Ravensburg Stadtnachrichten
Modellschule: Eltern sollen ihre Meinung sagen
Wie mehrfach berichtet, hat der Ravensburger Gemeinderat im vergangenen Jahr die Einführung sogenannter Werkrealschulen mit knapper Mehrheit abgelehnt und stattdessen beschlossen, die Grundlagen für eine Modellschule für längeres gemeinsames Lernen zu erarbeiten (siehe grauer Kasten). Diese Vorarbeiten laufen derzeit in erster Linie im Beirat für Schulentwicklungsplanung, der bis Anfang 2011 erste Ergebnisse vorlegen will. Mitglied des Schulentwicklungsbeirats ist seit Mai auch der Agenda-Arbeitskreis „Schule neu denken“, der bereits zuvor einen Fragebogen entwickelt hatte, mit dem die Schulzufriedenheit und die Erwartungen an eine neue Modellschule abgefragt werden sollte – bei den Eltern. Den Agenda-Aktiven war es nämlich von Anfang an wichtig, dass es in Sachen Bildungspolitik keine weitere Reform „von oben“ gibt, sondern dass die direkt Betroffenen selbst mitreden können.
Der Fragebogen hat inzwischen auch vom Beirat für Schulentwicklungsplanung seinen Segen und soll noch vor Weihnachten an alle Eltern gehen, die Schulkinder der Klassen 1 bis 8 haben – egal an welcher Schule die sind. Eine Hürde ist aber noch zu nehmen: Am 16. November tagt die Ravensburger Gesamtschulleiterkonferenz, bei der die Rektoren zustimmen müssen, dass an ihrer Schule diese Fragebogenaktion laufen darf. Gerüchten zufolge gibt es von einigen Gymnasien-Leiter Vorbehalte gegen die Elternbefragung.
Für die Aktiven des Arbeitskreises „Schule neu denken“ ist der Fragebogen für die weitere Vorbereitung einer Modellschule neuen Typs unabdingbar. „Wir sind der Meinung, dass die Einschätzungen, Erfahrungen und Meinungen der Eltern als Grundlage für die Entwicklung des Modellschulkonzepts dienen sollen“, sagt Brigitte Mehl-Wiesmüller. Sie hofft daher, dass möglichst viele Eltern an der Fragebogenaktion teilnehmen. Um möglichst viele Haushalte zu erreichen, wird der Fragebogen momentan ins Türkische und ins Russische übersetzt.
Der Fragebogen wird wissenschaftlich begleitet und von der PH Weingarten unterstützt. Er ist völlig anonym, das Ausfüllen dauert rund 30 Minuten. Auf sechs Seiten fragt er die Meinung der Eltern ab. Die Fragen sind ganz unterschiedlich. Zum Beispiel wird gefragt, in welcher Stimmung das Kind zur Schule geht und wieder heimkehrt. Welche Sorgen Eltern im Blick auf die Schule haben. Welche Kriterien einer „Wunschschule“ den Eltern wichtig wären. Oder aber wie Eltern die Bildungspläne, das Notensystem, die Chancengleichheit der Kinder im dreigliedrigen Schulsystem beurteilen.
Verläuft die Fragebogenaktion erfolgreich, so sollen in weiteren Schritten auch die Eltern von Kindergartenkindern sowie die Lehrer nach ihrer Sicht der Dinge befragt werden.
(Erschienen: 05.11.2010 10:30)
Wie mehrfach berichtet, hat der Ravensburger Gemeinderat im vergangenen Jahr die Einführung sogenannter Werkrealschulen mit knapper Mehrheit abgelehnt und stattdessen beschlossen, die Grundlagen für eine Modellschule für längeres gemeinsames Lernen zu erarbeiten (siehe grauer Kasten). Diese Vorarbeiten laufen derzeit in erster Linie im Beirat für Schulentwicklungsplanung, der bis Anfang 2011 erste Ergebnisse vorlegen will. Mitglied des Schulentwicklungsbeirats ist seit Mai auch der Agenda-Arbeitskreis „Schule neu denken“, der bereits zuvor einen Fragebogen entwickelt hatte, mit dem die Schulzufriedenheit und die Erwartungen an eine neue Modellschule abgefragt werden sollte – bei den Eltern. Den Agenda-Aktiven war es nämlich von Anfang an wichtig, dass es in Sachen Bildungspolitik keine weitere Reform „von oben“ gibt, sondern dass die direkt Betroffenen selbst mitreden können.
Der Fragebogen hat inzwischen auch vom Beirat für Schulentwicklungsplanung seinen Segen und soll noch vor Weihnachten an alle Eltern gehen, die Schulkinder der Klassen 1 bis 8 haben – egal an welcher Schule die sind. Eine Hürde ist aber noch zu nehmen: Am 16. November tagt die Ravensburger Gesamtschulleiterkonferenz, bei der die Rektoren zustimmen müssen, dass an ihrer Schule diese Fragebogenaktion laufen darf. Gerüchten zufolge gibt es von einigen Gymnasien-Leiter Vorbehalte gegen die Elternbefragung.
Für die Aktiven des Arbeitskreises „Schule neu denken“ ist der Fragebogen für die weitere Vorbereitung einer Modellschule neuen Typs unabdingbar. „Wir sind der Meinung, dass die Einschätzungen, Erfahrungen und Meinungen der Eltern als Grundlage für die Entwicklung des Modellschulkonzepts dienen sollen“, sagt Brigitte Mehl-Wiesmüller. Sie hofft daher, dass möglichst viele Eltern an der Fragebogenaktion teilnehmen. Um möglichst viele Haushalte zu erreichen, wird der Fragebogen momentan ins Türkische und ins Russische übersetzt.
Der Fragebogen wird wissenschaftlich begleitet und von der PH Weingarten unterstützt. Er ist völlig anonym, das Ausfüllen dauert rund 30 Minuten. Auf sechs Seiten fragt er die Meinung der Eltern ab. Die Fragen sind ganz unterschiedlich. Zum Beispiel wird gefragt, in welcher Stimmung das Kind zur Schule geht und wieder heimkehrt. Welche Sorgen Eltern im Blick auf die Schule haben. Welche Kriterien einer „Wunschschule“ den Eltern wichtig wären. Oder aber wie Eltern die Bildungspläne, das Notensystem, die Chancengleichheit der Kinder im dreigliedrigen Schulsystem beurteilen.
Verläuft die Fragebogenaktion erfolgreich, so sollen in weiteren Schritten auch die Eltern von Kindergartenkindern sowie die Lehrer nach ihrer Sicht der Dinge befragt werden.
(Erschienen: 05.11.2010 10:30)






































