) jenseits der 30. Dazu gesellen sich im 23-Mann-Kader junge Spieler, „Endachtziger“ und einige sehr junge Spieler wie Jürgen Stützle, Marwan Chartouni und Marcel Störkle, allesamt in den Neunzigerjahren geboren. „Ich denke, wenn es nicht so viele Verletzungen – derzeit fehlt nur Nico Ummenhofer – oder Sperren gibt, dann ist der Klassenerhalt ein realistisches Ziel. Das Potenzial müsste reichen“, sagt Renz. Nach den ersten Spieltagen scheint dies möglich, die Sportfreunde sind mit sechs Punkten Zehnter, mussten teilweise knappe Niederlagen hinnehmen.
Nur Trainer sein ist einfacher
Das Vorhaben Kreisliga A begann am 9. Juli mit dem Trainingsauftakt. Trainiert wird dienstags und freitags. Michael Renz, der erste Trainererfahrungen als A-Jugend-Coach in Hohentengen sammelte, versucht dabei natürlich Erfahrungen, die er selbst als Spieler gemacht hat, ins tägliche Training einzubauen. Am Anfang war das natürlich schwierig, aber mittlerweile ist es okay.“ Renz, der den Erfahrungsaustausch mit seinen ehemaligen, erfahrenen Trainern wie Bernd Erath und Georgios Fotiou sucht, wird auch von seinem Spielleiter gelobt: „Michael ist ehrgeizig, er hat den Willen, möchte alle integrieren.“ Denn eines ist auch „Ranke“, wie Renz mit Spitznamen genannt wird, auch klar. Er ist nicht mehr nur Spieler, hat als Trainer eine andere Stellung, muss sich Respekt und Akzeptanz verschaffen. „Nur mit Spaß geht es nicht, ich kann auch mal laut werden“, sagt er von sich, der durchaus die Schwierigkeit eines Spielertrainerdaseins kennt. „Von außen ist es natürlich einfacher, auf dem Platz schwieriger, die Waage zu halten“, sagt er.
In der Jugend sind die Hundersinger vor allem in den Jahrgängen 1994 bis 1996 gut besetzt. Die A-Junioren spielen in einer Spielgemeinschaft mit Hohentengen, die B-Junioren stellen eine Elfer-Mannschaft mit zwei Gastspielern, vier Hundersinger trainieren derzeit am Stützpunkt in Unlingen. Insgesamt schnüren für die Sportfreunde derzeit fast 70 Jugendliche die Fußballstiefel, E7er und D9er spielen im Wettbewerb. „Die 1994er boomen derzeit, aber das dauert leider noch ein bisschen, bis die rauskommen“, sagt Karl Störkle. Der Verein zählt derzeit rund 450 Mitglieder, außer den Fußballern gibt es noch die Turner, darunter viele Kinder, und die Volleyballer. „Natürlich sind im Kinderturnen schon kleinere Kinder dabei, bevor sie Fußball spielen. Und wenn sie schon da lernen, sich zu bewegen, ist das natürlich sehr gut“, sagt Störkle.
(Erschienen: 02.09.2010 22:25)

Von unserem Redakteur Marc Dittmann
Ende Mai 2008 begann in Hundersingen ein neues Kapitel. Der Ex-Landesligist war am Tiefpunkt seiner bis dato 62-jährigen Vereinsgeschichte angelangt. Zwar nicht das erste Mal – In der Saison 1999/2000 war die Mannschaft schon einmal in die unterste Klasse abgestiegen – aber dieses Mal wohl am bittersten. Mit nur 14 Punkten beendete die Mannschaft eine Saison, in der es üble, teilweise zweistellige Schlappen gesetzt hatte. Im ersten Jahr des Abstiegs belegte die Mannschaft in der Kreisliga B mit 14 Punkten Rückstand auf den Meister und elf Punkten auf den Zweiten, den FV Bad Saulgau II, Rang vier.
