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Ohne helfende Hände geht beim Lauffieber nichts

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Ohne helfende Hände geht beim Lauffieber nichts

Bad Waldsee / sz In knapp zwei Wochen startet zum achten Mal das Bad Waldseer Lauffieber: mit zweitausend Läufern, fünftausend Zuschauern. Und mit knapp 400 ehrenamtlichen Helfern, zu denen noch mehr gesucht werden.

Von unserer Mitarbeiterin  Arwen Möller

Um sechs Uhr fällt am Samstagmorgen der Startschuss: Da läuft das Lauffieber-Rennen der Helfer an. Wie in einem Bienenstock schwärmen sie dann aus der Innenstadt, verteilen von Lkws aus Bierbankgarnituren für Streckenposten, im Zentrum, rund um den See, durch den Park und in Steinach, durchs Ried, in Möllenbronn bis nach Reute. Bis Mittag müssen 82 Streckenposten mit 14 Verpflegungsstationen stehen und ganze Streckenteile und Straßenzüge abgesperrt sein.

„Das ist schon toll, was wir da auf die Beine stellen“, sagt Markus Brauchle. Der 43-Jährige ist im Lauffieber-Organisationsteam verantwortlich für die Logistik und Helferorganisation. Rund 400 ehrenamtliche Helfer koordiniert er jedes Jahr, arbeitet zusammen mit zahlenstarken Vereinen wie Familienverbänden. Doch die verschiedenen Helferteams koordinieren auch sich selbst, ihren Streckenposten, ihren Einsatzplan rund um das sportliche Großereignis. Exakt kalkulierte Helferpakete werden bestellt.

Ab Freitag vor dem Lauffieber holen Vereine, Clubs und Helferfamilien die Helferpakete dann in der Stadthalle ab. „Direkt vor Beginn des Marathons“, erklärt Brauchle, „wird die gesamte Strecke von der Polizei abgenommen." Brauchle und die Helfer müssen sicherstellen, dass über die gesamte Veranstaltung hinweg jeweils eine Person am Streckenposten ist. Die Tätigkeit dort kann sehr unterschiedlich aussehen, da an manchen Stellen den ganzen Tag kaum jemand vorbeikommt -- außer den Läufern.

Und dann gibt es aber auch Brennpunkte. In Steinach werden einige Straßen gesperrt. Zur Sicherheit der Läufer unterstützen hier die Posten sogar aktiv den Verkehrsfluss. Letztes Jahr hatten die Organisatoren kurz vor dem Lauffieber-Start „Notstand“. Und das auch noch bei den Streckenposten in Steinach, Nadelöhr der Laufstrecke. Kurzfristig nahm Familie Hage aus dem Zentrum von Steinach die Sache in die Hand und organisierte, koordinierte die Leute aus der Nachbarschaft direkt. Familie Hage mit Ihrer „Nachbarschaftsgruppe“ ist auch dieses Jahr wieder dabei. Einen wichtigen Streckenposten mit Verpflegungsstation stellt der KK Schützenclub Steinach. Am Grillplatz im Ried versorgen Peter Härle und sein Team die Läufer. Wasser, Bananenschnitze sind bereit. „Ungewöhnlich stark wird diese Verpflegungsstation von den Läufern genutzt“, sagt Brauchle. Die Reserven und Nerven brauchen nach der langen Geraden durchs Ried wohl Nahrung.

Ein weiterer „Brennpunkt“ ist die Innenstadt. Dort müssen die Posten bereits von 11 Uhr 30 bis 18 Uhr besetzt sein. Hier „rollieren“ die Helfer oder wechseln sich in Schichten ab. Da kommen dann auch die personalstarken Vereine zum Einsatz. Beispielsweise an der TG-Turnergruppe von Marion Binder kommt nach dem Ziel kein Läufer vorbei. Sie stellen die Versorgung direkt nach dem Rennen, die Wettkampfverpflegung unter den Arkaden. Und sammeln die Läuferchips ein. „Da muss man schon stark besetzt sein, dass einem da die Kinder nicht ohne Läuferband und noch mit dem Chipsystem am Fuss entwischen“, sagt Brauchle. Denn die Lauffieber-Zeitmessung erfolgt bei allen Wettkämpfen mit einem hochmodernen Chipsystem. Vom Start bis zum Ziel ist so die Nettozeitmessung jedes einzelnen Läufers möglich.

300 Läufer sind maximal für den Marathon zugelassen, 1000 für den Halbmarathon, 400 für den 10 000-Meter-Lauf, 400 für den Kinder-Marathon und die sogenannten „Bambini“. 50 Teams dürfen maximal im Staffellauf an den Start. Rund fünftausend Zuschauer erwarten die Lauffieber-Organisatoren Markus Brauchle, Eckart Knof, Bernhard Schultes und Frank Lorinser auch in diesem Jahr zu dem Laufereignis in Oberschwaben.

Hunderte helfender Hände werden dann wieder notwendig sein, vor dem Start genauso wie am Ziel. Und: „Es fehlen uns ein paar Streckenposten“, sagt Brauchle. Doch wie wird man Lauffieber-Helfer? Der erste Schritt ist da leicht. Brauchle rät: „Einfach bei mir melden.“

(Erschienen: 02.05.2010 19:50)

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