Ravensburg Stadtnachrichten
Evangelischer Kirchenbezirk gibt sich selbstbewusst

Pfarrer Friedemann Manz aus Obereschach präsentierte den Kirchenbezirk mit einer Reihe von Bildern. 4000 mal größer als der Vatikanstaat sei der evangelische Kirchenbezirk Ravensburg. Zu ihm gehören 30 Gemeinden zwischen Friedrichshafen und Aitrach mit 62 877 Gemeindegliedern und 53 Pfarrerinnen und Pfarrern.
Diakonie ist wichtig
Großes Gewicht hatte die Vorstellung der Diakonischen Bezirksstelle. Ihre Beratungsstellen betreuen viele Menschen sprichwörtlich von der Wiege bis zur Bahre. Die Dienstleistungen reichen von der Schwangerschaftsberatung bis zur offenen Seniorenarbeit und zur Sterbebegleitung. Die Vesperkirche ist der populärste soziale Akzent, den die evangelische Diakonie in den vergangenen Jahren setzen konnte. Etwa 17 000 Menschen kamen im Jahr 2011 mit der Diakonie in Kontakt.
Angelika Halder, die Leiterin des Lukas-Kinderhauses in Oberhofen, stellte die Arbeit der Kindertagesstätten vor. In den Kindergärten des Bezirks werden zurzeit 1226 Kinder betreut. Die Präsentation des Bezirksjugendwerkes hatte den vielversprechenden Titel: „Noch 7 Minuten bis zur Pause“. Bezirksjugendpfarrer Ralf Brenneke, die Jugendreferenten und einige Jugendliche demonstrierten selbstbewusst mit Statements und Plakaten, was sie bewegt und was sie sich wünschen.
Die Stellungnahmen der Vertreter aus der Kommune und den Verbänden fielen zum Teil kritisch aus. Bürgermeister Hans-Georg Krauss lobte, wie vielfältig die Gemeinden zum geistlichen und kulturellen Leben beitrügen. Er wünschte sich von den Evangelischen, dass sie stärker auf Migranten zugehen. Die Erste Landesbeamtin Eva-Maria Meschenmoser stellte fest, dass die Kirche besonders auf dem Land nach wie vor eine große Rolle spiele. Sie bemängelte, dass sich die Evangelische Kirche aus dem Projekt „Zuhause leben“ finanziell zurückgezogen habe. Bei dem Programm geht es um die Betreuung von pflegebedürftigen Menschen und ihren Angehörigen zuhause.
Heiko Bräuning, Mitglied der Synode und Pfarrer in Wilhelmsdorf, sprach für die Einrichtungen der Zieglerschen und forderte die Kirchengemeinden auf, mitzuhelfen, dass Menschen mit Behinderungen voll am Gemeindeleben teilhaben. „In Sachen Inklusion müssen wir zum Dreamteam werden“ so Bräuning.
Pfarrer Dr. Klaus Blessing, Vertreter des katholische Dekanats, sieht sich mit den Evangelischen zu 99 Prozent im Glauben einig und sagte: „Wir müssen unser Christsein missionarischer leben.“ Er zeigte sich zufrieden, dass die ökumenisch getragene Telefonseelsorge wieder auf solider finanzieller Basis stehe.
Ewald Kohler, der Leiter der Caritas Bodensee-Oberschwaben betrachtet die evangelische Diakonie nicht als Konkurrenz. Er drängte vielmehr auf stärkere Kooperation und erklärte: „Die Nachfrage nach kirchlicher Sozialarbeit ist größer, als wir leisten können.“
Zuletzt attestierte Prälatin Wulz dem Kirchenbezirk: „Leute, es sieht alles super aus!“ Sie bemerkte anerkennend, dass hier in Oberschwaben die berüchtigte „evangelische Zerknirschung“ fehle und lobte den Umgang der Pfarrerskollegen miteinander. Das kenne sie aus der Stuttgarter Gegend auch anders. „Stadt und Land erwarten etwas von uns!“ rief sie der Versammlung zu. Der weitere Verlauf der Visitation wird erweisen, was evangelisch, tragfähig und echt ist von dem, was an Bildern, Worten und Zahlen beeindruckt hat.
