Stadtnachrichten Bad Waldsee
Hymer stärkt den Standort Bad Waldsee
Von unserer Redakteurin Stefanie Järkel
Bad Waldsee hat sich bei der Produktionsverlagerung gegen fünf weitere Standorte von Hymer durchgesetzt. „Wir haben bereits im Januar eine Wirtschaftlichkeitsanalyse gemacht, für den Fall, dass Hymer-France schließt“, sagte Finanzvorstand Frank Mallet gestern. „Bad Waldsee ist ein vergleichsweise teurer Standort, hat aber ein paar andere Vorteile.“ Dies sind laut Mallet „erhebliche, freie Kapazitäten“. Das Werk sei im Moment nicht einmal zu 50 Prozent ausgelastet. An anderen Standorten die Kapazitäten aufzubauen, wäre dagegen mit zusätzlichen Investitionen verbunden.
Außerdem werde die Baureihe Eriba-Touring, ein Caravan mit Aufstelldach, nach einer klassischen Fertigungsbauweise hergestellt. Dabei werden Wände auf Stahlrohre aufmontiert. „Damit haben kaum Werke im Konzernverbund Erfahrung.“ In Bad Waldsee habe es diese Bauweise vor über 25 Jahren allerdings schon einmal gegeben. Hier gebe es Leute, die sich damit auskennen würden.
Verzicht auf Kündigungen
Als dritten Grund nennt Mallet einen „ganz weichen Faktor“: Eriba-Touring und das kleine Wohnmobil Hymer Car seien Hymer-Produkte. Am Stammsitz in Bad Waldsee werden im Gegensatz zu anderen Werken nur Hymer-Fahrzeuge hergestellt, keine Produkte anderer Marken. „Wir hoffen auf ein starkes Engagement der Mitarbeiter für ihre Marke – und dass sich das in der Qualität der Fertigung niederschlägt.“
Der Grund für die Verlagerung der Produktion ist, dass Hymer-France wegen Insolvenz zum 31. März aufgelöst wurde. Die verbliebenen 184 Mitarbeiter wurden abgefunden. Dafür sollen nun in Bad Waldsee Mitarbeiter gehalten werden. Im vergangenen Jahr waren bereits 89 Mitarbeiter entlassen worden. So war es im Sozialplan mit der IG-Metall festgelegt worden. Anfang Februar hatte der Konzern signalisiert, dass er auf weitere Kündigungen verzichten wolle (die SZ berichtete). Allerdings unter der Bedingung, dass die Mitarbeiter zwei Jahre lang auf ihr Urlaubs- und Weihnachtsgeld verzichten.
Seit vergangener Woche verhandelt Hymer Bad Waldsee mit der IG-Metall. Nach der Einschätzung Rademachers könne der Verzicht auf Urlaubs- und Weihnachgsgeld nur ein Jahr andauern. Darüber hinaus müsste es im Anschluss nach dem Rahmentarifvertrag ein weiteres Jahr Beschäftigungssicherung geben. Laut Mallet hatte der Hymer-Konzern von September 2009 bis November 2009 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum acht Prozent weniger Umsatz. Im Geschäftsjahr 2008/2009 waren es im Vergleich zum Vorjahr minus 28 Prozent. „Wir merken, dass sich der Rückgang verlangsamt“, sagt Mallet. „Ich hoffe, dass wir die Talsohle erreicht haben.“ Aktuelle Zahlen wollte Mallett nicht nennen. Diese würden voraussichtlich kommende Woche veröffentlicht.
Rund 2000 Caravans und Wohnmobile hat Hymer-France zuletzt pro Jahr produziert. Nach SZ-Informationen soll in Bad Waldsee allerdings nur noch rund ein Drittel der Stückzahlen hergestellt werden. Mallet schätzt, dass die Produktion frühestens ab September „hochgefahren werden kann“. Danach dauere es erfahrungsgemäß weitere drei Monate, bis die Produktion laufe. „Es ist die Frage, wie sich die Auftragslage entwickelt.“ Von Neueinstellungen wollte Mallet gestern nicht sprechen.
