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Stadtnachrichten Bad Waldsee

Trinkwasser ist desinfiziert

Bad Waldsee / jak Das Trinkwasser in Bad Waldsee, Aulendorfer Teilorten und Bergatreute ist nun desinfiziert. Seit Samstag greift die Chlorung des Wassers. Dies hat gestern Berthold Frech, Technischer Geschäftsführer des Wasserversorgungsverbandes Obere Schussentalgruppe, auf SZ-Nachfrage erklärt. Die Ursache für die Verunreinigung mit Keimen ist weiter unklar.

Rund 30 Anrufe gehen täglich wegen des verunreinigten Wassers beim Wasserversorgungsverband (WVV) ein, schätzt Frech. Die häufigsten Fragen lauten: Wie lange dauert die Chlorung noch? Und: Muss ich mein Wasser noch abkochen, auch wenn es nach Chlor riecht? Wie lange die Chlorung andauert, hängt davon ab, wann der WVV die Ursache für die Verunreinigung findet. Dies ist bisher nicht geschehen. Sobald der Chlorgeruch auftritt, muss das Wasser allerdings nicht mehr abgekocht werden. Seit Samstag müsste laut Frech das ganze Netz desinfiziert sein. Alle Proben hatten eine entsprechende Chlor-Konzentration enthalten.

Der WVV geht weiter davon aus, dass die Ursache in einem Hochbehälter zwischen Mennisweiler und Rossberg liegt. Die Brunnen, aus denen sich die Hochbehälter in der Region speisen, sind nicht belastet. Da der WVV in den Brunnen keine Keime gefunden hat, kann die Verunreinigung laut Frech auch nicht durch mit Gülle gedüngte Felder kommen. Diese Stoffe würden gegebenenfalls in das Grundwasser geraten und die Brunnen belasten.

Seit Donnerstag werden über den Hochbehälter nur noch rund 200 Menschen in Mennisweiler versorgt. Für diese Ortschaft gibt es laut Frech keine andere Lösung. Alle anderen betroffenen Orte werden mittlerweile über andere Hochbehälter versorgt. Der WVV hat in der Zwischenzeit eines der beiden dortigen Becken genauer untersucht. Nun will Frech möglicherweise eine Fachfirma beauftragen, das Becken unter anderem mit Ultraschall nochmals zu überprüfen. „Wir werden diese Woche den nächsten Schritt tun“, sagt Frech. Derzeit bemühen sich acht Mitarbeiter des WVV um die Chlorung und die Lösung des Problems. Zu den Kosten kann Frech derzeit nichts sagen.

Vergangene Woche Montag hatten Mitarbeiter Wasserproben in Gaisbeuren und Zollenreute genommen. Dabei fanden sie coliforme Keime und Escherichia coli. Die Keime sind laut Gesundheitsamt in Ravensburg nicht krankheitserregend. Sie können aber ein Hinweis auf krankmachende Bakterien sein. Am Mittwoch war klar, dass unter anderem auch Bad Waldsee fast komplett und Bergatreute betroffen sind – rund 20 000 Menschen. Da aber am Dienstag keine Keime in Mittelurbach und Oberurbach gefunden wurden, muss das Wasser laut Frech erst kurz vorher verunreinigt worden sein. Sonst wären die Keime schon weiter verbreitet gewesen.

Wer Fragen hat, kann sich unter der Telefonnummer (0 75 24) 40 02 40 an den WVV wenden.

(Erschienen: 22.11.2010 17:55)

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