Stadtnachrichten Aalen
Brillante Sänger schwelgen in Mordlust

Die ehemaligen Leipziger Thomaner, die der Konzertring nach Aalen geholt hat, haben ein Faible für weltliche Vokalmusik der Renaissance. Und in ihrer „MordLust“ schwelgen sie in dieser Epoche auch gleich zum Auftakt. Zum Motto Heinrich der Achte ja ganz gut – zitiert wird aus dem Manuskript „Pastyme with good companye“, dann wird es volkstümlich. Juan del Encina warnt in „Cucu, cucu, cucucu“, dass der Ehemann selbst beim Gang der Liebsten auf die Toilette zum „Kuckuck“ gemacht wird. Also zum Betrogenen. Die „Scheidung auf italienisch“ nimmt der Gehörnte dann mit dem Messer vor oder greift zum Strick: „Der ganzen Qual überdrüssig, erhängt sich letztendlich der arme Mann.“ Doch, aus reiner Bosheit, folgt die Frau ihm stehenden Fußes zum Teufel.
Sogar ihr Programm haben die zwei Tenöre, der Bariton und die zwei Basssänger „gevierteilt“. Und führt von Franz Schuberts populärem „Geistertanz“ zu Dvorrks „Fischermädchen“, über das Spiritual „Dry Bones“ zu den soldatischen Trivialliedern bis zu Brechts Moritat von Mackie Messer: Fünf Sänger mit herausragender Stimmsicherheit, unverwechselbarem Klang, Charme und Witz haben da locker und charmant düstere Kapitel aufgeschlagen.
(Erschienen: 08.02.2010 20:50)

Die ehemaligen Leipziger Thomaner, die der Konzertring nach Aalen geholt hat, haben ein Faible für weltliche Vokalmusik der Renaissance. Und in ihrer „MordLust“ schwelgen sie in dieser Epoche auch gleich zum Auftakt. Zum Motto Heinrich der Achte ja ganz gut – zitiert wird aus dem Manuskript „Pastyme with good companye“, dann wird es volkstümlich. Juan del Encina warnt in „Cucu, cucu, cucucu“, dass der Ehemann selbst beim Gang der Liebsten auf die Toilette zum „Kuckuck“ gemacht wird. Also zum Betrogenen. Die „Scheidung auf italienisch“ nimmt der Gehörnte dann mit dem Messer vor oder greift zum Strick: „Der ganzen Qual überdrüssig, erhängt sich letztendlich der arme Mann.“ Doch, aus reiner Bosheit, folgt die Frau ihm stehenden Fußes zum Teufel.
Sogar ihr Programm haben die zwei Tenöre, der Bariton und die zwei Basssänger „gevierteilt“. Und führt von Franz Schuberts populärem „Geistertanz“ zu Dvorrks „Fischermädchen“, über das Spiritual „Dry Bones“ zu den soldatischen Trivialliedern bis zu Brechts Moritat von Mackie Messer: Fünf Sänger mit herausragender Stimmsicherheit, unverwechselbarem Klang, Charme und Witz haben da locker und charmant düstere Kapitel aufgeschlagen.
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