Weingarten Nachrichten
Zum Abschied kam die Bildungsministerin

Von unserer Redakteurin Daniela Transiskus
Es wäre so schön gewesen, Schillers „Kabale und Liebe“ am letzten Spieltag noch einmal unter freiem Himmel wirken lassen – aber daraus wurde nichts. Pünktlich zum Spielbeginn kam er Regen, so dass die Aufführung in den Regenspielort verlegt wurde. Mitten ins „Wo spielen wir?“-Chaos platzte die Nachricht: Die Frau Ministerin ist im Anmarsch. Zwar hatte Geschäftsführer Rainer Beck gewusst, dass deren Nichte Marielle Schavan Ensemblemitglied ist. Dass die aber zur Abschlussveranstaltung ihre prominente Tante und die Oma einladen würde, hatte keiner geahnt.
Der zufällig anwesende städtische Verwaltungsdezernent Günter Staud sprang ein, begrüßte die Ministerin angemessen – und los ging’s. „Das Stück fand eine überaus positive Resonanz in der oberschwäbischen Kulturszene und auch bei Ministerin Schavan“, so Beck, nachdem der letzte Vorhang gefallen war.
Nicht ganz so euphorisch gab sich Regisseur Klaus Wagner. „Wenn ich zufrieden bin, bin ich tot“, so der 80-Jährige zur SZ. „Ich finde in jeder Vorführung etwas, das noch besser sein könnte.“ Allerdings gab auch er zu, dass die Aufführungen heuer „sehr gelungen“ gewesen seien – „auch, weil die Rollen haargenau richtig besetzt werden konnten“. Zudem sei es dem Stück auch nicht abträglich gewesen, dass vier der zwölf Aufführungen im Regenspielort stattfinden mussten.
Generell war der Regen der Freiluft-Saison heuer aber durchaus abträglich. Die Witterung sowohl zu Beginn des Kartenvorverkaufs als auch während der Spielzeit selbst sei „wahrlich keine Werbung für Theatervergnügen unter oberschwäbischem Himmel gewesen“, so Beck. Und nicht nur „Kabale und Liebe“ litt. Auch „Schnüffler, Sex und schöne Frauen“ am Schlössle musste zwei Mal in die „Linse“ ziehen.
Mit rund 6500 Besuchern (etwa 500 weniger als 2009) war Festspiel-Leiter Beck trotzdem zufrieden. „Wir hatten hervorragende Inszenierungen, begeisterte Zuschauer, und auch organisatorisch hat alles geklappt – damit ist dieses Festspieljahr trotz Regens ein gelungenes Jahr für die Klosterfestspiele“, so Beck.
So darf’s gern weitergehen. „OB Markus Ewald und Rainer Beck haben mir schon signalisiert, sie wollen die Klosterfestspiele nächstes Jahr wieder haben“, sagt Wagner, der sich auch wieder als Regisseur zur Verfügung stellen würde. „Vorausgesetzt der liebe Gott meint es gesundheitlich weiterhin gut mit mir“. Anfang Oktober will er sich mit den Verantwortlichen zusammensetzen und überlegen, welches Stück 2011 gespielt werden könnte. „Ideen habe ich schon einige“, so der Theater-Veteran. Ab November/Dezember werde mit der Suche nach geeigneten Schauspielern begonnen, und die Proben werden im Juli starten. Das Resultat der langen Vorlaufphase gibt’s dann im August zu sehen – hoffentlich bei Traumwetter. Und vielleicht schaut ja auch die Ministerin wieder für einen Abend vorbei…
(Erschienen: 30.08.2010 15:10)

Von unserer Redakteurin Daniela Transiskus
Es wäre so schön gewesen, Schillers „Kabale und Liebe“ am letzten Spieltag noch einmal unter freiem Himmel wirken lassen – aber daraus wurde nichts. Pünktlich zum Spielbeginn kam er Regen, so dass die Aufführung in den Regenspielort verlegt wurde. Mitten ins „Wo spielen wir?“-Chaos platzte die Nachricht: Die Frau Ministerin ist im Anmarsch. Zwar hatte Geschäftsführer Rainer Beck gewusst, dass deren Nichte Marielle Schavan Ensemblemitglied ist. Dass die aber zur Abschlussveranstaltung ihre prominente Tante und die Oma einladen würde, hatte keiner geahnt.
Der zufällig anwesende städtische Verwaltungsdezernent Günter Staud sprang ein, begrüßte die Ministerin angemessen – und los ging’s. „Das Stück fand eine überaus positive Resonanz in der oberschwäbischen Kulturszene und auch bei Ministerin Schavan“, so Beck, nachdem der letzte Vorhang gefallen war.
Nicht ganz so euphorisch gab sich Regisseur Klaus Wagner. „Wenn ich zufrieden bin, bin ich tot“, so der 80-Jährige zur SZ. „Ich finde in jeder Vorführung etwas, das noch besser sein könnte.“ Allerdings gab auch er zu, dass die Aufführungen heuer „sehr gelungen“ gewesen seien – „auch, weil die Rollen haargenau richtig besetzt werden konnten“. Zudem sei es dem Stück auch nicht abträglich gewesen, dass vier der zwölf Aufführungen im Regenspielort stattfinden mussten.
Generell war der Regen der Freiluft-Saison heuer aber durchaus abträglich. Die Witterung sowohl zu Beginn des Kartenvorverkaufs als auch während der Spielzeit selbst sei „wahrlich keine Werbung für Theatervergnügen unter oberschwäbischem Himmel gewesen“, so Beck. Und nicht nur „Kabale und Liebe“ litt. Auch „Schnüffler, Sex und schöne Frauen“ am Schlössle musste zwei Mal in die „Linse“ ziehen.
Mit rund 6500 Besuchern (etwa 500 weniger als 2009) war Festspiel-Leiter Beck trotzdem zufrieden. „Wir hatten hervorragende Inszenierungen, begeisterte Zuschauer, und auch organisatorisch hat alles geklappt – damit ist dieses Festspieljahr trotz Regens ein gelungenes Jahr für die Klosterfestspiele“, so Beck.
So darf’s gern weitergehen. „OB Markus Ewald und Rainer Beck haben mir schon signalisiert, sie wollen die Klosterfestspiele nächstes Jahr wieder haben“, sagt Wagner, der sich auch wieder als Regisseur zur Verfügung stellen würde. „Vorausgesetzt der liebe Gott meint es gesundheitlich weiterhin gut mit mir“. Anfang Oktober will er sich mit den Verantwortlichen zusammensetzen und überlegen, welches Stück 2011 gespielt werden könnte. „Ideen habe ich schon einige“, so der Theater-Veteran. Ab November/Dezember werde mit der Suche nach geeigneten Schauspielern begonnen, und die Proben werden im Juli starten. Das Resultat der langen Vorlaufphase gibt’s dann im August zu sehen – hoffentlich bei Traumwetter. Und vielleicht schaut ja auch die Ministerin wieder für einen Abend vorbei…
(Erschienen: 30.08.2010 15:10)

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