Stadtnachrichten Ellwangen
Zeitpunkt einer Seligsprechung Pater Philipps ist noch nicht in Sicht
Muss für eine Seligsprechung unbedingt ein Wunder vorliegen?
Ja, das kirchenrechtliche Verfahren schreibt zwingend vor, dass bei der entsprechenden Persönlichkeit ein Martyrium oder sogenannter „heroischer Tugendgrad“ festgestellt wird oder – falls sie nicht als Märtyrer gestorben ist – der Nachweis eines Wunders vorliegt.
Ein etwa 70 Jahre alter Ellwanger soll angeblich auf Fürsprache von Pater Philipp Jeningen von einer schweren Krankheit geheilt worden sein. Können Sie das bestätigen?
Ich kann diese unerklärliche Heilung nach den mir vorliegenden Informationen bestätigen. Näheres dazu zu berichten verbietet mir die Schweigepflicht während des laufenden Verfahrens.
Wie wird das geprüft?
Neben der Frage, ob tatsächlich eine vollständige Heilung vorliegt, geht es vor allem um den gut begründeten Nachweis, dass diese Heilung auch bei sorgfältigster Prüfung medizinisch nicht erklärt werden kann.
Wie lange dauert so ein Wunderprozess in der Regel?
Wenn dieser Nachweis gelingt, könnte die Seligsprechung Pater Philipp Jeningens in einem überschaubaren Zeitraum erfolgen. Aber da wir derzeit ja erst am Beginn des Wunderprozesses stehen, lässt sich kein genauer Zeitpunkt sagen.
Der Ellwanger Professor Dr. Bernd Ultsch und Dr. Reiner Zitzmann sind im ärztlichen Beirat des Wunderprozesses. Welche Aufgaben haben sie?
Das Kirchenrecht schreibt die größtmögliche Sorgfalt vor. Dazu gehören auch herausragende medizinische Kompetenz und die genaue Kenntnis des ehemaligen Patienten und seines Krankheits- und Heilungsverlaufs aus ärztlicher Sicht. Diese Kenntnisse beizusteuern ist Aufgabe des ärztlichen Beirats. Er steht für die äußerst kritischen Prüfkriterien des Verfahrens, denn es ist davon auszugehen, dass Mediziner, die auf dem Boden modernen naturwissenschaftlichen Denkens stehen, nicht ohne wirklich stichhaltige Begründung einräumen werden, dass auf völlig unerklärliche Weise ein dem Tod geweihter Mensch geheilt worden ist.
Gibt es überhaupt noch Platz für Wunder in der heutigen Welt?
In einer von wissenschaftlicher Rationalität geprägten Welt scheinen Wunder keinen Platz mehr zu haben. Dennoch gibt es immer wieder positive Ereignisse, die sich jeder Lebenserfahrung, jeder wissenschaftlichen Begründung, jeder rationalen Argumentation verweigern. Mancher wird von Zufall sprechen. Grundsätzlich möchte ich schon feststellen, dass eine wissenschaftlich-rationale Sichtweise nicht die einzige Möglichkeit ist, die Welt und das Leben zu deuten. Einem gläubigen Menschen kann es nicht verwehrt sein, sein Leben als von Gott getragen zu deuten und auch solche völlig unerklärlichen Ereignisse dem Wirken von Gottes Liebe zuzuschreiben. Vielleicht ist ein solches Wunderverfahren ja ein wichtiger Hinweis darauf, dass die religiöse Sinndimension für viele Menschen von entscheidender Bedeutung ist.
(Erschienen: 03.02.2012 19:35)
Muss für eine Seligsprechung unbedingt ein Wunder vorliegen?
Ja, das kirchenrechtliche Verfahren schreibt zwingend vor, dass bei der entsprechenden Persönlichkeit ein Martyrium oder sogenannter „heroischer Tugendgrad“ festgestellt wird oder – falls sie nicht als Märtyrer gestorben ist – der Nachweis eines Wunders vorliegt.
Ein etwa 70 Jahre alter Ellwanger soll angeblich auf Fürsprache von Pater Philipp Jeningen von einer schweren Krankheit geheilt worden sein. Können Sie das bestätigen?
Ich kann diese unerklärliche Heilung nach den mir vorliegenden Informationen bestätigen. Näheres dazu zu berichten verbietet mir die Schweigepflicht während des laufenden Verfahrens.
Wie wird das geprüft?
Neben der Frage, ob tatsächlich eine vollständige Heilung vorliegt, geht es vor allem um den gut begründeten Nachweis, dass diese Heilung auch bei sorgfältigster Prüfung medizinisch nicht erklärt werden kann.
Wie lange dauert so ein Wunderprozess in der Regel?
Wenn dieser Nachweis gelingt, könnte die Seligsprechung Pater Philipp Jeningens in einem überschaubaren Zeitraum erfolgen. Aber da wir derzeit ja erst am Beginn des Wunderprozesses stehen, lässt sich kein genauer Zeitpunkt sagen.
Der Ellwanger Professor Dr. Bernd Ultsch und Dr. Reiner Zitzmann sind im ärztlichen Beirat des Wunderprozesses. Welche Aufgaben haben sie?
Das Kirchenrecht schreibt die größtmögliche Sorgfalt vor. Dazu gehören auch herausragende medizinische Kompetenz und die genaue Kenntnis des ehemaligen Patienten und seines Krankheits- und Heilungsverlaufs aus ärztlicher Sicht. Diese Kenntnisse beizusteuern ist Aufgabe des ärztlichen Beirats. Er steht für die äußerst kritischen Prüfkriterien des Verfahrens, denn es ist davon auszugehen, dass Mediziner, die auf dem Boden modernen naturwissenschaftlichen Denkens stehen, nicht ohne wirklich stichhaltige Begründung einräumen werden, dass auf völlig unerklärliche Weise ein dem Tod geweihter Mensch geheilt worden ist.
Gibt es überhaupt noch Platz für Wunder in der heutigen Welt?
In einer von wissenschaftlicher Rationalität geprägten Welt scheinen Wunder keinen Platz mehr zu haben. Dennoch gibt es immer wieder positive Ereignisse, die sich jeder Lebenserfahrung, jeder wissenschaftlichen Begründung, jeder rationalen Argumentation verweigern. Mancher wird von Zufall sprechen. Grundsätzlich möchte ich schon feststellen, dass eine wissenschaftlich-rationale Sichtweise nicht die einzige Möglichkeit ist, die Welt und das Leben zu deuten. Einem gläubigen Menschen kann es nicht verwehrt sein, sein Leben als von Gott getragen zu deuten und auch solche völlig unerklärlichen Ereignisse dem Wirken von Gottes Liebe zuzuschreiben. Vielleicht ist ein solches Wunderverfahren ja ein wichtiger Hinweis darauf, dass die religiöse Sinndimension für viele Menschen von entscheidender Bedeutung ist.
(Erschienen: 03.02.2012 19:35)
Klinik Plus
Ausgabe 02/12: PDF 6,8 MB)
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