(Erschienen: 06.04.2010 20:10)
Von unserer Redakteurin Stefanie Järkel
Bad Waldsee hat sich bei der Produktionsverlagerung gegen fünf weitere Standorte von Hymer durchgesetzt. „Wir haben bereits im Januar eine Wirtschaftlichkeitsanalyse gemacht, für den Fall, dass Hymer-France schließt“, sagte Finanzvorstand Frank Mallet gestern. „Bad Waldsee ist ein vergleichsweise teurer Standort, hat aber ein paar andere Vorteile.“ Dies sind laut Mallet „erhebliche, freie Kapazitäten“. Das Werk sei im Moment nicht einmal zu 50 Prozent ausgelastet. An anderen Standorten die Kapazitäten aufzubauen, wäre dagegen mit zusätzlichen Investitionen verbunden.
Außerdem werde die Baureihe Eriba-Touring, ein Caravan mit Aufstelldach, nach einer klassischen Fertigungsbauweise hergestellt. Dabei werden Wände auf Stahlrohre aufmontiert. „Damit haben kaum Werke im Konzernverbund Erfahrung.“ In Bad Waldsee habe es diese Bauweise vor über 25 Jahren allerdings schon einmal gegeben. Hier gebe es Leute, die sich damit auskennen würden.
Verzicht auf Kündigungen
Als dritten Grund nennt Mallet einen „ganz weichen Faktor“: Eriba-Touring und das kleine Wohnmobil Hymer Car seien Hymer-Produkte. Am Stammsitz in Bad Waldsee werden im Gegensatz zu anderen Werken nur Hymer-Fahrzeuge hergestellt, keine Produkte anderer Marken. „Wir hoffen auf ein starkes Engagement der Mitarbeiter für ihre Marke – und dass sich das in der Qualität der Fertigung niederschlägt.“
Der Grund für die Verlagerung der Produktion ist, dass Hymer-France wegen Insolvenz zum 31. März aufgelöst wurde. Die verbliebenen 184 Mitarbeiter wurden abgefunden. Dafür sollen nun in Bad Waldsee Mitarbeiter gehalten werden. Im vergangenen Jahr waren bereits 89 Mitarbeiter entlassen worden. So war es im Sozialplan mit der IG-Metall festgelegt worden. Anfang Februar hatte der Konzern signalisiert, dass er auf weitere Kündigungen verzichten wolle (die SZ berichtete). Allerdings unter der Bedingung, dass die Mitarbeiter zwei Jahre lang auf ihr Urlaubs- und Weihnachtsgeld verzichten.
Seit vergangener Woche verhandelt Hymer Bad Waldsee mit der IG-Metall. Nach der Einschätzung Rademachers könne der Verzicht auf Urlaubs- und Weihnachgsgeld nur ein Jahr andauern. Darüber hinaus müsste es im Anschluss nach dem Rahmentarifvertrag ein weiteres Jahr Beschäftigungssicherung geben. Laut Mallet hatte der Hymer-Konzern von September 2009 bis November 2009 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum acht Prozent weniger Umsatz. Im Geschäftsjahr 2008/2009 waren es im Vergleich zum Vorjahr minus 28 Prozent. „Wir merken, dass sich der Rückgang verlangsamt“, sagt Mallet. „Ich hoffe, dass wir die Talsohle erreicht haben.“ Aktuelle Zahlen wollte Mallett nicht nennen. Diese würden voraussichtlich kommende Woche veröffentlicht.
Rund 2000 Caravans und Wohnmobile hat Hymer-France zuletzt pro Jahr produziert. Nach SZ-Informationen soll in Bad Waldsee allerdings nur noch rund ein Drittel der Stückzahlen hergestellt werden. Mallet schätzt, dass die Produktion frühestens ab September „hochgefahren werden kann“. Danach dauere es erfahrungsgemäß weitere drei Monate, bis die Produktion laufe. „Es ist die Frage, wie sich die Auftragslage entwickelt.“ Von Neueinstellungen wollte Mallet gestern nicht sprechen.
(Erschienen: 06.04.2010 20:10)



































