Ravensburg Stadtnachrichten
Kaum Leerstände in der Innenstadt

Von unserem Redaktionsmitglied Thorsten Kern
Rund 300 Ladeneinheiten gibt es in Ravensburg, derzeit stehen laut Eugen Müller zehn Läden leer. „Zwei sind im Umbau, da kommt wieder was“, sagt der Geschäftsführer des Wirtschaftsforums. Auf dem Marienplatz und der sogenannten 1a-Lage: null Leerstände. In der 1c-Lage, wozu Herrenstraße und Untere Breite Straße gehören, gibt es den ein oder anderen leeren Laden. Alles in allem eine Leerstandquote von drei Prozent. „Das ist ein absoluter Niedrigstand“, sagt Müller, „und ist natürlich sehr zufriedenstellend.“ Müller nennt als einen Grund für die geringe Quote den vor gut 20 Jahren eingeschlagenen „Ravensburger Weg“. Stadt und Händler versuchen, das konstruktive Miteinander zu pflegen. „Jeder hat unterschiedliche Stärken, die wollen wir gemeinsam nutzen“, sagt Eugen Müller.
Weitere Punkte des „Ravensburger Weges“ kommen im ersten Moment sehr sperrig daher: innenstadtrelevante Sortimente und nicht innenstadtrelevante Sortimente. Was sich dahinter verbirgt ist einfach. In Ravensburg wird darauf geachtet, dass Läden für Mode, Schmuck, Spielwaren oder Bücher in der Innenstadt angesiedelt werden. Gartenbau, Baumärkte, Möbelgeschäfte und Lebensmittelläden eher außerhalb der Innenstadt. „Ravensburg lebt von seiner Kleinteiligkeit im Zentrum“, sagt Anita Müller. „Neben den großen Geschäften gibt es auch kleine Boutiquen oder Spezialgeschäfte.“
Trotz aller Zufriedenheit. Wunsch nach Verbesserungen gibt es immer. Auch bei Anita Müller. Sie ist im Ravensburger Rathaus für die Wirtschaftsförderung zuständig. „Gerade die Jugend möchte doch gerne international beworbene Modemarken wie H&M oder Zara in der Stadt haben“, sagt Anita Müller. Das stehe nach wie vor im Raum. Eugen Müller ergänzt: „Solche Läden brauchen einen guten Standort, viel Platz. Das ist in Ravensburg nicht so leicht.“
Nicht so leicht war es in den vergangenen Monaten auch für Händler in der Oberen Breite Straße. „Baustellen sind für kleine Geschäfte immer ein Problem“, sagt Anita Müller. Immerhin sind in Ravensburg rund 65 Prozent der Geschäfte inhabergeführt. Umbauten seien jedoch wichtig, fügt Eugen Müller an. Schließlich müsse für Ladenbetreiber und Kunden auch das Ambiente stimmen. Dieses Ambiente stimmt für Wifo und Stadt am Gespinstmarkt noch nicht ganz. Ihr Wunschgedanke: Ein Umbau im kommenden Jahr. „Gestalterisch und planerisch ist das eine Herausforderung“, meint Eugen Müller. Der Gespinstmarkt sei jedoch eine wichtige Ost-West-Achse vom Gänsbühlcenter.
Bis dahin wird sich in der Innenstadt einiges tun, denn: „Die Zahlen sind eine Momentaufnahme“, sagt Eugen Müller. Ein bisschen Wechsel tue der Stadt gut. Und eines ist für Eugen Müller wichtig: „Die Stadt ist gesund.“ Der Blick in andere Städte zeigt. Nicht nur die Stadt Ravensburg scheint gesund zu sein, auch anderen geht es – den Leerständen nach – ganz gut. In Bad Waldsee stehen nur wenige Läden leer. In Ulm lag die Leerstandquote laut Industrie- und Handelskammer Ende 2009 bei vier Prozent. In Riedlingen im Landkreis Biberach lag die Quote dagegen bei 16,5 Prozent.
