Ravensburg Stadtnachrichten
UFO-Alarm: Himmelslaternen könnten Erklärung sein
Von unserem Redakteur Bernd Adler
Der Ravensburger Jürgen Bretzinger ist Regisseur und Stadtrat, zwar humorbegabt, aber dennoch ein ernst zu nehmender Zeitgenosse. „Zum Glück war ich nicht allein, das würde mir keiner glauben“, sagt er über seine Beobachtungen in der Nacht zum vergangenen Sonntag. Beobachtungen, die ihn immerhin dazu bewegten, die Polizei anzurufen, einfach, weil er wissen wollte was da los war im Himmel über dem nächtlichen Ravensburg.
Was war passiert? Bretzinger saß mit seiner Frau und einer Freundin zusammen, „nicht angetrunken und auch nicht unter Einfluss anderer Drogen“, wie er betont, als er gegen 22.40 Uhr von seiner Wohnung in der Marktstraße aus plötzlich mehrere „leuchtende Teile“ am Nachthimmel fliegen sah. Die unbekannten Flugobjekte, zwischen fünf und acht an der Zahl, leuchteten wie Sterne, schossen aber mit hoher Geschwindigkeit horizontal über die Altstadt, um nach wenigen Minuten im Himmel über dem Bodensee zu verschwinden. Was konnte das sein? Der Flughafen Friedrichshafen war wegen der isländischen Vulkanasche gesperrt, also grübelte Jürgen Bretzinger über Weltraumschrott oder Satellitenteile nach, die vom Himmel fielen – und rief die Polizei.
Auf 23.07 Uhr wird Bretzingers Anruf bei der Ravensburger Polizei dokumentiert. Und die Beamten werden auch aktiv, wie Sonja Saur von der Pressestelle der Polizeidirektion Ravensburg der SZ berichtet. Die Polizisten nehmen umgehend Kontakt mit den Kollegen am See auf, doch dort sind keinerlei UFOs gesehen worden. Auch Anrufe beim nahe gelegenen Flughafen in Frauenfeld (Schweiz) und bei der Flugsicherung in Friedrichshafen bringen keine Erkenntnisse. Niemand hat etwas mitbekommen.
Doch die drei Ravensburger aus der Marktstraße bleiben dennoch nicht die einzigen Zeugen des Schauspiels am Ravensburger Nachthimmel. Gleich mehrere Menschen aus der Türmestadt wenden sich an die Bad Schussenrieder Wetterwarte Süd, weil sie die schnell fliegenden Sternenpunkte für ein Wetterphänomen halten. Roland Roth, Chef der Wetterwarte, hat keine meteorolgische Erklärung für die Beobachtungen, aber eine andere: Himmelslaternen.
Die Himmelslaterne, andere nennen sie Sky-, Glücks-, Wunsch- oder Kong-Ming-Laterne, ist ein Leichtbau-Lampion, der einer nach unten offenen Papiertüte mit dünnem Rahmen ähnelt. Eine kleine Flamme beleuchtet die Laterne und lässt sie nach dem Prinzip eines Heißluftballons aufsteigen. Durch das dünne Seidenpapier ist die Lampe hell und kann kilometerweit strahlen. Während ihrer Brenndauer, die bis zu 20 Minuten sein kann, erreicht die Himmelslaterne bis zu 400 Meter Höhenmeter. Gerät sie in einen entsprechenden Wind, kann sie sehr schnell werden und Strecken von vielen Kilometern zurücklegen.
Für Roland Roth ist die Himmelslaterne die plausibelste Erklärung für das nächtliche Phänomen über Ravensburg, auch wenn er einräumt, dass die von Jürgen Bretzinger beschriebene extrem hohe Fluggeschwindigkeit der Objekte dagegen spricht. Zudem seien die Himmelslaternen in Baden-Württemberg verboten, weil sie unter anderem den bodennahen Flugzeugverkehr stören könnten.
Nicht zuletzt haben Himmelslaternen in der jüngsten Vergangenheit mehrfach dazu geführt, dass Menschen Angst bekamen, dass es sich bei den unbekannten Flugobjekten um Außerirdische handeln könnte.
