Ravensburg Stadtnachrichten
Frauen diskutieren über unterschiedliche Berufswege
Nicht jeder Weg ist so geradlinig wie der von Schreinerin Beate Wagner. Die Liebe zum Schraubenzieher bestimmte ihre Berufswahl. Als sie sich dafür entschied, den Mund aufzumachen und sich zu wehren, wurde sie Betriebsrätin. Gudrun Lohr-Kapfer kam vom ursprünglichen Plan, die Leitung des elterlichen Betriebs zu nehmen, in der Pubertät ab und fand über eine frauenbewegte Studienzeit den Mut, die Verantwortung zu übernehmen. Auch die Gemeindereferentin Manuela Gerster fand auf Umwegen und über das Ehrenamt zum Beruf. Die technische Zeichnerin Martina Schorrer-Müller fühlte sich zu hundertprozentigem Einsatz herausgefordert, als sie im Großunternehmen MTU Betriebsrätin wurde.
Mutter und Großmutter waren für Ulrike Schreiner-Luik Vorbilder. Sie wählte den Beruf Mutter. Nebenher sei sie Sozialpädagogin. „Ich lasse mich nicht auf die Mutterrolle reduzieren“, betonte sie. „Als fünffache Mutter erfahre ich viel Anerkennung, vielleicht, weil ich es selber so empfinde.“ Gegen den Willen und Einfluss ihrer Familie studierte Hülya Bayram Jura. Als sie sich als Anwältin selbständig machte, sei ihre Mutter aber doch stolz gewesen und auch der Vater sehr zufrieden mit ihr, erzählte sie. Die erst 25 Jahre alte Bundestagsabgeordnete Agnieszka Malczak kam von ihrem Studienschwerpunkt der Friedens- und Konfliktforschung zur Politik. Ihre Mutter, eine selbstbewusste Frau, habe sie politisch sensibilisiert und dazu erzogen, gegen Ungerechtigkeit aufzustehen.
Unterschiede der Geschlechter
„Was machen Frauen anders?“ fragte Moderatorin Roswitha Elben-Zwirner. Die Frage sei schwierig, sagte die junge Bundestagsabgeordnete Malczak. Sie wehrte Festschreibungen ab, musste aber doch bemerken, „dass immer noch ein Unterschied ist, wer was sagt, Frau oder Mann.“ Auch Betriebsrätin Schorrer-Müller wollte nichts festlegen. Sie sagte: „Mit manchen Sachen geht man lieber zu einer Frau.“ Die überwiegende Mehrzahl der Podiumsteilnehmer schrieb Frauen allgemein mehr Emotionalität und Offenheit zu. Die Schreinerin Beate Wagner dagegen sagte, sie erfahre in ihrem Beruf Frauen als ruhiger und überlegter, „Männer eher mit dem Kopf durch die Wand“. „Was muss sich noch verändern?“ fragte eine Frau aus dem zahlreich erschienenen Publikum. Auch Männer waren vertreten. „Junge Frauen zu Kampfgeist und Lebensplanung ermutigen“, empfahl Gudrun Lohr-Kapfer. Mehr Teilzeitangebote verlangte Liv Pfluger, Beratungsstelle Grüner Turm. Die Betriebsrätin Martina Schorrer-Müller sagte, dass dies nur zäh voran gehe, aber in größeren Betrieben durchaus machbar sei. Außerdem forderte sie, dass Eltern die Berufswahl und Verdienstmöglichkeit ihrer Töchter ernster nehmen.
Ein Frauennetzwerk sorgte für das Fundament der Podiumsdiskussion und danach sowohl für Brot wie für rote Rosen: die Kontaktstelle Frau und Beruf, Landratsamt, der Verein „Frauen und Kinder in Not“, die Gewerkschaften verdi und DGB, der Katholische Frauenbund und die Beratungsstelle Grüner Turm.
(Erschienen: 09.03.2010 16:55)
Nicht jeder Weg ist so geradlinig wie der von Schreinerin Beate Wagner. Die Liebe zum Schraubenzieher bestimmte ihre Berufswahl. Als sie sich dafür entschied, den Mund aufzumachen und sich zu wehren, wurde sie Betriebsrätin. Gudrun Lohr-Kapfer kam vom ursprünglichen Plan, die Leitung des elterlichen Betriebs zu nehmen, in der Pubertät ab und fand über eine frauenbewegte Studienzeit den Mut, die Verantwortung zu übernehmen. Auch die Gemeindereferentin Manuela Gerster fand auf Umwegen und über das Ehrenamt zum Beruf. Die technische Zeichnerin Martina Schorrer-Müller fühlte sich zu hundertprozentigem Einsatz herausgefordert, als sie im Großunternehmen MTU Betriebsrätin wurde.
Mutter und Großmutter waren für Ulrike Schreiner-Luik Vorbilder. Sie wählte den Beruf Mutter. Nebenher sei sie Sozialpädagogin. „Ich lasse mich nicht auf die Mutterrolle reduzieren“, betonte sie. „Als fünffache Mutter erfahre ich viel Anerkennung, vielleicht, weil ich es selber so empfinde.“ Gegen den Willen und Einfluss ihrer Familie studierte Hülya Bayram Jura. Als sie sich als Anwältin selbständig machte, sei ihre Mutter aber doch stolz gewesen und auch der Vater sehr zufrieden mit ihr, erzählte sie. Die erst 25 Jahre alte Bundestagsabgeordnete Agnieszka Malczak kam von ihrem Studienschwerpunkt der Friedens- und Konfliktforschung zur Politik. Ihre Mutter, eine selbstbewusste Frau, habe sie politisch sensibilisiert und dazu erzogen, gegen Ungerechtigkeit aufzustehen.
Unterschiede der Geschlechter
„Was machen Frauen anders?“ fragte Moderatorin Roswitha Elben-Zwirner. Die Frage sei schwierig, sagte die junge Bundestagsabgeordnete Malczak. Sie wehrte Festschreibungen ab, musste aber doch bemerken, „dass immer noch ein Unterschied ist, wer was sagt, Frau oder Mann.“ Auch Betriebsrätin Schorrer-Müller wollte nichts festlegen. Sie sagte: „Mit manchen Sachen geht man lieber zu einer Frau.“ Die überwiegende Mehrzahl der Podiumsteilnehmer schrieb Frauen allgemein mehr Emotionalität und Offenheit zu. Die Schreinerin Beate Wagner dagegen sagte, sie erfahre in ihrem Beruf Frauen als ruhiger und überlegter, „Männer eher mit dem Kopf durch die Wand“. „Was muss sich noch verändern?“ fragte eine Frau aus dem zahlreich erschienenen Publikum. Auch Männer waren vertreten. „Junge Frauen zu Kampfgeist und Lebensplanung ermutigen“, empfahl Gudrun Lohr-Kapfer. Mehr Teilzeitangebote verlangte Liv Pfluger, Beratungsstelle Grüner Turm. Die Betriebsrätin Martina Schorrer-Müller sagte, dass dies nur zäh voran gehe, aber in größeren Betrieben durchaus machbar sei. Außerdem forderte sie, dass Eltern die Berufswahl und Verdienstmöglichkeit ihrer Töchter ernster nehmen.
Ein Frauennetzwerk sorgte für das Fundament der Podiumsdiskussion und danach sowohl für Brot wie für rote Rosen: die Kontaktstelle Frau und Beruf, Landratsamt, der Verein „Frauen und Kinder in Not“, die Gewerkschaften verdi und DGB, der Katholische Frauenbund und die Beratungsstelle Grüner Turm.
(Erschienen: 09.03.2010 16:55)






































