Stadtnachrichten Aalen
„Salut Salon“ vereint Gegensätzliches

Dass dieser wahrlich Zähne hat, wer wüsste es nicht besser als Kurt Weill in seiner „Dreigroschenoper“. Aus einem Klaviergewitter schält sich – für die nachfolgenden Kompositionen beispielhaft – der Meckie-Messer-Song aus der Filmmusik vom „Weißen Hai“ und von Doldingers „Boot“ heraus. Ein Ausbund sorgsam geplanter „Spontaneität und Improvisation“ folgt. Insbesondere die Leichtigkeit des Seins macht Musikerinnen wie Zuhörern offenkundig Freude. Wenn die „Forelle“ dem „Ballett der Kücklein in ihren Eierschalen“ begegnet, darf vor lauter Schubert und Mussorgsky gelacht und gekichert werden, obwohl kurz zuvor Piazzollas „Escualo“ andächtige Stille hervorrief.
„Salut Salon“ vereint Gegensätzliches. Da steht das „Cellokonzert in e-Moll“ von Elgar gleichberechtigt neben einem verballhornten „Bruder Jakob“, da geht es vergnüglich auf eine Reise ins Reich der Mitte, an der gleich sechs abendländische Komponisten teilnehmen, denen unverhohlen indische und chinesische Weisen untergeschoben werden. So hat sicherlich noch niemand „An der schönen blauen Donau“, den „Türkischen Marsch“ beziehungsweise den „Schwanensee“ gespielt.
Mit Verve zeigen Angelika Bachmann und Iris Siegfried (beide Violine), die Cellistin Sonja Lena Schmid und Pianistin Jennifer Rüth, welch komödiantisches Potenzial in „ernster“ Musik steckt – zumindest, wenn sie mit Esprit arrangiert, virtuos wie unbeschwert gespielt wird. Nahezu 50 Kompositionen erklingen mehr oder weniger vollständig, aber immer subtil wie launig, wobei Trommeln mit Highheels, Zwitschern mit Stimmblatt, Cello und Geigen das gleiche Vergnügen bereiten wie das genießerische Kratzen und Knarren auf dem Korpus der Violine mittels Bogenhaare. Da muss sich kein Klassikfan mit Schaudern abwenden, denn „Salut Salon“ beweist vergnügliche Eloquenz im Umgang mit Traditionellem.
(Erschienen: 24.11.2011 21:00)

Dass dieser wahrlich Zähne hat, wer wüsste es nicht besser als Kurt Weill in seiner „Dreigroschenoper“. Aus einem Klaviergewitter schält sich – für die nachfolgenden Kompositionen beispielhaft – der Meckie-Messer-Song aus der Filmmusik vom „Weißen Hai“ und von Doldingers „Boot“ heraus. Ein Ausbund sorgsam geplanter „Spontaneität und Improvisation“ folgt. Insbesondere die Leichtigkeit des Seins macht Musikerinnen wie Zuhörern offenkundig Freude. Wenn die „Forelle“ dem „Ballett der Kücklein in ihren Eierschalen“ begegnet, darf vor lauter Schubert und Mussorgsky gelacht und gekichert werden, obwohl kurz zuvor Piazzollas „Escualo“ andächtige Stille hervorrief.
„Salut Salon“ vereint Gegensätzliches. Da steht das „Cellokonzert in e-Moll“ von Elgar gleichberechtigt neben einem verballhornten „Bruder Jakob“, da geht es vergnüglich auf eine Reise ins Reich der Mitte, an der gleich sechs abendländische Komponisten teilnehmen, denen unverhohlen indische und chinesische Weisen untergeschoben werden. So hat sicherlich noch niemand „An der schönen blauen Donau“, den „Türkischen Marsch“ beziehungsweise den „Schwanensee“ gespielt.
Mit Verve zeigen Angelika Bachmann und Iris Siegfried (beide Violine), die Cellistin Sonja Lena Schmid und Pianistin Jennifer Rüth, welch komödiantisches Potenzial in „ernster“ Musik steckt – zumindest, wenn sie mit Esprit arrangiert, virtuos wie unbeschwert gespielt wird. Nahezu 50 Kompositionen erklingen mehr oder weniger vollständig, aber immer subtil wie launig, wobei Trommeln mit Highheels, Zwitschern mit Stimmblatt, Cello und Geigen das gleiche Vergnügen bereiten wie das genießerische Kratzen und Knarren auf dem Korpus der Violine mittels Bogenhaare. Da muss sich kein Klassikfan mit Schaudern abwenden, denn „Salut Salon“ beweist vergnügliche Eloquenz im Umgang mit Traditionellem.
(Erschienen: 24.11.2011 21:00)
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