Rund um Ravensburg
Mit I-Pods auf den Spuren der Schwabenkinder
Das Konzept der Schwabenkinder-Ausstellung funktioniert auf mehreren Bewusstseinsebenen, auf mehreren Zeichenebenen, und ist nicht nur auf Wolfegg begrenzt. Um die 550 000 Euro an Förderung ging von den EU-Fördermitteln an das Museum im Allgäu. Die Gesamtsumme der Fördermittel beträgt rund 940 000 Euro.
Bereits 2008 war Zimmermanns Vorgänger Jürgen Fiesel an die Hochschule in Ravensburg herangetreten. Ob Moser nicht im Rahmen eines Seminars einen Ideenwettbewerb initiieren wolle. Das hat Herbert Moser veranlasst und mit seinen Studenten grundsätzlich die Problemstellung einer solchen Ausstellung analysiert. Dabei hat sich herausgestellt, es gibt zwei Knackpunkte: Erstens handelt es sich bei den Schwabenkindern nicht nur um eine Geschichte, sondern viele aus mehreren Jahrhunderten. Die Lebensgeschichten konnten positiv oder negativ verlaufen. Zweitens geht es um 500 Kilometer Wanderweg. „Wir wollten ein Design, das verschiedene Perspektiven zulässt“, sagt Herbert Moser. Ein weiteres Ziel war, diejenigen, die wandern ins Museum zu bekommen und diejenigen, die ins Museum gehen zum Wandern zu bewegen. Das könnte gelingen.
Die Ausstellung in der Zehntscheuer ist im wesentlichen aufgeteilt auf vier Kuben, die vier Stationen der Schwabenkinder erlebbar machen sollen: Einmal die Heimat der Kinder, dann der Weg aus den Heimatorten nach Oberschwaben, der dritte Kubus beschäftigt sich mit der Situation auf dem Markt und der vierte mit dem Alltag bei den jeweiligen Bauern. Um die Kuben herum werden in Vitrinen Zeitdokumente ausgestellt. Viele gibt es nicht mehr. „Es gibt relativ wenige Originalexponate“, sagt Stefan Zimmermann. Die Bauern hätten diese Zeitdokumente nicht als aufhebungswürdig empfunden, ergänzt Herbert Moser.
Deshalb werden die Zuschauer mitgenommen auf ihre eigene emotionale Reise mit den Schwabenkindern, genauer gesagt mit einem Schwabenkind. Am Eingang bekommen die Besucher einen I-Pod ausgehändigt (alternativ kann das Programm auch auf das eigene I-Phone aufgespielt werden). Er funktioniert im Prinzip wie ein Audio-Guide. Auf dem Ohr haben die Besucher dann ein Schwabenkind, das mit ihnen den Weg durch die Ausstellung geht. Gelesen werden sie von Kindern Es ist die fiktive Biographie eines Kindes – basiert aber auf den dreijährigen Recherchen des Teams um Stefan Zimmermann. „Diese Erlebnisse hat es zu der Zeit gegeben und nur zu der Zeit“, sagt Herbert Moser. Zum Beispiel: Wenn ein Kind 1830 geboren wurde, haben die Biografen geguckt, welche Vornamen zu dieser Zeit populär waren.
Doch auch die „realen“ Biografien wird man anschauen können. So werden Interessierte eine vom Museum angelegte Datenbank nach Namen durchforsten können, um beispielsweise in Erfahrung zu bringen, ob ein Kind gleichen Nachnamens in Oberschwaben gearbeitet hat. Die Datenbank wird über eine Webseite abrufbar sein, auf der man auch Informationen über die Ausstellung im Bauernhaus-Museum erhalten kann und auf der sich auch die Partnermuseen in Österreich, der Schweiz und Italien präsentieren. Dort wird man auch die eigens kreierte App für das I-Phone oder den I-Pod herunterladen können. Diese App ist grundsätzlich kostenlos. Sie beinhaltet familiengerechte Spiele und zehn Wandertouren. Wer mehr Wandertouren machen möchte, kann sich eine Erweiterung der App herunterladen, die allerdings kostenpflichtig ist.
Ebenfalls in der App enthalten: die Lage einiger Fotopunkte. An den Strecken der Schwabenkinder haben die Verantwortlichen Fotopunkte ausgeguckt. Dort können die Wanderer Fotos machen und diese später ans Bauernhausmuseum schicken – per Post oder per Mail. Diese werden dann an die Fotowand gehangen. Ziel ist es schließlich aus den verschiedenen Jahreszeiten zu verschiedenen Tageszeiten Fotos von diesen Orten an der Fotowand im Bauernhausmuseum zu präsentieren.
Wer weder I-Phone noch I-Pod hat, kann die Karten via Webseite auch herunterladen, ausdrucken und ganz analog wandern. Die Fotopunkte sind eingezeichnet.
I: Die Schwabenkinder-Ausstellung wird am Wochenende des 24. Und 25. März eröffnet. Ab diesem Zeitpunkt wird auch die Webseite online sein und die App verfügbar.
