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Bedrückend: Akteure zeigen harte Realität

Das Jugendtheater der Kolpingsfamilie Jagstzell führt „Nachtasyl“ von Maxim Gorki auf
Bedrückend:
                  Akteure zeigen harte Realität
Bedrückend: Akteure zeigen harte Realität

Von Martin Bauch

Jagstzell Alexei Peschkow alias Maxim Gorki war Ende des neunzehnten und Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts einer von Russlands kritischsten Schriftsteller und er war ein politischer Aktivist und Sympathisant der frührevolutionären Bewegung in Russland. Maxim Gorki schrieb unter anderem auch das wohl von ihm bekannteste Drama „Nachtasyl“. Das Stück erzählt von Menschen, von gescheiterten Existenzen die am Rande der Gesellschaft leben. Von Arbeitlosen, Lebenskünstlern, aber auch Kleinkriminellen. „Nachtasyl ist ein Stück, von welchem wir meinen, dass es einen geradezu erschreckenden Bezug zu unserer Zeit hat. Einer Zeit, geprägt von der Angst arbeitslos zu werden, in Hartz IV abzurutschen, einer gewissen Perspektivlosigkeit, wie es nach der Schule weitergehen soll“, meint auch der Jugendtheaterregisseur Harry Baumann. Die jugendlichen Darsteller haben unter anderem in Günter Walraffs Buch „Unter Null“ recherchiert und versucht, einen aktuellen Bezug von Maxim Gorkis Werk über Walraff zur heutigen Zeit herzustellen. So setzten sie sich auch mit Fragen zu ihrer eigenen Zukunft auseinander.

„Seit April 2011 haben die elf Darsteller an dieser Aufführung gemeinsam geprobt. Jeden Donnerstag und Sonntag zwei Stunden lang“, berichtet Baumann. Herausgekommen ist eine Darbietung, die in ihren Emotionen stark auf das Gemüt der Zuschauer schlägt, ja beinahe deprimierend wirkt, und doch gleichzeitig mit kurzen, hoffnungsvollen, manchmal belustigenden Spielsequenzen daherkommt. Die Zuschauer sitzen mit im beengten Bühnenraum der Festhalle von Jagstzell und bekommen das Geschehen hautnah mit. „Die etwa 120 Zuschauer sitzen mitten im Geschehen und bekommen so ein Gefühl für die Realität um sie herum“, sagt Baumann. Die jungen Schauspieler haben es verstanden, dramaturgisch Wünsche, Träume, aber auch Gefühle wie Ängste und Resignation, die die Bewohner des Nachtasyls tagtäglich beschäftigten und heimsuchten, zum Ausdruck zu bringen. Eine Leistung, die auch vom Publikum am Ende der einstündigen Aufführung mit viel Beifall bedacht wurde.

(Erschienen: 08.08.2011 20:30)

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