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Als der Barock aufs Härtsfeld kam

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Als der Barock aufs Härtsfeld kam

Von Viktor Turad

Neresheim Für Professor Dr. Claus Wolf ist es ein Kulturdenkmal von Rang, das prächtige Barockhaus auf Hochstatt, 1684 erbaut, zehn Jahre vor der Barockisierung der Abtei Neresheim. Dass dieses Denkmal auch ein Denkmal bleibt, sei nicht zuletzt der Nutzung durch den Golfclub zu verdanken, sagte der oberste Denkmalschützer des Landes. Im Abt-Simpert-Raum des Klosters stellte Wolf das Buch „Die lange Geschichte der Hochstatter Zeit – Benediktiner, Thurn und Taxis und die Golfer“ vor. Herausgeber sind Dr. Margarete und Dr. Konrad Scheuermann (Bopfingen), der auch die Texte verfasst hat.

Erstmals erschienen ist das reich bebilderte Buch bereits 2007, jetzt liegt die zweite erweiterte und aktualisierte Auflage vor. Der 120-seitige Band befasst sich mit der Gesamtschau des Härtsfelder Hochplateaus seit dem achten Jahrhundert und dokumentiert seine wechselvolle Geschichte. Ursprünglich war Hochstatt nämlich ein Weiler und gehörte dem Bendiktinerkloster Fulda. 1298 bestätigte der damalige Papst Bonifaz VIII., dass Hochstatt Eigentum des 1106 gegründeten Benediktinerklosters Neresheim ist. Dessen Abt Simpert ließ dort Ende des 17. Jahrhunderts – in Sichtweite des Klosters – eine Sommerresidenz für die Abtei errichten.

Damals kam der Barock aufs Härtsfeld, aber noch nicht ins Kloster selbst, sondern eben nach Hochstatt. Davon kündet heute noch der prächtige Barockbau, der dem jetzigen Eigentümer Hochstatts, dem Golfclub Hochstatt Härtsfeld-Ries, als Clubheim dient. Er ist der fünfte Besitzer in der zwölfhundertjährigen Geschichte des Hofgutes, das nach der Säkularisation des Klosters Neresheim 1802 an das fürstliche Haus Thurn und Taxis gegangen war.

Nachgezeichnet hat die wechselvolle Geschichte Hochstatts Dr. Konrad Scheuermann, der als Student erstmals mit dem Kloster Neresheim in Kontakt gekommen war und seit vielen Jahren im Golfclub Hochstatt aktiv ist. Scheuermann selbst schreibt über sein Buch, die Publikation gewinne Authenzität durch das dokumentarische und aktuelle Bildmaterial. Entstanden sei somit eine umfassende Gesamtschau über diese beeindruckende Hochebene auf dem Härtsfeld.

Diesem Urteil stimmten zahlreiche Besucher im voll besetzten Abt-Simpert-Saal zu. Denkmalamt-Präsident Wolf lobte Scheuermann dafür, dass er Initiator gewesen sei, dieses Kulturgut wieder nutzbar zu machen. Nur so könne es als Denkmal erhalten bleiben.

„Dischingen ist stolz auf das Hofgut und auf den Golfclub, der die Anlage in einen Topzustand gebracht hat“, sagte Bürgermeister Alfons Jakl. Auf der Gemarkung seiner Gemeinde liegt Hochstatt. Das Buch nannte er ein informatives, übersichtliches und verständliches Werk. Es sei ein wichtiges Dokument für die Heimatgeschichte des Härtsfeldes, ergänzte der Neresheimer Bürgermeister Gerd Dannenmann. Abt Norbert Stoffels vom Kloster Neresheim würdigte vor allem den Einsatz seines Vorgängers, Abt Simpert, der seinerzeit in den Wirren des spanischen Erbfolgekrieges mit erheblichen Schwierigkeiten für das Kloster zu kämpfen gehabt hatte.

Zu Beginn hatte Scheuermann selbst unter den zahlreichen Gästen den letzten fürstlichen Gutsverwalter Anton Mettenleiter junior begrüßt, der den Hof von 1958 bis 1991 geführt hatte. Für eine hervorragende musikalische Umrahmung sorgten Pilvi Heinonen (Violoncello) und Berthold Masing (Violine).

Die zweite erweiterte und aktualisierte Auflage des Buches „Die lange Geschichte der Hochstatter Zeit – Benediktiner, Thurn und Taxis und die Golfer“ ist eine auf 800 Exemplare limitierte und nummerierte Sonderauflage. ISBN 978-3-00-036113-5.

(Erschienen: 24.11.2011 20:55)

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