(Erschienen: 10.02.2012 14:40)
Das Konzept der Schwabenkinder-Ausstellung funktioniert auf mehreren Bewusstseinsebenen, auf mehreren Zeichenebenen, und ist nicht nur auf Wolfegg begrenzt. Um die 550 000 Euro an Förderung ging von den EU-Fördermitteln an das Museum im Allgäu. Die Gesamtsumme der Fördermittel beträgt rund 940 000 Euro.
Bereits 2008 war Zimmermanns Vorgänger Jürgen Fiesel an die Hochschule in Ravensburg herangetreten. Ob Moser nicht im Rahmen eines Seminars einen Ideenwettbewerb initiieren wolle. Das hat Herbert Moser veranlasst und mit seinen Studenten grundsätzlich die Problemstellung einer solchen Ausstellung analysiert. Dabei hat sich herausgestellt, es gibt zwei Knackpunkte: Erstens handelt es sich bei den Schwabenkindern nicht nur um eine Geschichte, sondern viele aus mehreren Jahrhunderten. Die Lebensgeschichten konnten positiv oder negativ verlaufen. Zweitens geht es um 500 Kilometer Wanderweg. „Wir wollten ein Design, das verschiedene Perspektiven zulässt“, sagt Herbert Moser. Ein weiteres Ziel war, diejenigen, die wandern ins Museum zu bekommen und diejenigen, die ins Museum gehen zum Wandern zu bewegen. Das könnte gelingen.
Die Ausstellung in der Zehntscheuer ist im wesentlichen aufgeteilt auf vier Kuben, die vier Stationen der Schwabenkinder erlebbar machen sollen: Einmal die Heimat der Kinder, dann der Weg aus den Heimatorten nach Oberschwaben, der dritte Kubus beschäftigt sich mit der Situation auf dem Markt und der vierte mit dem Alltag bei den jeweiligen Bauern. Um die Kuben herum werden in Vitrinen Zeitdokumente ausgestellt. Viele gibt es nicht mehr. „Es gibt relativ wenige Originalexponate“, sagt Stefan Zimmermann. Die Bauern hätten diese Zeitdokumente nicht als aufhebungswürdig empfunden, ergänzt Herbert Moser.
Deshalb werden die Zuschauer mitgenommen auf ihre eigene emotionale Reise mit den Schwabenkindern, genauer gesagt mit einem Schwabenkind. Am Eingang bekommen die Besucher einen I-Pod ausgehändigt (alternativ kann das Programm auch auf das eigene I-Phone aufgespielt werden). Er funktioniert im Prinzip wie ein Audio-Guide. Auf dem Ohr haben die Besucher dann ein Schwabenkind, das mit ihnen den Weg durch die Ausstellung geht. Gelesen werden sie von Kindern Es ist die fiktive Biographie eines Kindes – basiert aber auf den dreijährigen Recherchen des Teams um Stefan Zimmermann. „Diese Erlebnisse hat es zu der Zeit gegeben und nur zu der Zeit“, sagt Herbert Moser. Zum Beispiel: Wenn ein Kind 1830 geboren wurde, haben die Biografen geguckt, welche Vornamen zu dieser Zeit populär waren.
Doch auch die „realen“ Biografien wird man anschauen können. So werden Interessierte eine vom Museum angelegte Datenbank nach Namen durchforsten können, um beispielsweise in Erfahrung zu bringen, ob ein Kind gleichen Nachnamens in Oberschwaben gearbeitet hat. Die Datenbank wird über eine Webseite abrufbar sein, auf der man auch Informationen über die Ausstellung im Bauernhaus-Museum erhalten kann und auf der sich auch die Partnermuseen in Österreich, der Schweiz und Italien präsentieren. Dort wird man auch die eigens kreierte App für das I-Phone oder den I-Pod herunterladen können. Diese App ist grundsätzlich kostenlos. Sie beinhaltet familiengerechte Spiele und zehn Wandertouren. Wer mehr Wandertouren machen möchte, kann sich eine Erweiterung der App herunterladen, die allerdings kostenpflichtig ist.
Ebenfalls in der App enthalten: die Lage einiger Fotopunkte. An den Strecken der Schwabenkinder haben die Verantwortlichen Fotopunkte ausgeguckt. Dort können die Wanderer Fotos machen und diese später ans Bauernhausmuseum schicken – per Post oder per Mail. Diese werden dann an die Fotowand gehangen. Ziel ist es schließlich aus den verschiedenen Jahreszeiten zu verschiedenen Tageszeiten Fotos von diesen Orten an der Fotowand im Bauernhausmuseum zu präsentieren.
Wer weder I-Phone noch I-Pod hat, kann die Karten via Webseite auch herunterladen, ausdrucken und ganz analog wandern. Die Fotopunkte sind eingezeichnet.
I: Die Schwabenkinder-Ausstellung wird am Wochenende des 24. Und 25. März eröffnet. Ab diesem Zeitpunkt wird auch die Webseite online sein und die App verfügbar.
(Erschienen: 10.02.2012 14:40)







































