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Artenvielfalt: Ravensburg ist beste Stadt

Beim Wettbewerb „Hauptstadt der Biodiversität“ wurde das ökologische Engagement belohnt
Die zahlreichen Streuobstwiesen in Ravensburg sind Lebensraum für seltene Tierarten. Unser Bild zeigt eine Wiese in Gornhofen
Die zahlreichen Streuobstwiesen in Ravensburg sind Lebensraum für seltene Tierarten. Unser Bild zeigt eine Wiese in Gornhofen (Foto: Felix Kästle)

Ravensburg / vin In den Neunziger Jahren ist in Ravensburg eine neue Art entdeckt worden. Zwar nur eine mickrige Mücke, aber immerhin. Die Trauermücke (wegen der tristen braunen Farbe) trägt den hübschen lateinischen Namen „Bradysia ravensburgensis“. Und das Beste an ihr: Sie sticht nicht. Nicht nur dem Insekt ist es zu verdanken, dass Ravensburg unter Städten vergleichbarer Größe am besten abgeschnitten hat bei einem Wettbewerb der Deutschen Umwelthilfe unter Schirmherrschaft von Bundesumweltminister Norbert Röttgen.

„Dieser Preis passt nicht nur gut in die Zeit, sondern auch in unser Profil als ökologische Modellstadt“, freute sich der Ravensburger Oberbürgermeister Dr. Daniel Rapp über die Auszeichnung: Ravensburg gewann den ersten Preis als „Hauptstadt der Biodiversität“ in der Städteklasse von 30 000 bis 100 000 Einwohnern. Der Preis für einen besonderen Reichtum an Artenvielfalt ist mit 5000 Euro dotiert, den die Stadt in die Natur reinvestieren möchte. Zum Beispiel durch neue Pflanzungen.

Ulfried Miller, örtlicher Geschäftsführer des BUND, erläuterte, warum Ravensburg aus ökologischer Sicht vorbildlich ist. „Streuobstwiesen sind die Hot Spots der Artenvielfalt, die wichtigsten Biotope.“ Und von diesen Lebensräumen für seltene Tiere habe Ravensburg vor allen in seinen Ortschaften besonders viele erhalten. Während die Streuobstwiesen am Bodensee um ein Drittel zurückgegangen seien, blieben sie im Kreis Ravensburg „nahezu konstant“. Ein zweiter wichtiger Punkt bei der Preisvergabe: die Gewässer. Alle größeren Gewässer in Ravensburg sind gleichzeitig Naturschutzgebiet: Schussen und Flappach sogar FFH-Gebiet (Fauna=Tierwelt; Flora=Pflanzewelt; Habitat=Lebensraum, für den eine Richtlinie mit besonders strengen europäischen Naturschutz-Auflagen gilt). „Man kann die Nutzung und den Naturschutz kombinieren“, sagte Miller mit Hinblick darauf, dass der Flappach ja auch als Badesee und zum Fischen diene. Im Zuge der Vorbereitungsarbeiten für den Bau der B30 Süd sind zudem 9,5 Hektar Schussenaue renaturiert worden, auch ein wichtiger Aspekt bei der Preisverleihung.

(Erschienen: 08.04.2011 10:50)

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