(Erschienen: 18.08.2010 10:35)

Von unserem Redaktionsmitglied Thorsten Kern
Rund 300 Ladeneinheiten gibt es in Ravensburg, derzeit stehen laut Eugen Müller zehn Läden leer. „Zwei sind im Umbau, da kommt wieder was“, sagt der Geschäftsführer des Wirtschaftsforums. Auf dem Marienplatz und der sogenannten 1a-Lage: null Leerstände. In der 1c-Lage, wozu Herrenstraße und Untere Breite Straße gehören, gibt es den ein oder anderen leeren Laden. Alles in allem eine Leerstandquote von drei Prozent. „Das ist ein absoluter Niedrigstand“, sagt Müller, „und ist natürlich sehr zufriedenstellend.“ Müller nennt als einen Grund für die geringe Quote den vor gut 20 Jahren eingeschlagenen „Ravensburger Weg“. Stadt und Händler versuchen, das konstruktive Miteinander zu pflegen. „Jeder hat unterschiedliche Stärken, die wollen wir gemeinsam nutzen“, sagt Eugen Müller.
Weitere Punkte des „Ravensburger Weges“ kommen im ersten Moment sehr sperrig daher: innenstadtrelevante Sortimente und nicht innenstadtrelevante Sortimente. Was sich dahinter verbirgt ist einfach. In Ravensburg wird darauf geachtet, dass Läden für Mode, Schmuck, Spielwaren oder Bücher in der Innenstadt angesiedelt werden. Gartenbau, Baumärkte, Möbelgeschäfte und Lebensmittelläden eher außerhalb der Innenstadt. „Ravensburg lebt von seiner Kleinteiligkeit im Zentrum“, sagt Anita Müller. „Neben den großen Geschäften gibt es auch kleine Boutiquen oder Spezialgeschäfte.“
Trotz aller Zufriedenheit. Wunsch nach Verbesserungen gibt es immer. Auch bei Anita Müller. Sie ist im Ravensburger Rathaus für die Wirtschaftsförderung zuständig. „Gerade die Jugend möchte doch gerne international beworbene Modemarken wie H&M oder Zara in der Stadt haben“, sagt Anita Müller. Das stehe nach wie vor im Raum. Eugen Müller ergänzt: „Solche Läden brauchen einen guten Standort, viel Platz. Das ist in Ravensburg nicht so leicht.“
Nicht so leicht war es in den vergangenen Monaten auch für Händler in der Oberen Breite Straße. „Baustellen sind für kleine Geschäfte immer ein Problem“, sagt Anita Müller. Immerhin sind in Ravensburg rund 65 Prozent der Geschäfte inhabergeführt. Umbauten seien jedoch wichtig, fügt Eugen Müller an. Schließlich müsse für Ladenbetreiber und Kunden auch das Ambiente stimmen. Dieses Ambiente stimmt für Wifo und Stadt am Gespinstmarkt noch nicht ganz. Ihr Wunschgedanke: Ein Umbau im kommenden Jahr. „Gestalterisch und planerisch ist das eine Herausforderung“, meint Eugen Müller. Der Gespinstmarkt sei jedoch eine wichtige Ost-West-Achse vom Gänsbühlcenter.
Bis dahin wird sich in der Innenstadt einiges tun, denn: „Die Zahlen sind eine Momentaufnahme“, sagt Eugen Müller. Ein bisschen Wechsel tue der Stadt gut. Und eines ist für Eugen Müller wichtig: „Die Stadt ist gesund.“ Der Blick in andere Städte zeigt. Nicht nur die Stadt Ravensburg scheint gesund zu sein, auch anderen geht es – den Leerständen nach – ganz gut. In Bad Waldsee stehen nur wenige Läden leer. In Ulm lag die Leerstandquote laut Industrie- und Handelskammer Ende 2009 bei vier Prozent. In Riedlingen im Landkreis Biberach lag die Quote dagegen bei 16,5 Prozent.
(Erschienen: 18.08.2010 10:35)
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