Stadtnachrichten Aalen
Auf der Spur des antiken Verbrechens
„Die Ausstellung zeigt erstmals anhand einer Vielzahl von Exponaten, von Einbruchswerkzeugen bis zu auf Papyrus erhaltenen Gerichtsurteilen das breite Spektrum der damaligen Straftaten“, erklärt Martin Kemkes von der Außenstelle Raststatt des Archäologischen Landesmuseums Baden-Württemberg. Die Kooperation mit einigen der bedeutendsten römischen Museen in Deutschland, der Schweiz und Österreich ermögliche eine „besonders hochwertige Sonderausstellung“, so Kemkes.
Und die wird ergänzt durch Projektangebote, wie Museumsleiter Ulrich Sauerborn aufzeigte: Man kann selbst zum Falschmünzer werden, das schlangenbewehrte Haupt der Medusa nachgießen, „Fluchtäfelchen“ herstellen oder geheime Botschaften auf Papyrus schreiben. Auch in die Feriennachmittage, das Ferienprogramm und die Römertage wird die Ausstellung integriert. Das heutige europäische Rechtssystem beruht in weiten Teilen auf dem römischen Recht. Die Strafen für die Verbrecher fielen allerdings, wenn sie denn erwischt wurden, anders und häufig endgültig aus: Mörder, die römische Bürger waren, kamen in den „Vorzug“ durch die Enthauptung mit dem Schwert. Gerne ließ man Überführte auch von wilden Tieren zerreißen. Nicht selten zur Unterhaltung der schaulustigen Massen. Raub, Mord, Steuerhinterziehung – das gab es damals wie heute, zeigt die Ausstellung. Enorm groß war offenbar die Angst vor Einbrechern und Dieben. Die Häuser waren von der Straßenseite her abgeschottet, zu ihr hin waren die wenigen kleinen Fenster oft vergittert. Furchterregende Türklopfer oder das schlangenumrankte Haupt der Medusa sollten Einbrecher abschrecken, ausgeklügelte Schloss- und Schlüsselsysteme sie abhalten. Wer trotzdem Opfer eines Einbruchs oder eines anderen Verbrechens wurde, griff auch zu okkulter Hilfe: Nicht selten in Form von Bleitafeln, in die Flüche gegen die Übeltäter geritzt wurden. Einige der antiken Exponate unterscheiden sich dagegen kaum von der aktuellen Strafverfolgung: Die Handschellen sehen fast so aus wie die heutigen.
(Erschienen: 22.02.2012 20:00)
„Die Ausstellung zeigt erstmals anhand einer Vielzahl von Exponaten, von Einbruchswerkzeugen bis zu auf Papyrus erhaltenen Gerichtsurteilen das breite Spektrum der damaligen Straftaten“, erklärt Martin Kemkes von der Außenstelle Raststatt des Archäologischen Landesmuseums Baden-Württemberg. Die Kooperation mit einigen der bedeutendsten römischen Museen in Deutschland, der Schweiz und Österreich ermögliche eine „besonders hochwertige Sonderausstellung“, so Kemkes.
Und die wird ergänzt durch Projektangebote, wie Museumsleiter Ulrich Sauerborn aufzeigte: Man kann selbst zum Falschmünzer werden, das schlangenbewehrte Haupt der Medusa nachgießen, „Fluchtäfelchen“ herstellen oder geheime Botschaften auf Papyrus schreiben. Auch in die Feriennachmittage, das Ferienprogramm und die Römertage wird die Ausstellung integriert. Das heutige europäische Rechtssystem beruht in weiten Teilen auf dem römischen Recht. Die Strafen für die Verbrecher fielen allerdings, wenn sie denn erwischt wurden, anders und häufig endgültig aus: Mörder, die römische Bürger waren, kamen in den „Vorzug“ durch die Enthauptung mit dem Schwert. Gerne ließ man Überführte auch von wilden Tieren zerreißen. Nicht selten zur Unterhaltung der schaulustigen Massen. Raub, Mord, Steuerhinterziehung – das gab es damals wie heute, zeigt die Ausstellung. Enorm groß war offenbar die Angst vor Einbrechern und Dieben. Die Häuser waren von der Straßenseite her abgeschottet, zu ihr hin waren die wenigen kleinen Fenster oft vergittert. Furchterregende Türklopfer oder das schlangenumrankte Haupt der Medusa sollten Einbrecher abschrecken, ausgeklügelte Schloss- und Schlüsselsysteme sie abhalten. Wer trotzdem Opfer eines Einbruchs oder eines anderen Verbrechens wurde, griff auch zu okkulter Hilfe: Nicht selten in Form von Bleitafeln, in die Flüche gegen die Übeltäter geritzt wurden. Einige der antiken Exponate unterscheiden sich dagegen kaum von der aktuellen Strafverfolgung: Die Handschellen sehen fast so aus wie die heutigen.
(Erschienen: 22.02.2012 20:00)
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