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Ihr großes Mitgefühl zeichnete Irmela Maier aus

Nach kurzer schwerer Krankheit verstarb sie am vergangenen Mittwoch in Ettlingen
Irmela Maier ist am vergangenen Mittwoch verstorben.
Irmela Maier ist am vergangenen Mittwoch verstorben. (Foto: privat)

Von Dorothee L. Schaefer

Ravensburg Ihr Leben umfasste fast ein Jahrhundert. Geboren in einer weit verzweigten Familie – unter den Vorfahren väterlicherseits waren viele Lehrer, Pfarrer und einige Wissenschaftler – wuchs Irmela Maier (*4.7.1916 †15.2.2012), geb. Hochstetter, in Stuttgart, Tübingen und Weingarten auf. Ihr Vater leitete dort als Lungenfacharzt das Versorgungskrankenhaus. Zusammen mit ihrem ein Jahr jüngeren Bruder konnte sie sich in einer freisinnigen, sozial eingestellten und musisch interessierten Familie entfalten. Sie durfte lernen und sich mit dem beschäftigen, was ihr gefiel. Dazu gehörten das Zeichnen, Malen und Basteln schon als Vierjährige, später das Gestalten mit Ton, wozu früh bereits Puppen zählten. Nach dem Abitur 1936 entschied sie sich für ein Studium an der Münchner Kunstakademie, um Kunsterzieherin zu werden. In dieser sie prägenden Zeit lernte sie in der Klasse des Simplicissimus-Zeichners Olaf Gulbransson.

1940/41 legte sie die beiden Lehrerexamen in Stuttgart ab und begann danach in Ravensburg zu unterrichten und zwar alle Fächer, denn durch den Krieg fehlten überall Lehrer. Stationen an Schulen in Biberach, Tuttlingen und Wilhelmsdorf folgten.

1951 kam sie zurück nach Ravensburg und heiratete 1955 Karl Maier, den mittleren Sohn des Verlagsgründers Otto Maier. Ihre Tochter, die sie auch Irmela nannten, kam 1956 zur Welt. Nach zwölf Jahren Erziehungszeit, in denen sie mit großer Freude an den Kinder- und Jugendbuchpublikationen des Verlages Anteil genommen hatte, nahm die begeisterte Lehrerin noch einmal für zwölf Jahre den Schuldienst am Welfengymnasium auf; 1981 ging sie in Pension.

Es war Irmela Maiers herzerfrischende Offenheit, mit der sie sich ein Leben lang ihren Schülern, ihrer Familie, ihren Freunden und Bekannten zuwandte und die so vielen, die ihr begegneten, ein Lächeln ins Gesicht rief. Sie selbst war ein zur tief empfundenen Freude begabter Mensch: sie liebte die Natur in allen ihren Formen, den genialen Schwung einer Zeichnung so wie die emotionale Kraft der Musik, zu der sie eine unverfälschte Beziehung hatte, und sie las bis zuletzt leidenschaftlich gern. Die Klarheit ihres Urteils war ihrer Lebenserfahrung geschuldet, aber vor allem der Gabe der Empathie. Dieses Mitgefühl war bei ihr aktiver Natur: sie half, wo sie konnte, unterstützte stillschweigend viele kleine und einige größere Projekte. Das Schenken war ihr Bedürfnis und Freude zugleich. Am Rampenlicht hingegen lag ihr nichts.

Am vergangenen Mittwoch ist Irmela Maier nach kurzer schwerer Krankheit an ihrem Alterswohnsitz in Ettlingen gestorben.

(Erschienen: 22.02.2012 16:00)

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