(Erschienen: 20.04.2010 22:25)
Von unserem Redakteur Bernd Adler
Der Ravensburger Jürgen Bretzinger ist Regisseur und Stadtrat, zwar humorbegabt, aber dennoch ein ernst zu nehmender Zeitgenosse. „Zum Glück war ich nicht allein, das würde mir keiner glauben“, sagt er über seine Beobachtungen in der Nacht zum vergangenen Sonntag. Beobachtungen, die ihn immerhin dazu bewegten, die Polizei anzurufen, einfach, weil er wissen wollte was da los war im Himmel über dem nächtlichen Ravensburg.
Was war passiert? Bretzinger saß mit seiner Frau und einer Freundin zusammen, „nicht angetrunken und auch nicht unter Einfluss anderer Drogen“, wie er betont, als er gegen 22.40 Uhr von seiner Wohnung in der Marktstraße aus plötzlich mehrere „leuchtende Teile“ am Nachthimmel fliegen sah. Die unbekannten Flugobjekte, zwischen fünf und acht an der Zahl, leuchteten wie Sterne, schossen aber mit hoher Geschwindigkeit horizontal über die Altstadt, um nach wenigen Minuten im Himmel über dem Bodensee zu verschwinden. Was konnte das sein? Der Flughafen Friedrichshafen war wegen der isländischen Vulkanasche gesperrt, also grübelte Jürgen Bretzinger über Weltraumschrott oder Satellitenteile nach, die vom Himmel fielen – und rief die Polizei.
Auf 23.07 Uhr wird Bretzingers Anruf bei der Ravensburger Polizei dokumentiert. Und die Beamten werden auch aktiv, wie Sonja Saur von der Pressestelle der Polizeidirektion Ravensburg der SZ berichtet. Die Polizisten nehmen umgehend Kontakt mit den Kollegen am See auf, doch dort sind keinerlei UFOs gesehen worden. Auch Anrufe beim nahe gelegenen Flughafen in Frauenfeld (Schweiz) und bei der Flugsicherung in Friedrichshafen bringen keine Erkenntnisse. Niemand hat etwas mitbekommen.
Doch die drei Ravensburger aus der Marktstraße bleiben dennoch nicht die einzigen Zeugen des Schauspiels am Ravensburger Nachthimmel. Gleich mehrere Menschen aus der Türmestadt wenden sich an die Bad Schussenrieder Wetterwarte Süd, weil sie die schnell fliegenden Sternenpunkte für ein Wetterphänomen halten. Roland Roth, Chef der Wetterwarte, hat keine meteorolgische Erklärung für die Beobachtungen, aber eine andere: Himmelslaternen.
Die Himmelslaterne, andere nennen sie Sky-, Glücks-, Wunsch- oder Kong-Ming-Laterne, ist ein Leichtbau-Lampion, der einer nach unten offenen Papiertüte mit dünnem Rahmen ähnelt. Eine kleine Flamme beleuchtet die Laterne und lässt sie nach dem Prinzip eines Heißluftballons aufsteigen. Durch das dünne Seidenpapier ist die Lampe hell und kann kilometerweit strahlen. Während ihrer Brenndauer, die bis zu 20 Minuten sein kann, erreicht die Himmelslaterne bis zu 400 Meter Höhenmeter. Gerät sie in einen entsprechenden Wind, kann sie sehr schnell werden und Strecken von vielen Kilometern zurücklegen.
Für Roland Roth ist die Himmelslaterne die plausibelste Erklärung für das nächtliche Phänomen über Ravensburg, auch wenn er einräumt, dass die von Jürgen Bretzinger beschriebene extrem hohe Fluggeschwindigkeit der Objekte dagegen spricht. Zudem seien die Himmelslaternen in Baden-Württemberg verboten, weil sie unter anderem den bodennahen Flugzeugverkehr stören könnten.
Nicht zuletzt haben Himmelslaternen in der jüngsten Vergangenheit mehrfach dazu geführt, dass Menschen Angst bekamen, dass es sich bei den unbekannten Flugobjekten um Außerirdische handeln könnte.
(Erschienen: 20.04.2010 22:25)
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