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Polizei sucht weiter nach dem Bankräuber von Wolfegg

Polizei sucht weiter nach dem Bankräuber von Wolfegg
Polizei sucht weiter nach dem Bankräuber von Wolfegg

Wolfegg / sz Der Bankräuber von Wolfegg ist auch eineinhalb Monate nach der Tat noch nicht gefasst. Der Motorradhelm, mit dem der Mann maskiert war, wurde kurz nach der Tat gefunden. Die Polizei geht derzeit noch Hinweisen nach. Am 16. Juli hatte ein Mann die Sparkasse in Wolfegg überfallen.

Von unserer Redakteurin  Stefanie Järkel

Der Täter bedrohte gegen 14.20 Uhr mit einer Waffe eine Mitarbeiterin der Bank. Das Geld forderte er wortlos mit einer schriftlichen Nachricht ein. Mit mehreren tausend Euro floh er anschließend auf einem Fahrrad in Richtung Wolfegg-Wassers. Trotz einer groß angelegten Suchaktion fand ihn die Polizei nicht. Am Anfang waren laut Polizeisprecher Peter Korn 80 Polizeibeamte im Einsatz.

Rund eine Woche später entdeckten Beamte der Bereitschaftspolizei den Motorradhelm des Täters in einer Plastiktüte im Unterholz. Bei dem Helm lag auch eine Brille. Es wurden laut Korn Spuren an dem Helm und der Brille gefunden. Welcher Art diese Spuren waren, wollte der Sprecher aus ermittlungstaktischen Gründen nicht sagen.

Die Tüte allerdings stammt von einem Einkaufszentrum in Gersthofen bei Augsburg. „Die Tüte deutet ein Stück weit auf Bayern hin“, sagt Korn. „Allerdings ist es sehr wage, ob die Person die Tüte mitgebracht hat“ – oder ob der Täter sie an anderer Stelle gefunden hatte. Die Polizei hatte am Anfang große Hoffnungen in den Helm gesetzt, da er mit seinen Streifen als auffällig eingestuft wurde. Aber: „Es hat sich herausgestellt, dass dies ein sehr weit verbreiteter Motorradhelm aus dem unteren Preissegment ist.“ Das Fahrrad des Täters ist so wie der Zettel vom Überfall nicht mehr aufgetaucht.

30 Hinweise aus der Bevölkerung

Mögliche Gründe, warum die Polizei den Mann nicht gefunden hat, obwohl er auf Bildern der Überwachungskamera gut zu erkennen ist, konnte Korn nicht nennen. „Ich möchte keine Spekulationen anstellen.“ Die Polizei erhielt nach der Tat rund 30 Hinweise aus der Bevölkerung. Korn spricht von „zwei verheißungsvollen Spuren“. Doch die Verdächtigen konnten zum Beispiel durch ein Alibi ausgeschlossen werden. „Sie kommen nicht als tatverdächtig in Betracht“, sagt Korn.

Nachdem am Anfang 80 Beamten und unter anderem ein Hubschrauber zum Einsatz kamen, sind heute noch ein, zwei Sachbearbeiter mit dem Fall beschäftigt. Dies entspricht laut Korn „dem Arbeitsaufwand“. Von den 30 eingegangenen Hinweisen sind fast alle abgearbeitet.

Michael Schrimpf, Leiter der Polizeidirektion Ravensburg, gab sich nach dem Überfall recht optimistisch und sprach von einer „sehr hohen“ Aufklärungsquote bei Banküberfällen. Laut Sprecher Korn liegt diese im landesweiten Schnitt bei knapp 70 Prozent. Im Kreis Ravensburg gab es laut Korn in den vergangenen zehn Jahren sieben Banküberfälle. Dabei wurde in einem Fall eine Person leicht verletzt. Dieser Fall wurde auch aufgeklärt. Zu den anderen Banküberfällen konnte Korn dahingehend keine Angaben machen.

Die Polizei sucht weiter den Täter, der wie folgt beschrieben wird: 30 bis 40 Jahre alt, 1,70 bis 1,80 groß, schlank. Er trägt einen braunen Schnurbart. Der Täter war damals komplett schwarz gekleidet. Die Polizei nimmt weiter Hinweise unter der Telefonnummer (0751) 803-0 entgegen. Auf Hinweise, die zur Ergreifung des Täters führen, ist eine Belohnung in Höhe von 2000 Euro ausgesetzt.

(Erschienen: 02.09.2010 18:20)

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