Ravensburg Stadtnachrichten
Studie zeigt großen Bedarf für eine Gemeinschaftsschule
Mit Ausnahme von St. Konrad, Klösterle und Werkrealschule Neuwiesen haben alle Ravensburger Schulen die Befragung unterstützt. 5200 Erhebungsbögen wurden verteilt, der Rücklauf war sehr hoch, er lag bei zwei Dritteln. Wissenschaftlich unterstützt wurde die Befragung und Auswertung von Professor Dr. Diemut Kucharz (früher Pädagogische Hochschule Weingarten, jetzt Goethe-Universität Frankfurt).
Ziel der Umfrage war, die Schulzufriedenheit der Eltern und Wünsche nach Verbesserungen abzufragen. Nach Aussage von Professor Kucharz ist das vorliegende Ergebnis repräsentativ - sowohl in Bezug auf die Anzahl der Befragten, die Familiengrößen, die Geschlechterverteilung und die Herkunft. Knapp ein Viertel der befragten Eltern haben einen Migrationshintergrund. Die einzige Unschärfe könnte sein, dass die Eltern, die Antworten gaben, etwas höhere Bildungsabschlüsse haben als der Bevölkerungsschnitt.
Zwar sind die Eltern mehrheitlich mit den Schulen ihrer Kinder zufrieden, formulieren aber dennoch ausgeprägte Anforderungen an die „ideale Schule“. An dieser sollten Lehrer genug Zeit haben, um die Schüler zu begleiten und zu unterstützen. Die Schule sollte Werte wie Menschlichkeit und Verantwortung vermitteln und vorleben. An dieser Schule sollten die Ziele der Bildungspläne erfüllt werden, dennoch viel Zeit für Bewegung, Spiel und Sport sowie musische Bereiche bleiben. Die „ideale Schule“ sollte mehr lebenspraktische Dinge vermitteln, sie sollte nah und nicht zu groß sein und Lehrer, Sozialpädagogen und Psychologen sollten als Team arbeiten. Zwischen 70 und 95 Prozent aller Eltern formulierten diese Wünsche.
Nicht ganz so hoch ist die Zustimmung für das gemeinsame längere Lernen. Dennoch würden 46 Prozent aller Eltern für ihren Nachwuchs gerne „eine Schule wählen, in der Kinder von Klasse 1 bis Klasse 10 gemeinsam unterrichtet werden, wenn individuelle Förderung gewährleistet ist, unabhängig von der Grundschulempfehlung“.
Interesse an Gemeinschaftsschule
Nach Aussage von Professor Kucharz unterscheiden sich die Eltern, die gemeinsames längeres Lernen wünschen, weder in Herkunft und Bildungsniveau noch in der Schulart, die ihre Kinder besuchen: „Das bedeutet für die diskutierte Einrichtung einer Gemeinschaftsschule, dass es ausreichend Kinder für eine solche Schule in Ravensburg gibt und dass mit einer guten Mischung innerhalb der Schule und in den Klassen zu rechnen wäre.“
Laut Umfrageergebnis würden 769 Ravensburger Kinder nach dem Wunsch ihrer Eltern „auf jeden Fall“ eine Gemeinschaftsschule besuchen, für weitere 787 Kinder kommt diese zumindest infrage.
Wie Diemut Kucharz betont, sind die Ergebnisse der Elternbefragung wissenschaftlich nicht anzuzweifeln. Denn es wurde nicht mit Fragen gearbeitet, die in irgendeine Richtung tendieren könnten, sondern mit Aussagen, die die Eltern bewerten konnten.
Die negativsten Bewertungen der derzeitigen Schulsituation gab es für die Bereiche Chancengleichheit, optimale Förderung schwacher wie starker Schüler und die Trennung der Kinder nach Klasse 4.
(Erschienen: 18.11.2011 09:55)
Mit Ausnahme von St. Konrad, Klösterle und Werkrealschule Neuwiesen haben alle Ravensburger Schulen die Befragung unterstützt. 5200 Erhebungsbögen wurden verteilt, der Rücklauf war sehr hoch, er lag bei zwei Dritteln. Wissenschaftlich unterstützt wurde die Befragung und Auswertung von Professor Dr. Diemut Kucharz (früher Pädagogische Hochschule Weingarten, jetzt Goethe-Universität Frankfurt).
Ziel der Umfrage war, die Schulzufriedenheit der Eltern und Wünsche nach Verbesserungen abzufragen. Nach Aussage von Professor Kucharz ist das vorliegende Ergebnis repräsentativ - sowohl in Bezug auf die Anzahl der Befragten, die Familiengrößen, die Geschlechterverteilung und die Herkunft. Knapp ein Viertel der befragten Eltern haben einen Migrationshintergrund. Die einzige Unschärfe könnte sein, dass die Eltern, die Antworten gaben, etwas höhere Bildungsabschlüsse haben als der Bevölkerungsschnitt.
Zwar sind die Eltern mehrheitlich mit den Schulen ihrer Kinder zufrieden, formulieren aber dennoch ausgeprägte Anforderungen an die „ideale Schule“. An dieser sollten Lehrer genug Zeit haben, um die Schüler zu begleiten und zu unterstützen. Die Schule sollte Werte wie Menschlichkeit und Verantwortung vermitteln und vorleben. An dieser Schule sollten die Ziele der Bildungspläne erfüllt werden, dennoch viel Zeit für Bewegung, Spiel und Sport sowie musische Bereiche bleiben. Die „ideale Schule“ sollte mehr lebenspraktische Dinge vermitteln, sie sollte nah und nicht zu groß sein und Lehrer, Sozialpädagogen und Psychologen sollten als Team arbeiten. Zwischen 70 und 95 Prozent aller Eltern formulierten diese Wünsche.
Nicht ganz so hoch ist die Zustimmung für das gemeinsame längere Lernen. Dennoch würden 46 Prozent aller Eltern für ihren Nachwuchs gerne „eine Schule wählen, in der Kinder von Klasse 1 bis Klasse 10 gemeinsam unterrichtet werden, wenn individuelle Förderung gewährleistet ist, unabhängig von der Grundschulempfehlung“.
Interesse an Gemeinschaftsschule
Nach Aussage von Professor Kucharz unterscheiden sich die Eltern, die gemeinsames längeres Lernen wünschen, weder in Herkunft und Bildungsniveau noch in der Schulart, die ihre Kinder besuchen: „Das bedeutet für die diskutierte Einrichtung einer Gemeinschaftsschule, dass es ausreichend Kinder für eine solche Schule in Ravensburg gibt und dass mit einer guten Mischung innerhalb der Schule und in den Klassen zu rechnen wäre.“
Laut Umfrageergebnis würden 769 Ravensburger Kinder nach dem Wunsch ihrer Eltern „auf jeden Fall“ eine Gemeinschaftsschule besuchen, für weitere 787 Kinder kommt diese zumindest infrage.
Wie Diemut Kucharz betont, sind die Ergebnisse der Elternbefragung wissenschaftlich nicht anzuzweifeln. Denn es wurde nicht mit Fragen gearbeitet, die in irgendeine Richtung tendieren könnten, sondern mit Aussagen, die die Eltern bewerten konnten.
Die negativsten Bewertungen der derzeitigen Schulsituation gab es für die Bereiche Chancengleichheit, optimale Förderung schwacher wie starker Schüler und die Trennung der Kinder nach Klasse 4.
(Erschienen: 18.11.2011 09:55)







