Große Veränderungen gab es dann in der Sommerpause zur Saison 2009/2010. Michael Renz, landesligaerprobter Spieler (FC Krauchenwies), erfahrener Bezirksligaspieler (SV Hohentengen, TSV Rulfingen), übernahm das Ruder als Spielertrainer von Dietmar Hagmann: „Ich bin seit einigen Jahren hier zu Hause, wollte schon mal als Spieler hierher wechseln, was sich dann aber zerschlagen hatte“, erinnert sich Renz an seine ersten Kontakte mit den Sportfreunden. Dazu gab es einige Umbildungen in der Betreuung der Mannschaft und im Umfeld des Vereins. „Wir haben einige Leute näher an den Verein herangezogen, alle haben sich ein bisschen mehr engagiert“, sagt Karl Störkle. Auch er selbst, für einige Jahre Trainer in Pflummern, rückte wieder näher an seinen Heimatverein heran. „Wir wollten damals das Schiff wieder ins richtige Fahrwasser lenken.“ Nun, das gelang. Die Sportfreunde sprachen von Saisonbeginn an ein gewichtiges Wort an der Tabellenspitze mit, lieferten sich zunächst ein Duell mit Hohentengen II. Kurz vor der Winterpause setzte sich die Mannschaft ab und holte sich schließlich überlegen die Meisterschaft. „Mit den Erfolgen gegen Herbertingen, Bad Schussenried II und Blönried haben wir die Hauptkonkurrenten ausgeschaltet. Danach hatten wir zehn, elf Punkte Vorsprung“, sagt Spielleiter Karl Störkle. Wegen des neuen Spielsystems ist Störkle ein bisschen hin- und hergerissen. „Ich freue mich auf dieDerbys wie gegen Mengen und Ennetach. Natürlich gibt es auch weite Fahrten wie nach Mägerkingen.“ Dennoch gebe es durch die Einteilung auch einen neuen Anreiz, man sehe neue Plätze, spiele gegen andere Mannschaften, so Störkle.
Den Kader sieht Michael Renz als durchaus kreisliga-A-tauglich. „Wir haben einige erfahrene Spieler, die Anfang bis Mitte 30 sind und dazu einige junge, talentierte Spieler. So sind nur Michael Renz (34), Ralf Passinger (34), Tobias Schlegel (33) Joachim Bleicher (31) und Joachim Braig (31) jenseits der 30. Dazu gesellen sich im 23-Mann-Kader junge Spieler, „Endachtziger“ und einige sehr junge Spieler wie Jürgen Stützle, Marwan Chartouni und Marcel Störkle, allesamt in den Neunzigerjahren geboren. „Ich denke, wenn es nicht so viele Verletzungen – derzeit fehlt nur Nico Ummenhofer – oder Sperren gibt, dann ist der Klassenerhalt ein realistisches Ziel. Das Potenzial müsste reichen“, sagt Renz. Nach den ersten Spieltagen scheint dies möglich, die Sportfreunde sind mit sechs Punkten Zehnter, mussten teilweise knappe Niederlagen hinnehmen.
Nur Trainer sein ist einfacher
Das Vorhaben Kreisliga A begann am 9. Juli mit dem Trainingsauftakt. Trainiert wird dienstags und freitags. Michael Renz, der erste Trainererfahrungen als A-Jugend-Coach in Hohentengen sammelte, versucht dabei natürlich Erfahrungen, die er selbst als Spieler gemacht hat, ins tägliche Training einzubauen. Am Anfang war das natürlich schwierig, aber mittlerweile ist es okay.“ Renz, der den Erfahrungsaustausch mit seinen ehemaligen, erfahrenen Trainern wie Bernd Erath und Georgios Fotiou sucht, wird auch von seinem Spielleiter gelobt: „Michael ist ehrgeizig, er hat den Willen, möchte alle integrieren.“ Denn eines ist auch „Ranke“, wie Renz mit Spitznamen genannt wird, auch klar. Er ist nicht mehr nur Spieler, hat als Trainer eine andere Stellung, muss sich Respekt und Akzeptanz verschaffen. „Nur mit Spaß geht es nicht, ich kann auch mal laut werden“, sagt er von sich, der durchaus die Schwierigkeit eines Spielertrainerdaseins kennt. „Von außen ist es natürlich einfacher, auf dem Platz schwieriger, die Waage zu halten“, sagt er.
In der Jugend sind die Hundersinger vor allem in den Jahrgängen 1994 bis 1996 gut besetzt. Die A-Junioren spielen in einer Spielgemeinschaft mit Hohentengen, die B-Junioren stellen eine Elfer-Mannschaft mit zwei Gastspielern, vier Hundersinger trainieren derzeit am Stützpunkt in Unlingen. Insgesamt schnüren für die Sportfreunde derzeit fast 70 Jugendliche die Fußballstiefel, E7er und D9er spielen im Wettbewerb. „Die 1994er boomen derzeit, aber das dauert leider noch ein bisschen, bis die rauskommen“, sagt Karl Störkle. Der Verein zählt derzeit rund 450 Mitglieder, außer den Fußballern gibt es noch die Turner, darunter viele Kinder, und die Volleyballer. „Natürlich sind im Kinderturnen schon kleinere Kinder dabei, bevor sie Fußball spielen. Und wenn sie schon da lernen, sich zu bewegen, ist das natürlich sehr gut“, sagt Störkle.
(Erschienen: 02.09.2010 22:25)



































