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Schellinski: „Und der Winter schlicht ums Hus“

Das Vorarlberger Trio Schellinski gastierte mit Liedern aus ihrem neuen Album in der Zehntscheuer

Von Katrin Seglitz

ravensburg Sie haben auch einen Wintersong gesungen, die Schellinskis aus Vorarlberg, darin heißt es: „Schnee liegt auf der Straßn und der Winter schlicht ums Hus.“ Und weil der Winter so gemein kalt um die Häuser geschlichen ist, war am Samstagabend wenig Andrang in der Zehntscheuer. Bei minus zwanzig Grad bleibt man lieber hinter dem Ofen hocken, denn wenn man vor die Tür geht, läuft man Gefahr, dass die Kälte einem den Atem nimmt. So fand das Konzert in intimer Atmosphäre statt, nur die Unerschrockenen waren gekommen, die Kältebeständigen, Zehntscheuerfans und Schellinski-Anhänger. Diejenigen, die noch keine Schellinskianhänger waren, sind an diesem Abend zu Schellinskianhängern geworden. Je länger sie spielten, desto mehr hörte man sich ein in die Vorarlberger Mundart, die zu den alemannischen Dialekten zählt und verwandt ist mit dem Schwyzerdütsch, aber keineswegs nach Wien klingt. Und das, was die drei machen, ist auch kein Wiener Schmäh, wie es in der Ankündigung hieß, sondern entspannter Mundart-Folk.

Viele Liebeslieder im Programm

„Moatlaschmecker“ heißt ihr neues Album, und wenn Moatlaschmecker eine Vorarlberger Abwandlung vom alemannischen Maidlischmecker ist, dann handelt es sich bei den Liedern der Schellinskis um Jungs, die Mädchen mögen und um Männer, die dem weiblichen Geschlecht zugetan sind. Tatsächlich haben die Schellinskis aus Vorarlberg vor allem Liebeslieder in der Zehntscheuer gesungen, aber nicht nur. Wenn ein Liebeslied kam, wurde die Herzlampe angeknipst, und dann sang Bernie Weber ein Vorliebeslied oder Nachliebeslied oder ein hundertprozentiges Vollliebeslied, begleitet von Roman Lorenz und Walter Schuler.

Eins der ersten Liebeslieder, die der Bernie Weber sang, handelte von der Marie, die mit ihrem Schatz am liebsten zusammen duscht. Da heißt es dann: „Es git nüt Schönnrs, as wie mit am Schatz i da Brause stoh und wenn dänn s Wassr übers schönschte Toal von dinem Schätzle rinnt und luschtig uf sine Fäß abe tropft. Wem des net gfallt, der spinnt.“ Charmant auch die Sprachenmelange im Vorliebeslied „Donne-moi une chance!“: „Oh baby please donne-moi une chance, stay with me if you can toute la nuit.

Kuscht zrank, gots dr guat, woascht eh was i moan, I love you si fort can’t you see.” Und man versteht so ungefähr alles bis auf „Kuscht zrank”, was Vorarlberger Mundart ist und bedeutet: Kommst du zu Rande. Mit dem Publikum diskutierte Bernie Weber über die Frage, wie man „Wuist a Detschn?“ übersetzen könnte, eine Frau spontan: „Das ist a Backana.“

Die Schellinskis haben ihre Lehrjahre hinter sich gebracht als Mitglieder der Band „Twist of Fate“, sie sangen ausschließlich Englisch und hätten als Geburtsort lieber New York angegeben als Altach oder Hohenems, wie Weber gestand. Aber als Schellinskis entdeckten sie ihre Muttersprache. Mit Sicherheit haben die Texte gewonnen, das Publikum hatte seine Freude an den Liedern, die von hintergründigem Witz und Assoziationslust zeugten.

(Erschienen: 05.02.2012 16:50)

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