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Windkraft: Hofener sorgen sich um die Aussicht der Röthardter

Aalen-Hofen / lem Spät abends und nach der gemeinsamen Sitzung mit dem Wasseralfinger Ortschaftsrat haben die Hofener getrennt in ihrem Rathaus abgestimmt: Gegen den Beschluss des Gemeinderats, dass Windkraftanlagen bis auf 300 Meter an den Albtrauf herabrücken können.

Dadurch waren die vom Regionalverband vorgeschlagenen „Suchräume“ auf Aalener Gebiet noch erweitert worden. Der größte Teil eines fast 100 Hektar großen möglichen Standorts östlich des Braunenbergs liegt auf Hofener Gemarkung. Man denke vor allem an die Auswirkungen für die Röthardter Anwohner, hatte Hofens Ortsvorsteher Patriz Ilg argumentiert.

„Windkraft bewegt. Nicht nur die Rotorblätter, sondern auch die Gemüter“, stieg Ilg in die Diskussion ein: „Es geht um einen sicheren Spagat zwischen der Wirtschaftlichkeit der Anlagen und den Auswirkungen auf Mensch und Natur.“ Und den müsse man in einer fairen Diskussion finden. Konkret geht es um den „Suchraum“, der etwa 750 Meter westlich von Bernlohe und Simmisweiler und ungefähr zwei Kilometer östlich von Röthardt beginnt. Der südliche Bereich liegt in einem „FFH“-Gebiet – „bei windkraftanlagen- (WKA-) empfindlichen Arten keine WKA zulässig“ heißt der „Konflikt“ aus Sicht des Natur- und Artenschutzes. Im Regionalplan ist das Gebiet als Erholungswald, regionaler Grünzug, FFH-Gebiet und mit dem Vermerk „teilweise Vorrang Erholung“ versehen. Vor allem aus Sicht des Landschaftsschutzes sieht Ilg für die Röthardter eine „erhebliche Konfliktzunahme“ durch die Anlagen, die laut Gemeinderats-Abstimmung auf bis zu 300 Metern an den Albtrauf rücken können (500 Meter hat der Regionalverband vorgeschlagen). Man dürfe die Sache nicht „isoliert von unserem Teilort aus sehen“, und auch nicht nach dem „Sankt-Florians-Prinzip“ verfahren.

Windkraft im Südwesten

Den von Grün-Rot betriebenen Ausbau der Windkraft in Baden-Württemberg...

...begrüße ich.
...sehe ich kritisch.

Deutliche Kritik übte Ilg anhand des Protokolls aus dem Gemeindetrat: Die Aussage der Grünen-Fraktion – so sinngemäß – dass die Anlagen vor allen anderen Belangen Vorrang haben, könne er auf keinen Fall akzeptieren. Natürlich werde und könne man sich der Energiewende nicht verschließen. Man müsse aber aufpassen, dass das Ganze „nicht zu weit links und nicht zu weit rechts ausschlägt.“ Und bei den auf Hofener Gemarkung möglichen Anlagen handele es schließlich um solche, die 200 und mehr Meter in den Himmel ragen. Das Grünflächen- und Umweltamt hatte mit einer Skizze aufgezeigt, wie die möglichen Windkraftanlagen mit einer Nabenhöhe von 140 Metern aussehen. Der Fernsehturm auf dem Braunenberg ist bis zur Spitze 145 Meter hoch. Eduard Newerkla fasste zusammen, was Konsens war im Hofener Ortschaftsrat: 500 Meter statt 300 Meter Abstand zum Albtrauf. Hier sollten die Vertreter aus Wasseralfingen und Hofen „eine Sprache sprechen.“ Wie die Wasseralfinger sprachen sich die Hofener dann in ihrem Votum für den größeren Abstand aus, allerdings vom Abstimmungsergebnis noch deutlicher. Sie stimmten aber für die vom Regionalverband vorgeschlagenen Suchräume. Durch die Entscheidung des Gemeinderats waren die ausgeweitet worden.

(Erschienen: 08.02.2012 16:55)

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