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Bauernkundgebung in Ellwangen: Grün-Rot ist eine Öko-Diktatur

Rammelvoll war die Ellwanger Stadthalle bei der Bauernkundgebung zum Kalten Markt.
Rammelvoll war die Ellwanger Stadthalle bei der Bauernkundgebung zum Kalten Markt. (Foto: gr)

Ellwangen / gr Anton Weber, Vorsitzender des Bauernverbands Ostalb, prügelte bei der Kundgebung zum Kalten Markt in Ellwangen wortgewaltig auf die Landesregierung ein. Landwirtschaftsminister Alexander Bonde sei ein Agrarexperte ohne Qualifikation, ein Absageminister, der keine Einladung der Bauern annehme. Mit Grün-Rot habe man eine Öko-Diktatur bekommen, die beim Grünlandumbruchverbot alle gefragt habe, außer dem Fach-, sprich Bauernverband.

Deutlich sachlicher setzte sich Weber mit der Situation der Landwirte im Kreis auseinander. „Wir schützen alles, außer den landwirtschaftlichen Flächen“, ärgerte er sich. Kritik an der Tierhaltung auf den Höfen wies Weber zurück. Tierschutz sei keine Frage der Betriebsgröße und liege im eigenen Interesse der Landwirte, schließlich hingen Leistung und Wohlbefinden der Tiere eng zusammen.

Die Energiewende sah Weber als Chance. „Strom aus Biogas hat Zukunft, er kann die Grundlast verlässlich absichern“, sagte Weber. Doch auch hier herrsche Goldgräberstimmung. Wichtig sei deshalb eine Zusammenarbeit der Eigentümer mit dem Landkreis und den Kommunen.

Bauernkundgebung

Für eine solche Zusammenarbeit warb auch Landrat Klaus Pavel. Doch mit der Energiewende von der Kern- zur Kornernergie sollten die Landwirte mit Augenmaß umgehen. Bei manchen blinkten schon die Dollarzeichen in den Augen.

„Landwirtschaft ist Wirtschaften auf dem Land“, sagte der Präsident des hessischen Bauernverbands, Friedhelm Schneider, es gehe den Bauern darum Geld zu verdienen und Gewinne zu machen. Das sei nicht ehrenrührig, sondern notwendig. Wobei Schneider wenig Zweifel daran ließ, dass EU, Bundes- und Länderregierungen wenig Besseres zu tun hätten, als die Bauern genau daran zu hindern. Mit markigen Sprüchen („Da werden Kammmolche geschützt und Menschen verhungern“) wandte er sich gegen die EU-Agrarreform, die Tierhaltungspolitik der Bundesregierung ( „Wir haben zu viele Rindviecher, aber zu wenig Grasfresser bei uns“) und die Agrarpolitik der Länder, die den Landwirten bei der Energiewende den Weg ebnen müssten. „Wir haben noch viel zu tun.“

Grußworte sprachen Oberbürgermeister Karl Hilsenbek und der CDU-Bundestagsabgeordnete Roderich Kiesewetter, der Landfrauenchor hatte die Bauern und ihre Gäste musikalisch begrüßt.

(Erschienen: 11.01.2012 14:55)

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