Stadtnachrichten Bad Waldsee
Mai und August verhageln die Bilanz
Von unserer Redakteurin Stefanie Järkel
Der stärkste Tag der Saison war der Sonntag, 11. Juli. Damals haben laut Steiner fast 6000 Menschen das Bad besucht. „Das war eben auch ein Sonntag“, sagt Marc Steiner, Meister für Bäderbetriebe im Freibad Bad Waldsee. An schönen Sommertagen mit 25 Grad kämen sonst 3000 bis 3500 Gäste. An mehreren Tagen seien auch um die 5000 Besucher da gewesen. Trotzdem: Auch der heiße Juli hat den Sommer nicht gerettet: „Ich bin seit fünf Jahren hier – und das war eine der schlechtesten Saisons“, sagt Steiner. Derzeit warten Steiner und die andere Mitarbeiter noch auf den 100 000. Badegast. Zum Vergleich: Der stärkste Sommer in den vergangenen sieben Jahren war 2003. Damals kamen fast 195 000 Gäste.
„Der Anfang war schon mal schwierig“, sagt Steiner. Im Mai hätten sie um einiges weniger Besucher gehabt als im Mai 2009. (siehe Hintergrund) Ob dies an den verkürzten Öffnungszeiten gelegen haben mag, ist allerdings unklar: Im Juni waren dagegen deutlich mehr Besucher da als im Vorjahresmonat. „Von der früheren Schließung waren sicherlich die Berufstätigen betroffen“, sagt Steiner. „Die Familien finden häufig früher die Zeit zu kommen.“ In den ersten beiden Monaten der Saison schloss das Freibad erstmals täglich um 19 Uhr statt wie in den Vorjahren um 20 Uhr. Früher gab es nur die Schlecht-Wetter-Regel: War es nicht warm genug, machte das Freibad eine Stunde früher zu.
Hintergrund ist, dass die Stadt aufgrund der Haushaltslage sparen muss. „Diese Änderung hat insgesamt rund 5000 Euro ausgemacht“, sagt Thomas Manz, erster Beigeordneter der Stadt. „Es hat sich gelohnt, früher zu schließen.“ Betriebskosten und Personalstunden seien reduziert worden. Im Frühjahr 2011 wird laut Manz entschieden, ob dies in der kommenden Saison wieder so gehandhabt wird. Im Jahr 2009 hat die Stadt durch das Freibad 225 000 Euro eingenommen. Demgegenüber standen Ausgaben in Höhe von 643 000 Euro. Damit konnten die Kosten nur zu 35 Prozent gedeckt werden.
Neue Schlusszeiten zum Sparen
„Vereinzelt“ hat es laut Manz Anfragen und Beschwerden zu den geänderten Öffnungszeiten gegeben. „Das ist für den Einzelnen natürlich bedauerlich“, sagt der erste Beigeordnete. „Aber angesichts der Haushaltssituation ist es ein geeignetes Mittel, um die Kosten zumindest geringfügig zu reduzieren.“ Neben manchem Badegast haben die verkürzten Öffnungszeiten besonders die Triathleten von „Fit4tri TG Bad Waldsee“ getroffen. „Wir haben sonst keine Möglichkeit, in Bad Waldsee schwimmen zu gehen“, sagt Wolfgang Rentschler, Cheftrainer der Triathleten. „Weil viele von uns berufstätig sind, sind die früheren Schließungszeiten Gift für uns.“ Wenn sie früher um 18 Uhr begonnen hätten, hätten sie noch eineinhalb Stunden Zeit gehabt, jetzt sei es zum Teil nur eine Stunde gewesen. Die Wettkämpfe der Triathleten beginnen im Mai. „Wir sind froh, wenn wir ab Mai ins Freibad können, um dort auch Freiwasser-Gefühle zu bekommen“, sagt Rentschler.
Die Sportler werden sich nun schriftlich an die Stadt wenden. Sie wollen, dass das Freibad in der kommenden Saison zu ihren Trainingszeiten länger offen hat. Manz sagt: „Letztendlich ist das Freibad ein Freizeitbad und keine Sporteinrichtung.“ Die Entscheidung müsse aber der Gemeinderat treffen.
