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Fahrradparkhaus: Stadt macht jetzt öfter sauber

Bauhofmitarbeiter Bülent Cumert reinigt das Fahrradparkhaus beim Bahnhof. Das soll künftig öfter geschehen. Radler hatten sich über die Zustände beschwert.
Bauhofmitarbeiter Bülent Cumert reinigt das Fahrradparkhaus beim Bahnhof. Das soll künftig öfter geschehen. Radler hatten sich über die Zustände beschwert.

Aalen / sz Urin und Fäkalien, schrottreife Fahrräder und überall Zigarettenkippen: Die Kritik am Zustand des Fahrradparkhauses beim Aalener Bahnhof wird lauter. Künftig soll öfter sauber gemacht werden.

Von unserem Redakteur  Alexander Gässler

Am Dienstag wurde das Fahrradparkhaus „gekärchert“. Mit einem Hochdruckreiniger hat Bülent Cumert vom Aalener Bauhof den Dreck zweimal rausgespritzt. Höchste Zeit, denn die Fahrradsaison hat begonnen, und auswärtige Radler, die mit der Bahn kommen, sollen durch die Zustände am Fahrradparkhaus nicht abgeschreckt werden, wie Uwe Lutz findet. Der Aalener stellt sein Rad hier täglich ein – und ihm „stinken die Zustände mittlerweile gewaltig“.

Grünen-Stadträtin Hedi Wunderlich hat unlängst im Gemeinderat auf den „ekligen“ Zustand des Fahrradparkhauses hingewiesen. Besonders das erste Stockwerk sei verdreckt, sagt sie auf Nachfrage der Aalener Nachrichten. Rathaussprecherin Uta Singer räumt ein, dass sie die Luft anhält, wenn sie in der Hirschbachunterführung am Parkhaus vorbeigeht. Besonders eklig: Manche verrichten hier offenbar ihre Notdurft.

Uta Singer spricht von einem „kritischen Gebiet“. Die Bahn hat nämlich ihre öffentliche Toilette am Bahnhof geschlossen. Seitdem gibt es nur noch eine städtische unter der Sparda-Bank. Doch die ist stets verdreckt, obwohl sie zwei- bis dreimal am Tag gesäubert wird, wie Uta Singer sagt. Wie Hedi Wunderlich glaubt sie, dass manche lieber im Fahrradparkhaus eine Nische oder eine stille Ecke für ihr „menschliches“ Geschäft suchen.

Die Stadt hat auf die anhaltende Kritik reagiert. Dreimal jährlich wurde das Fahrradparkhaus seither gesäubert. Künftig soll sechs- bis achtmal sauber gemacht werden. „Aber wir sind uns der begrenzten Wirkung bewusst“, sagt Uta Singer. Will heißen: Ein oder zwei Tage ist es besser, danach schaut es schnell wieder so aus wie zuletzt. Hedi Wunderlich hält sechs Putztage für zu wenig. „Das ist ja nur alle zwei Monate.“

Außerdem fordern die Benutzer des Parkhauses, die schrottreifen Fahrräder zu entfernen, an denen Vandalen ihren Frust ausgelassen haben. Auch die Schäden am Gebäude müssten schnell behoben werden, findet Uwe Lutz. Tatsächlich entfernt die Stadt die kaputten Räder auch. Aber nur alle paar Monate. Schließlich wolle man nicht das Eigentumsrecht der Besitzer verletzen, erläutert Uta Singer.

Der Unterhalt des Gebäudes kostet 7200 Euro im Jahr, inklusive Reinigung. Eine Videoüberwachung in allen Winkeln, wie sie die Radler wünschen, ist in dem Budget nicht drin. Eine neue Kamera würde 20 000 Euro kosten, sagt Uta Singer. Die alte tut es nicht mehr, sie wird abgebaut. Grundsätzlich müsse über ein neues Betreibermodell nachgedacht werden, sagt sie auch. Wie in anderen Städten könnten sich Vereine ums Fahrradparkhaus kümmern -- etwa Agenda oder ACA.

(Erschienen: 11.05.2010 18:50)

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