Rund um Ravensburg
Wolpertswende will den Ausbau der B 32

Von unserer Redakteurin Adelinde Schwegler
Das Planfeststellungsverfahren für den Um- und Ausbau der 4,5 Kilometer zwischen der Abzweigung Vorsee und der Ausfahrt Altshausen Süd ist eingeleitet. Die Unterlagen waren bis gestern im Wolpertswender Rathaus einzusehen, die Angrenzer wurden angeschrieben, und der Gemeinderat wurde gehört.
Bis zum 1. Juni wären noch Einwendungen möglich, doch wird die Gemeinde Wolpertswende garantiert nicht widersprechen. Einstimmig hat der Gemeinderat in jüngster Sitzung beschlossen, die Planungen hinzunehmen, wie sie sind und „ausdrücklich begrüßt“, weil damit eine „deutliche Verbesserung der Verkehrssituation, insbesondere für die Anwohner von Vorsee“, verbunden sei. Die müssen die Straße queren, wenn sie zur Bushaltestelle oder zur Bestellung ihrer Wälder auf Felder wollen. Des Gemeinderats dringlicher Wunsch ist nun, dass das Verfahren jetzt zügig vorangeht.
77 schwere Unfälle seit 2001
Dennoch werden sich die Wolpertswender noch etwas gedulden müssen. Im besten Falle, so der zuständige Planer bei der Straßenbauverwaltung Süd, Karl Rief, könnten die Bagger in eineinhalb bis zwei Jahren anrollen. Für Wolpertswendes neuen Bürgermeister Daniel Steiner ist es jetzt wichtig, „alle Verfahrensschritte jetzt festzulegen, dass man mit dem Bau loslegen kann, sobald das Geld dafür da ist“.
Denn im Moment ist die Situation verheerend. Auf der Straße wird viel und viel zu schnell gefahren. Und es wird oft riskant oder verbotenerweise überholt. Letzteres, weil sich zwischen Bad Saulgau und Weingarten hier erstmals ein kerzengerades Stück mit freier Sicht anbietet und sich bei den Autofahrern ein gewisser Überholdruck aufgebaut hat.
„Brettwirkung“ nennt Karl Rief das, was sich hier tut. Die Fahrer würden losbrettern, andererseits ließen sich aber bei dem geraden Straßenverlauf Geschwindigkeit und Entfernungen nur schlecht abschätzen Und so kam es seit 2001 zu 77 schweren Unfällen. Nach langem Hin und Her ist laut Rief für die B 32 nun eine vom Naturschutz akzeptierte Lösung gefunden. Wie früher berichtet, führt die Bundesstraße hier durch ökologisch wertvolles Gebiet. Demnach sind landschaftspflegerische Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen vorgesehen.
Auf Gemarkung Wolpertswende soll sich auf Schreckensee-Seite naturnaher Laubwald entwickeln können und östlich der Straße eine Fichtendickung in eine Feuchtwiese umgewandelt werden.
Und dazwischen zieht sich dann die Straße hin, die im nördlichen Teil über zwei Kilometer auf 11,5 Meter Breite und mit jeweils einer Überholspur in jede Fahrtrichtung (1100 und 900 Meter lang) verfügen wird.
Die übrigen 2,5 Kilometer in Richtung Süden wird die Fahrbahn zweispurig von derzeit sechs auf acht Meter gebaut. Dafür müssen die Alleebäume dort weichen. Die Allee als solche soll aber erhalten bleiben, was bedeutet, dass auf der östlichen Straßenseite eine neue Baumreihe gepflanzt und auf der Westseite Ergänzungspflanzungen vorgenommen werden.
Aus Sicherheitsgründen werden möglicherweise Schutzplanken zwischen Baumreihe und Straße aufgestellt, in Höhe Vorsee eine Geh- und Radwegunterführung gebaut, bei Hühlen eine Unterführung für den kreuzenden Verkehr angeboten sowie die untergeordneten Wege und Straßen von der B 32 abgehängt und über ein ergänzendes Wegenetz beziehungsweise einen östlich zur B 32 parallel verlaufenden Wirtschaftsweg erschlossen.
