Stadtnachrichten Aalen
Situation des Klinikpersonals auf dem Prüfstand
Grundlage der Diskussion war eine Darstellung der Stellenentwicklung in den drei Kliniken durch die jeweiligen Krankenhausdirektionen in den vergangenen zehn Jahren. Demnach sind am Aalener Ostalb-Klinikum in diesem Zeitraum 34,5 ärztliche Stellen und 25 Pflegestellen neu hinzugekommen, am Stauferklinikum Schwäbisch Gmünd gab es ein Plus von 17 Arzt- und ein Minus von 36 Pflegestellen, an der Ellwanger Sankt-Anna-Virngrund-Klinik ist der Pflegebereich um 50 Stellen gewachsen. Die Stellenzunahmen sind an allen drei Kliniken weitgehend auf die Ausweitung des medizinischen Angebots zurückzuführen, das Minus in Schwäbisch Gmünd hängt mit der Aufgabe des Margeritenhospitals zusammen. Bedingt durch Schichtdienste und Teilzeitverträge, liegt die Zahl der Beschäftigten insgesamt weit über den vorhandenen Stellen. So verfügen das Ostalb-Klinikum und das etwa gleich große Stauferklinikum derzeit über jeweils rund 115 Arzt- und 365 Pflegestellen, haben aber jeweils rund 1000 Beschäftigte. Am Ellwanger Krankenhaus sind 580 Mitarbeiter angestellt.
Leistung stark verdichtet
Während Landrat Pavel deutlich machte, aus seiner Sicht sei das Personal, das man benötige, vorhanden, es herrschten an allen drei Kliniken einigermaßen vertretbare Arbeitsbedingungen und er sehe zumindest keine massiven Defizite, sprachen sowohl CDU-Fraktionsvorsitzender Peter Seyfried als auch sein Grünen-Kollege Volker Grab von einer massiven Leistungsverdichtung an den Kliniken. Dabei hänge man im Personalbudget immer noch weitgehend von den Kostenträgern und vom Gesetzgeber ab, meinte Seyfried. Grab sprach von deutlich zugenommenen Fallzahlen, die trotz kürzerer Verweildauer im Krankenhaus das Personal mehr belasteten. Weshalb Sigrid Heusel (SPD) die blanken Stellenzahlen auch für kaum aussagekräftig hielt. Ihr Fraktionskollege Gerhard Böhm befürchtete gar, angesichts kaum steigender Budgets und aktueller Tarifforderungen der Klinikärzte müsse am Ende wieder einmal das Pflegepersonal die Zeche bezahlen. Peter Mennicken (CDU) regte an, einmal die Stellenpläne der Kreiskliniken denen vergleichbarer Krankenhäuser in privater Trägerschaft gegenüberzustellen. Pavel sprach von sehr geringen Spielräumen beim gleichzeitigen Anspruch, eine wohnortnahe Versorgung auf überdurchschnittlichem Niveau zu haben. Nach unten dürfe man an der Stellenschraube aber nicht drehen. Am Ende brachte es Ursula Barth (CDU) so auf den Punkt: „Wir haben einfach zu wenig Geld, um mehr Personal bezahlen zu können.“
(Erschienen: 25.01.2012 20:45)
Grundlage der Diskussion war eine Darstellung der Stellenentwicklung in den drei Kliniken durch die jeweiligen Krankenhausdirektionen in den vergangenen zehn Jahren. Demnach sind am Aalener Ostalb-Klinikum in diesem Zeitraum 34,5 ärztliche Stellen und 25 Pflegestellen neu hinzugekommen, am Stauferklinikum Schwäbisch Gmünd gab es ein Plus von 17 Arzt- und ein Minus von 36 Pflegestellen, an der Ellwanger Sankt-Anna-Virngrund-Klinik ist der Pflegebereich um 50 Stellen gewachsen. Die Stellenzunahmen sind an allen drei Kliniken weitgehend auf die Ausweitung des medizinischen Angebots zurückzuführen, das Minus in Schwäbisch Gmünd hängt mit der Aufgabe des Margeritenhospitals zusammen. Bedingt durch Schichtdienste und Teilzeitverträge, liegt die Zahl der Beschäftigten insgesamt weit über den vorhandenen Stellen. So verfügen das Ostalb-Klinikum und das etwa gleich große Stauferklinikum derzeit über jeweils rund 115 Arzt- und 365 Pflegestellen, haben aber jeweils rund 1000 Beschäftigte. Am Ellwanger Krankenhaus sind 580 Mitarbeiter angestellt.
Leistung stark verdichtet
Während Landrat Pavel deutlich machte, aus seiner Sicht sei das Personal, das man benötige, vorhanden, es herrschten an allen drei Kliniken einigermaßen vertretbare Arbeitsbedingungen und er sehe zumindest keine massiven Defizite, sprachen sowohl CDU-Fraktionsvorsitzender Peter Seyfried als auch sein Grünen-Kollege Volker Grab von einer massiven Leistungsverdichtung an den Kliniken. Dabei hänge man im Personalbudget immer noch weitgehend von den Kostenträgern und vom Gesetzgeber ab, meinte Seyfried. Grab sprach von deutlich zugenommenen Fallzahlen, die trotz kürzerer Verweildauer im Krankenhaus das Personal mehr belasteten. Weshalb Sigrid Heusel (SPD) die blanken Stellenzahlen auch für kaum aussagekräftig hielt. Ihr Fraktionskollege Gerhard Böhm befürchtete gar, angesichts kaum steigender Budgets und aktueller Tarifforderungen der Klinikärzte müsse am Ende wieder einmal das Pflegepersonal die Zeche bezahlen. Peter Mennicken (CDU) regte an, einmal die Stellenpläne der Kreiskliniken denen vergleichbarer Krankenhäuser in privater Trägerschaft gegenüberzustellen. Pavel sprach von sehr geringen Spielräumen beim gleichzeitigen Anspruch, eine wohnortnahe Versorgung auf überdurchschnittlichem Niveau zu haben. Nach unten dürfe man an der Stellenschraube aber nicht drehen. Am Ende brachte es Ursula Barth (CDU) so auf den Punkt: „Wir haben einfach zu wenig Geld, um mehr Personal bezahlen zu können.“
(Erschienen: 25.01.2012 20:45)
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