Das Bad wird nun in der Woche vom 13. September geschlossen werden. Wann genau, hängt vom Wetter ab. „Wenn die Ferien zu Ende sind, fallen die Besucherzahlen ganz stark ab“, sagt Manz. „Es macht im Moment auch nicht den Anschein, als ob wir nochmal Hochsommer bekommen würden.“
(Erschienen: 02.09.2010 18:20)
Von unserer Redakteurin Stefanie Järkel
Der stärkste Tag der Saison war der Sonntag, 11. Juli. Damals haben laut Steiner fast 6000 Menschen das Bad besucht. „Das war eben auch ein Sonntag“, sagt Marc Steiner, Meister für Bäderbetriebe im Freibad Bad Waldsee. An schönen Sommertagen mit 25 Grad kämen sonst 3000 bis 3500 Gäste. An mehreren Tagen seien auch um die 5000 Besucher da gewesen. Trotzdem: Auch der heiße Juli hat den Sommer nicht gerettet: „Ich bin seit fünf Jahren hier – und das war eine der schlechtesten Saisons“, sagt Steiner. Derzeit warten Steiner und die andere Mitarbeiter noch auf den 100 000. Badegast. Zum Vergleich: Der stärkste Sommer in den vergangenen sieben Jahren war 2003. Damals kamen fast 195 000 Gäste.
„Der Anfang war schon mal schwierig“, sagt Steiner. Im Mai hätten sie um einiges weniger Besucher gehabt als im Mai 2009. (siehe Hintergrund) Ob dies an den verkürzten Öffnungszeiten gelegen haben mag, ist allerdings unklar: Im Juni waren dagegen deutlich mehr Besucher da als im Vorjahresmonat. „Von der früheren Schließung waren sicherlich die Berufstätigen betroffen“, sagt Steiner. „Die Familien finden häufig früher die Zeit zu kommen.“ In den ersten beiden Monaten der Saison schloss das Freibad erstmals täglich um 19 Uhr statt wie in den Vorjahren um 20 Uhr. Früher gab es nur die Schlecht-Wetter-Regel: War es nicht warm genug, machte das Freibad eine Stunde früher zu.
Hintergrund ist, dass die Stadt aufgrund der Haushaltslage sparen muss. „Diese Änderung hat insgesamt rund 5000 Euro ausgemacht“, sagt Thomas Manz, erster Beigeordneter der Stadt. „Es hat sich gelohnt, früher zu schließen.“ Betriebskosten und Personalstunden seien reduziert worden. Im Frühjahr 2011 wird laut Manz entschieden, ob dies in der kommenden Saison wieder so gehandhabt wird. Im Jahr 2009 hat die Stadt durch das Freibad 225 000 Euro eingenommen. Demgegenüber standen Ausgaben in Höhe von 643 000 Euro. Damit konnten die Kosten nur zu 35 Prozent gedeckt werden.
Neue Schlusszeiten zum Sparen
„Vereinzelt“ hat es laut Manz Anfragen und Beschwerden zu den geänderten Öffnungszeiten gegeben. „Das ist für den Einzelnen natürlich bedauerlich“, sagt der erste Beigeordnete. „Aber angesichts der Haushaltssituation ist es ein geeignetes Mittel, um die Kosten zumindest geringfügig zu reduzieren.“ Neben manchem Badegast haben die verkürzten Öffnungszeiten besonders die Triathleten von „Fit4tri TG Bad Waldsee“ getroffen. „Wir haben sonst keine Möglichkeit, in Bad Waldsee schwimmen zu gehen“, sagt Wolfgang Rentschler, Cheftrainer der Triathleten. „Weil viele von uns berufstätig sind, sind die früheren Schließungszeiten Gift für uns.“ Wenn sie früher um 18 Uhr begonnen hätten, hätten sie noch eineinhalb Stunden Zeit gehabt, jetzt sei es zum Teil nur eine Stunde gewesen. Die Wettkämpfe der Triathleten beginnen im Mai. „Wir sind froh, wenn wir ab Mai ins Freibad können, um dort auch Freiwasser-Gefühle zu bekommen“, sagt Rentschler.
Die Sportler werden sich nun schriftlich an die Stadt wenden. Sie wollen, dass das Freibad in der kommenden Saison zu ihren Trainingszeiten länger offen hat. Manz sagt: „Letztendlich ist das Freibad ein Freizeitbad und keine Sporteinrichtung.“ Die Entscheidung müsse aber der Gemeinderat treffen.
Das Bad wird nun in der Woche vom 13. September geschlossen werden. Wann genau, hängt vom Wetter ab. „Wenn die Ferien zu Ende sind, fallen die Besucherzahlen ganz stark ab“, sagt Manz. „Es macht im Moment auch nicht den Anschein, als ob wir nochmal Hochsommer bekommen würden.“
(Erschienen: 02.09.2010 18:20)

