(Erschienen: 18.05.2010 17:10)

Von unserer Redakteurin Adelinde Schwegler
Das Planfeststellungsverfahren für den Um- und Ausbau der 4,5 Kilometer zwischen der Abzweigung Vorsee und der Ausfahrt Altshausen Süd ist eingeleitet. Die Unterlagen waren bis gestern im Wolpertswender Rathaus einzusehen, die Angrenzer wurden angeschrieben, und der Gemeinderat wurde gehört.
Bis zum 1. Juni wären noch Einwendungen möglich, doch wird die Gemeinde Wolpertswende garantiert nicht widersprechen. Einstimmig hat der Gemeinderat in jüngster Sitzung beschlossen, die Planungen hinzunehmen, wie sie sind und „ausdrücklich begrüßt“, weil damit eine „deutliche Verbesserung der Verkehrssituation, insbesondere für die Anwohner von Vorsee“, verbunden sei. Die müssen die Straße queren, wenn sie zur Bushaltestelle oder zur Bestellung ihrer Wälder auf Felder wollen. Des Gemeinderats dringlicher Wunsch ist nun, dass das Verfahren jetzt zügig vorangeht.
77 schwere Unfälle seit 2001
Dennoch werden sich die Wolpertswender noch etwas gedulden müssen. Im besten Falle, so der zuständige Planer bei der Straßenbauverwaltung Süd, Karl Rief, könnten die Bagger in eineinhalb bis zwei Jahren anrollen. Für Wolpertswendes neuen Bürgermeister Daniel Steiner ist es jetzt wichtig, „alle Verfahrensschritte jetzt festzulegen, dass man mit dem Bau loslegen kann, sobald das Geld dafür da ist“.
Denn im Moment ist die Situation verheerend. Auf der Straße wird viel und viel zu schnell gefahren. Und es wird oft riskant oder verbotenerweise überholt. Letzteres, weil sich zwischen Bad Saulgau und Weingarten hier erstmals ein kerzengerades Stück mit freier Sicht anbietet und sich bei den Autofahrern ein gewisser Überholdruck aufgebaut hat.
„Brettwirkung“ nennt Karl Rief das, was sich hier tut. Die Fahrer würden losbrettern, andererseits ließen sich aber bei dem geraden Straßenverlauf Geschwindigkeit und Entfernungen nur schlecht abschätzen Und so kam es seit 2001 zu 77 schweren Unfällen. Nach langem Hin und Her ist laut Rief für die B 32 nun eine vom Naturschutz akzeptierte Lösung gefunden. Wie früher berichtet, führt die Bundesstraße hier durch ökologisch wertvolles Gebiet. Demnach sind landschaftspflegerische Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen vorgesehen.
Auf Gemarkung Wolpertswende soll sich auf Schreckensee-Seite naturnaher Laubwald entwickeln können und östlich der Straße eine Fichtendickung in eine Feuchtwiese umgewandelt werden.
Und dazwischen zieht sich dann die Straße hin, die im nördlichen Teil über zwei Kilometer auf 11,5 Meter Breite und mit jeweils einer Überholspur in jede Fahrtrichtung (1100 und 900 Meter lang) verfügen wird.
Die übrigen 2,5 Kilometer in Richtung Süden wird die Fahrbahn zweispurig von derzeit sechs auf acht Meter gebaut. Dafür müssen die Alleebäume dort weichen. Die Allee als solche soll aber erhalten bleiben, was bedeutet, dass auf der östlichen Straßenseite eine neue Baumreihe gepflanzt und auf der Westseite Ergänzungspflanzungen vorgenommen werden.
Aus Sicherheitsgründen werden möglicherweise Schutzplanken zwischen Baumreihe und Straße aufgestellt, in Höhe Vorsee eine Geh- und Radwegunterführung gebaut, bei Hühlen eine Unterführung für den kreuzenden Verkehr angeboten sowie die untergeordneten Wege und Straßen von der B 32 abgehängt und über ein ergänzendes Wegenetz beziehungsweise einen östlich zur B 32 parallel verlaufenden Wirtschaftsweg erschlossen.
(Erschienen: 18.05.2010 17:10)






































