Ravensburg Stadtnachrichten
Zwangspause für „Ravensburg spielt“?
Von unserem Redakteur Bernd Adler
Viele von den Bürgern in den vergangenen Jahren liebgewonnene Leistungen der Stadt stehen angesichts der kommunalen Finanzkrise auf dem Prüfstand. Betroffen ist buchstäblich jeder Bürger Ravensburgs – nicht zuletzt durch die Erhöhung der Grundsteuer B, die nicht nur Hausbesitzer trifft, sondern sich auch auf die Höhe der Mieten in der Stadt niederschlagen wird.
Doch neben dem am Montag beschlossenen Sparpaket (die SZ berichtete gestern), dem am 3. Mai noch der Gemeinderat zustimmen muss, sind weitere Vorschläge vonseiten der Stadtverwaltung und vonseiten der Gemeinderatsfraktionen in der Diskussion. Dazu gehört der Vorstoß der SPD, neben der Grundsteuer B auch die Grundsteuer A (für land- und forstwirtschaftliche Betriebe) zu erhöhen ebenso wie der Vorschlag, das Amtsblatt der Ravensburger Ortschaften nicht mehr kostenlos an alle Haushalte zu verteilen – was Mehreinnahmen von 50 000 Euro bringen würde. Die Ortschaften wehren sich dagegen.
Für Zündstoff dürften auch weitere Vorschläge sorgen, mit denen die Stadt ihre Einnahmesituation verbessern könnte. Diskutiert wird zum Beispiel über die Einführung weiterer Parkgebühren. Wird diese Idee realisiert, könnte das freie Parken am Flappachbad wie auch in weiten Teilen der Nordstadt bald vorbei sein. Für die Nordstadt liegt der Vorschlag auf dem Tisch, auf dem Kuppelnauplatz sowie rund um die Oberschwaben- und Eislaufhalle Parkgebühren einzuführen.
Bei den Überlegungen, wie der städtische Haushalt dauerhaft wieder ins Lot gebracht werden kann, gibt es keine Tabus. So wird auch darüber nachgedacht, „Ravensburg spielt“ nicht mehr jährlich, sondern nur noch alle zwei Jahre zu veranstalten. Auch die Rutenfestkommission soll nicht ungeschoren davon kommen; weitere Zuschusskürzungen für das Ravensburger Heimatfest sind in der Debatte.
Auch auf den ersten Blick ungewöhnlich erscheinende Sparvorschläge werden diskutiert. So gibt es die Idee, die Namensrechte an der Ravensburger Kletterhalle und der Eislaufhalle an Firmen zu verkaufen – nach dem Vorbild der Münchener Allianz-Arena. Auch die Unterstützung der Aktion „Ravensburg macht Sinn“ soll geprüft werden, die Freien Wähler verlangen einen Stopp der Förderung. Geht es nach den Freien Wählern, so soll die Stadt zudem aus der Wertstoffentsorgung über die RAWEG-Säcke aussteigen und diese Leistungen selbst ausschreiben. Auch die Abschaffung des verbilligten Einzelfahrscheins in Bussen am Samstag steht auf der möglichen Streichliste.
Hallen GmbH zerschlagen?
Weitere Sparideen sind unter anderem die Auflösung und der Verkauf der Stadtgärtnerei, die Zerschlagung der defizitären Oberschwabenhallen GmbH, die Integration der Eishalle in die Stadtwerke, der Verkauf der Oberschwabenhalle sowie der Verzicht auf Warmbadetage in allen Hallenbädern der Stadt und der Ortschaften.
(Erschienen: 28.04.2010 15:30)
Von unserem Redakteur Bernd Adler
Viele von den Bürgern in den vergangenen Jahren liebgewonnene Leistungen der Stadt stehen angesichts der kommunalen Finanzkrise auf dem Prüfstand. Betroffen ist buchstäblich jeder Bürger Ravensburgs – nicht zuletzt durch die Erhöhung der Grundsteuer B, die nicht nur Hausbesitzer trifft, sondern sich auch auf die Höhe der Mieten in der Stadt niederschlagen wird.
Doch neben dem am Montag beschlossenen Sparpaket (die SZ berichtete gestern), dem am 3. Mai noch der Gemeinderat zustimmen muss, sind weitere Vorschläge vonseiten der Stadtverwaltung und vonseiten der Gemeinderatsfraktionen in der Diskussion. Dazu gehört der Vorstoß der SPD, neben der Grundsteuer B auch die Grundsteuer A (für land- und forstwirtschaftliche Betriebe) zu erhöhen ebenso wie der Vorschlag, das Amtsblatt der Ravensburger Ortschaften nicht mehr kostenlos an alle Haushalte zu verteilen – was Mehreinnahmen von 50 000 Euro bringen würde. Die Ortschaften wehren sich dagegen.
Für Zündstoff dürften auch weitere Vorschläge sorgen, mit denen die Stadt ihre Einnahmesituation verbessern könnte. Diskutiert wird zum Beispiel über die Einführung weiterer Parkgebühren. Wird diese Idee realisiert, könnte das freie Parken am Flappachbad wie auch in weiten Teilen der Nordstadt bald vorbei sein. Für die Nordstadt liegt der Vorschlag auf dem Tisch, auf dem Kuppelnauplatz sowie rund um die Oberschwaben- und Eislaufhalle Parkgebühren einzuführen.
Bei den Überlegungen, wie der städtische Haushalt dauerhaft wieder ins Lot gebracht werden kann, gibt es keine Tabus. So wird auch darüber nachgedacht, „Ravensburg spielt“ nicht mehr jährlich, sondern nur noch alle zwei Jahre zu veranstalten. Auch die Rutenfestkommission soll nicht ungeschoren davon kommen; weitere Zuschusskürzungen für das Ravensburger Heimatfest sind in der Debatte.
Auch auf den ersten Blick ungewöhnlich erscheinende Sparvorschläge werden diskutiert. So gibt es die Idee, die Namensrechte an der Ravensburger Kletterhalle und der Eislaufhalle an Firmen zu verkaufen – nach dem Vorbild der Münchener Allianz-Arena. Auch die Unterstützung der Aktion „Ravensburg macht Sinn“ soll geprüft werden, die Freien Wähler verlangen einen Stopp der Förderung. Geht es nach den Freien Wählern, so soll die Stadt zudem aus der Wertstoffentsorgung über die RAWEG-Säcke aussteigen und diese Leistungen selbst ausschreiben. Auch die Abschaffung des verbilligten Einzelfahrscheins in Bussen am Samstag steht auf der möglichen Streichliste.
Hallen GmbH zerschlagen?
Weitere Sparideen sind unter anderem die Auflösung und der Verkauf der Stadtgärtnerei, die Zerschlagung der defizitären Oberschwabenhallen GmbH, die Integration der Eishalle in die Stadtwerke, der Verkauf der Oberschwabenhalle sowie der Verzicht auf Warmbadetage in allen Hallenbädern der Stadt und der Ortschaften.
(Erschienen: 28.04.2010 15:30)






































