Rund um Ravensburg
Neue Lebensader liegt tief im See
Von unserem Mitarbeiter Matthias Schopf
Die Idee, mit einem Seekabel die Menschen rund um den See zu verbinden, ist nicht neu: Bereits 1856 wurde ein erstes Telegraphenkabel verlegt. War es damals noch ein mit Baumharz verkleideter Kupferdraht werden heute Glasfaserkabel verlegt. Drei Kabel liegen bereits im See: 1987 wurden von der Duetschen Telekom zwei Kabel zwischen Konstanz und Meersburg sowie zwischen Konstanz und Friedrichshafen verlegt, 2007 haben die Stadtwerke Konstanz ebenfalls ein Kabel von Konstanz nach Friedrichshafen verlegt.
Das gestern verlegte Kabel bietet „immense Kapazitäten“ für die Anschlussbereiche Singen, Stockach und Überlingen, wie es Michael Schäfer, Leiter regionale Produktion bei der Telekom, ausdrückt. In dem Seekabel stecken 192 Glasfasern – darüber könnten ungefähr 50 Millionen Telefongespräche gleichzeitig abgewickelt werden. Vor allem aber der Datentransfer steht beim Seekabel im Vordergrund, 3,2 Terabit können pro Faser pro Sekunde übertragen werden. Laut Schäfer können so 50 Regalkilometer Aktenordner pro Sekunde pro Fasernpaar übertragen werden – 96 Fasernpaare sind im Kabel enthalten.
Der Bedarf an schnellen Internetleitungen, die immer größere Datenmengen transportieren, wird laut Schäfer zunehmen. „Mit dem Seekabel, das wir heute quer durch den Bodensee verlegen, werden wir diesem Bedarf auch in Zukunft gerecht“, so Schäfer. Das neue Seekabel versorgt den Knotenpunkt Konstanz und die umliegenden Anschlussbereiche nachhaltig mit Breitband und trägt außerdem dazu bei, Mobilfunkstationen an das Festnetz anzubinden und schnelle Datendienste für die mobile Nutzung zu realisieren.
Das Seekabel beginnt in der Lindauer Straße und läuft in einem 2,7 Kilometer langen Schacht an den See, in einem 160 Meter langen Rohr wird dort das Kabel 15 Meter unter der Wasseroberfläche in den See geleitet.
5,5 Kilometer Seekabel werden am Seegrund abgelegt bevor das Kabel in Meersburg beim Gasthaus „Wilder Mann“ wieder in einem Rohr in der Felswand verschwindet. Mit dem umgerüsteten Fährschiff „Fritz Arnold“ wurde das Seekabel von Konstanz aus bis nach Meersburg abgerollt und von einem Taucher bei den Leerrohren eingefädelt.
Die Vorbereitungen für die Verlegung waren nach Darstellung von Ulrich Schmutz, Projektleiter Seekabelverlegung bei den Stadtwerken Konstanz, äußerst aufwendig. Neun Monate dauerte es bis die wasserechtliche Genehmigung eingeholt war – 25 Institutionen mussten dafür angeschrieben werden. Das Ufergebiet wurde mit einem Fächer-Echolot kartographiert um die optimale Stelle für den Anschluss – der von der Wasserseite her durch den Felsen gebohrt wurde – zu finden.
(Erschienen: 11.03.2010 18:45)
Von unserem Mitarbeiter Matthias Schopf
Die Idee, mit einem Seekabel die Menschen rund um den See zu verbinden, ist nicht neu: Bereits 1856 wurde ein erstes Telegraphenkabel verlegt. War es damals noch ein mit Baumharz verkleideter Kupferdraht werden heute Glasfaserkabel verlegt. Drei Kabel liegen bereits im See: 1987 wurden von der Duetschen Telekom zwei Kabel zwischen Konstanz und Meersburg sowie zwischen Konstanz und Friedrichshafen verlegt, 2007 haben die Stadtwerke Konstanz ebenfalls ein Kabel von Konstanz nach Friedrichshafen verlegt.
Das gestern verlegte Kabel bietet „immense Kapazitäten“ für die Anschlussbereiche Singen, Stockach und Überlingen, wie es Michael Schäfer, Leiter regionale Produktion bei der Telekom, ausdrückt. In dem Seekabel stecken 192 Glasfasern – darüber könnten ungefähr 50 Millionen Telefongespräche gleichzeitig abgewickelt werden. Vor allem aber der Datentransfer steht beim Seekabel im Vordergrund, 3,2 Terabit können pro Faser pro Sekunde übertragen werden. Laut Schäfer können so 50 Regalkilometer Aktenordner pro Sekunde pro Fasernpaar übertragen werden – 96 Fasernpaare sind im Kabel enthalten.
Der Bedarf an schnellen Internetleitungen, die immer größere Datenmengen transportieren, wird laut Schäfer zunehmen. „Mit dem Seekabel, das wir heute quer durch den Bodensee verlegen, werden wir diesem Bedarf auch in Zukunft gerecht“, so Schäfer. Das neue Seekabel versorgt den Knotenpunkt Konstanz und die umliegenden Anschlussbereiche nachhaltig mit Breitband und trägt außerdem dazu bei, Mobilfunkstationen an das Festnetz anzubinden und schnelle Datendienste für die mobile Nutzung zu realisieren.
Das Seekabel beginnt in der Lindauer Straße und läuft in einem 2,7 Kilometer langen Schacht an den See, in einem 160 Meter langen Rohr wird dort das Kabel 15 Meter unter der Wasseroberfläche in den See geleitet.
5,5 Kilometer Seekabel werden am Seegrund abgelegt bevor das Kabel in Meersburg beim Gasthaus „Wilder Mann“ wieder in einem Rohr in der Felswand verschwindet. Mit dem umgerüsteten Fährschiff „Fritz Arnold“ wurde das Seekabel von Konstanz aus bis nach Meersburg abgerollt und von einem Taucher bei den Leerrohren eingefädelt.
Die Vorbereitungen für die Verlegung waren nach Darstellung von Ulrich Schmutz, Projektleiter Seekabelverlegung bei den Stadtwerken Konstanz, äußerst aufwendig. Neun Monate dauerte es bis die wasserechtliche Genehmigung eingeholt war – 25 Institutionen mussten dafür angeschrieben werden. Das Ufergebiet wurde mit einem Fächer-Echolot kartographiert um die optimale Stelle für den Anschluss – der von der Wasserseite her durch den Felsen gebohrt wurde – zu finden.
(Erschienen: 11.03.2010 18:45)
Die erste Adresse für Ravensburg. Hier finden Sie die regionalen Nachrichten der Schwäbischen Zeitung für Ravensburg und Oberschwaben.

Towerstars


