(Erschienen: 12.02.2012 17:35)

Pfarrer Friedemann Manz aus Obereschach präsentierte den Kirchenbezirk mit einer Reihe von Bildern. 4000 mal größer als der Vatikanstaat sei der evangelische Kirchenbezirk Ravensburg. Zu ihm gehören 30 Gemeinden zwischen Friedrichshafen und Aitrach mit 62 877 Gemeindegliedern und 53 Pfarrerinnen und Pfarrern.
Diakonie ist wichtig
Großes Gewicht hatte die Vorstellung der Diakonischen Bezirksstelle. Ihre Beratungsstellen betreuen viele Menschen sprichwörtlich von der Wiege bis zur Bahre. Die Dienstleistungen reichen von der Schwangerschaftsberatung bis zur offenen Seniorenarbeit und zur Sterbebegleitung. Die Vesperkirche ist der populärste soziale Akzent, den die evangelische Diakonie in den vergangenen Jahren setzen konnte. Etwa 17 000 Menschen kamen im Jahr 2011 mit der Diakonie in Kontakt.
Angelika Halder, die Leiterin des Lukas-Kinderhauses in Oberhofen, stellte die Arbeit der Kindertagesstätten vor. In den Kindergärten des Bezirks werden zurzeit 1226 Kinder betreut. Die Präsentation des Bezirksjugendwerkes hatte den vielversprechenden Titel: „Noch 7 Minuten bis zur Pause“. Bezirksjugendpfarrer Ralf Brenneke, die Jugendreferenten und einige Jugendliche demonstrierten selbstbewusst mit Statements und Plakaten, was sie bewegt und was sie sich wünschen.
Die Stellungnahmen der Vertreter aus der Kommune und den Verbänden fielen zum Teil kritisch aus. Bürgermeister Hans-Georg Krauss lobte, wie vielfältig die Gemeinden zum geistlichen und kulturellen Leben beitrügen. Er wünschte sich von den Evangelischen, dass sie stärker auf Migranten zugehen. Die Erste Landesbeamtin Eva-Maria Meschenmoser stellte fest, dass die Kirche besonders auf dem Land nach wie vor eine große Rolle spiele. Sie bemängelte, dass sich die Evangelische Kirche aus dem Projekt „Zuhause leben“ finanziell zurückgezogen habe. Bei dem Programm geht es um die Betreuung von pflegebedürftigen Menschen und ihren Angehörigen zuhause.
Heiko Bräuning, Mitglied der Synode und Pfarrer in Wilhelmsdorf, sprach für die Einrichtungen der Zieglerschen und forderte die Kirchengemeinden auf, mitzuhelfen, dass Menschen mit Behinderungen voll am Gemeindeleben teilhaben. „In Sachen Inklusion müssen wir zum Dreamteam werden“ so Bräuning.
Pfarrer Dr. Klaus Blessing, Vertreter des katholische Dekanats, sieht sich mit den Evangelischen zu 99 Prozent im Glauben einig und sagte: „Wir müssen unser Christsein missionarischer leben.“ Er zeigte sich zufrieden, dass die ökumenisch getragene Telefonseelsorge wieder auf solider finanzieller Basis stehe.
Ewald Kohler, der Leiter der Caritas Bodensee-Oberschwaben betrachtet die evangelische Diakonie nicht als Konkurrenz. Er drängte vielmehr auf stärkere Kooperation und erklärte: „Die Nachfrage nach kirchlicher Sozialarbeit ist größer, als wir leisten können.“
Zuletzt attestierte Prälatin Wulz dem Kirchenbezirk: „Leute, es sieht alles super aus!“ Sie bemerkte anerkennend, dass hier in Oberschwaben die berüchtigte „evangelische Zerknirschung“ fehle und lobte den Umgang der Pfarrerskollegen miteinander. Das kenne sie aus der Stuttgarter Gegend auch anders. „Stadt und Land erwarten etwas von uns!“ rief sie der Versammlung zu. Der weitere Verlauf der Visitation wird erweisen, was evangelisch, tragfähig und echt ist von dem, was an Bildern, Worten und Zahlen beeindruckt hat.
(Erschienen: 12.02.2012 17:35)






































