Stadtnachrichten Aalen
Güterverlagerung von der Straße auf die Schiene
Die Deutsche Bahn als Schlusslicht im Güterverkehrsverbund ist freilich politisch gewollte Realität, da die Priorität der Straße gehört. Erst ganz allmählich beginnt wieder eine Rückbesinnung, die sich Baden-Württemberg nach Aussage des stellvertretenden Vorsitzenden der Grünen-Fraktion im Landtag Andreas Schwarz nun zusätzliche 29 Millionen Euro kosten lässt. „Ein Tropfen auf den heißen Stein“, wie der Verkehrsexperte eingesteht. Dennoch sieht er darin einen ersten Schritt hin zu einer Wende, die allerdings viel Zeit in Anspruch nehmen werde, steckt doch die Bahn selbst inmitten einer unüberschaubaren Infrastrukturkrise. Weniger Lastwagen auf den Straßen und den Autobahnen, mehr Güter auf die Gleise, auch auf die der Brenz-, Rems-, Jagst- und Riesbahn schwebe der neuen Regierung vor, so der Tenor.
Die Palmsche Papierfabrik erweist sich zehn Jahre nach dem einschneidenden „Mora C“-Konzept heuer als Vorzeigebeispiel in Sachen Industriegleisanschluss. Das marktorientierte Angebot Cargo (MORA C) war 2001 als Sanierungsprogramm der Deutschen Bahn mit dem Ergebnis aufgelegt worden, alle nach Bahn-Ansicht unrentablen Gleisanschlüsse aufzugeben. Betroffen waren insbesondere Bahnkunden im ländlichen Raum. Die Papierfabrik hat sowohl in Aalen als auch in Eltmann ihre Gleisanschlüsse behalten und transportiert so rund 35000 beziehungsweise 90000 Tonnen Reststoffe in die betriebseigene Verbrennungsanlage nach Wörth. Die Abgeordneten informierten sich über dieses erfolgreiche Palm-Konzept, das auch von der Bahn wieder mit Interesse beobachtet wird.
Im Gespräch mit den Abgeordneten schilderte Diplom-Ingenieur Dirk Seidemann, stellvertretender Verbandsdirektor des Regionalverbandes Ostwürttemberg, die bahntechnische Situation der Region, nannte die derzeit gravierendsten Defizite, insbesondere im Personen- und Güterverkehr. Letzterer sei wegen Streckenüberlastung nur noch in Tagesrandlagen möglich. Eine Situation, die Dr. Palm kritisch betrachtete, denn für Unternehmen sei Verlässlichkeit und Verfügbarkeit entscheidend.
Nötig sei eine Optimierung, damit sich der Bahntransport rechne. Andreas Schwarz zog aus dem Gespräch mit den Vertretern der Papierfabrik den Schluss, dass sich eine Güterverlagerung von der Straße auf die Gleise lohne und deshalb forciert werden müsse.
(Erschienen: 11.01.2012 21:25)
Die Deutsche Bahn als Schlusslicht im Güterverkehrsverbund ist freilich politisch gewollte Realität, da die Priorität der Straße gehört. Erst ganz allmählich beginnt wieder eine Rückbesinnung, die sich Baden-Württemberg nach Aussage des stellvertretenden Vorsitzenden der Grünen-Fraktion im Landtag Andreas Schwarz nun zusätzliche 29 Millionen Euro kosten lässt. „Ein Tropfen auf den heißen Stein“, wie der Verkehrsexperte eingesteht. Dennoch sieht er darin einen ersten Schritt hin zu einer Wende, die allerdings viel Zeit in Anspruch nehmen werde, steckt doch die Bahn selbst inmitten einer unüberschaubaren Infrastrukturkrise. Weniger Lastwagen auf den Straßen und den Autobahnen, mehr Güter auf die Gleise, auch auf die der Brenz-, Rems-, Jagst- und Riesbahn schwebe der neuen Regierung vor, so der Tenor.
Die Palmsche Papierfabrik erweist sich zehn Jahre nach dem einschneidenden „Mora C“-Konzept heuer als Vorzeigebeispiel in Sachen Industriegleisanschluss. Das marktorientierte Angebot Cargo (MORA C) war 2001 als Sanierungsprogramm der Deutschen Bahn mit dem Ergebnis aufgelegt worden, alle nach Bahn-Ansicht unrentablen Gleisanschlüsse aufzugeben. Betroffen waren insbesondere Bahnkunden im ländlichen Raum. Die Papierfabrik hat sowohl in Aalen als auch in Eltmann ihre Gleisanschlüsse behalten und transportiert so rund 35000 beziehungsweise 90000 Tonnen Reststoffe in die betriebseigene Verbrennungsanlage nach Wörth. Die Abgeordneten informierten sich über dieses erfolgreiche Palm-Konzept, das auch von der Bahn wieder mit Interesse beobachtet wird.
Im Gespräch mit den Abgeordneten schilderte Diplom-Ingenieur Dirk Seidemann, stellvertretender Verbandsdirektor des Regionalverbandes Ostwürttemberg, die bahntechnische Situation der Region, nannte die derzeit gravierendsten Defizite, insbesondere im Personen- und Güterverkehr. Letzterer sei wegen Streckenüberlastung nur noch in Tagesrandlagen möglich. Eine Situation, die Dr. Palm kritisch betrachtete, denn für Unternehmen sei Verlässlichkeit und Verfügbarkeit entscheidend.
Nötig sei eine Optimierung, damit sich der Bahntransport rechne. Andreas Schwarz zog aus dem Gespräch mit den Vertretern der Papierfabrik den Schluss, dass sich eine Güterverlagerung von der Straße auf die Gleise lohne und deshalb forciert werden müsse.
(Erschienen: 11.01.2012 21:25)
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