Stadtnachrichten Bad Waldsee
Grüne wollen neuen Bahnhof statt „Stuttgart 21“
Von unserer Redakteurin Stefanie Järkel
19 Uhr, Bad Waldsee, Bahnhof: 20 Menschen stehen vor dem Bahnhofsgebäude, halten Tafeln mit Aufschriften wie „Nein zu S 21“ in die Luft, klatschen, rufen „Oben bleiben“, „Oben bleiben“, „Oben bleiben“, jemand schlägt auf eine Bongo, ein Tambourin scheppert. Nach rund einer Minute bricht Bernd Zander, Stadtverbandsvorsitzender der Grünen und Landtagskandidat für den Wahlkreis, die Aktion ab. Anschließend will die Gruppe den Bahnhof in Augenschein nehmen.
Die Grünen und die Grün-Alternative Liste (GAL) haben eingeladen, um auf den maroden Zustand des Bahnhofes in Waldsee hinzuweisen. Außerdem wollen sie sich mit den Montagsdemonstranten in Stuttgart solidarisieren. Am Stuttgarter Hauptbahnhof kommen jede Woche Gegner von „Stuttgart 21“ zusammen. Mit dem Bauprojekt der Bahn soll der Kopfbahnhof in Stuttgart unter die Erde verlegt werden.
Stundentakt soll zurückkommen
„Stuttgart 21 soll gestoppt werden“, fordert Zander. „Das Geld für den Bau soll stattdesssen für die Elektrifizierung der Südbahn verwendet werden und die Erhaltung der Allgäubahn.“ Dabei will Zander vor allem den Stundentakt zurück und behindertenfreundliche Zugänge auf den Bahnhöfen. „Es ist Taktik der Bahn, Steuergelder in Stuttgart 21 zu stecken und die Elektrifizierung der Südbahn zu verschieben“, sagt der Grünen-Politiker.
Die Grünen hatten schon 2008 an die Stadt geschrieben und die Mängel am Waldseer Bahnhofsgebäude kritisiert. Die Antwort der Stadt war: „Uns sind die Hände gebunden, weil wir nicht die Eigentümer sind“ – wie Zander sagt. Die „DB Station und Service AG“ jedoch als Eigentümerin habe nun in einem Schreiben erklärt, dass sie das Gebäude derzeit schätzen lässt. Im kommenden Jahr will sie es verkaufen. „Bis dahin wird nichts passieren“, schreibt die Bahn laut Zander. (die SZ kommt darauf zurück)
Am Montag hat die Gruppe eine Mängelliste zum Bahnhof erstellt. Die Veranstalter wollen die Liste an Bahnchef Rüdiger Grube schicken. Auf der Liste stehen unter anderem:
Kein behindertengerechter Zugang – Menschen mit Kinderwagen, Rollstuhlfahrer und Menschen mit Gehhilfen können in Bad Waldsee kaum zusteigen
Keine Toilette
Große Flächen abgebröckelter Putz, aufgeplatzter Asphalt, gesprungene Fliesen im Gebäude
Ein zu kleiner Fahrradständer
Keine Bahnhofsuhr am Gleis
Alte Fenster
Kaum Bänke
„Wir können es uns als Kurstadt nicht leisten, mit einem solchen Bahnhof als Visitenkarte aufzutreten“, sagt Zander. Stadt und Gemeinderat seien gefragt, eine Lösung zu suchen. Um weiter auf die Probleme an den Bahnhöfen der Allgäubahn hinzuweisen, überlegen die Grünen nun, jeden Montag einen Bahnhof zu besichtigten. Am Montag ist Aulendorf eingeplant. Zudem wollen die Gegner von „Stuttgart 21“ einmal montags nach Stuttgart fahren.
(Erschienen: 24.08.2010 15:25)
Von unserer Redakteurin Stefanie Järkel
19 Uhr, Bad Waldsee, Bahnhof: 20 Menschen stehen vor dem Bahnhofsgebäude, halten Tafeln mit Aufschriften wie „Nein zu S 21“ in die Luft, klatschen, rufen „Oben bleiben“, „Oben bleiben“, „Oben bleiben“, jemand schlägt auf eine Bongo, ein Tambourin scheppert. Nach rund einer Minute bricht Bernd Zander, Stadtverbandsvorsitzender der Grünen und Landtagskandidat für den Wahlkreis, die Aktion ab. Anschließend will die Gruppe den Bahnhof in Augenschein nehmen.
Die Grünen und die Grün-Alternative Liste (GAL) haben eingeladen, um auf den maroden Zustand des Bahnhofes in Waldsee hinzuweisen. Außerdem wollen sie sich mit den Montagsdemonstranten in Stuttgart solidarisieren. Am Stuttgarter Hauptbahnhof kommen jede Woche Gegner von „Stuttgart 21“ zusammen. Mit dem Bauprojekt der Bahn soll der Kopfbahnhof in Stuttgart unter die Erde verlegt werden.
Stundentakt soll zurückkommen
„Stuttgart 21 soll gestoppt werden“, fordert Zander. „Das Geld für den Bau soll stattdesssen für die Elektrifizierung der Südbahn verwendet werden und die Erhaltung der Allgäubahn.“ Dabei will Zander vor allem den Stundentakt zurück und behindertenfreundliche Zugänge auf den Bahnhöfen. „Es ist Taktik der Bahn, Steuergelder in Stuttgart 21 zu stecken und die Elektrifizierung der Südbahn zu verschieben“, sagt der Grünen-Politiker.
Die Grünen hatten schon 2008 an die Stadt geschrieben und die Mängel am Waldseer Bahnhofsgebäude kritisiert. Die Antwort der Stadt war: „Uns sind die Hände gebunden, weil wir nicht die Eigentümer sind“ – wie Zander sagt. Die „DB Station und Service AG“ jedoch als Eigentümerin habe nun in einem Schreiben erklärt, dass sie das Gebäude derzeit schätzen lässt. Im kommenden Jahr will sie es verkaufen. „Bis dahin wird nichts passieren“, schreibt die Bahn laut Zander. (die SZ kommt darauf zurück)
Am Montag hat die Gruppe eine Mängelliste zum Bahnhof erstellt. Die Veranstalter wollen die Liste an Bahnchef Rüdiger Grube schicken. Auf der Liste stehen unter anderem:
Kein behindertengerechter Zugang – Menschen mit Kinderwagen, Rollstuhlfahrer und Menschen mit Gehhilfen können in Bad Waldsee kaum zusteigen
Keine Toilette
Große Flächen abgebröckelter Putz, aufgeplatzter Asphalt, gesprungene Fliesen im Gebäude
Ein zu kleiner Fahrradständer
Keine Bahnhofsuhr am Gleis
Alte Fenster
Kaum Bänke
„Wir können es uns als Kurstadt nicht leisten, mit einem solchen Bahnhof als Visitenkarte aufzutreten“, sagt Zander. Stadt und Gemeinderat seien gefragt, eine Lösung zu suchen. Um weiter auf die Probleme an den Bahnhöfen der Allgäubahn hinzuweisen, überlegen die Grünen nun, jeden Montag einen Bahnhof zu besichtigten. Am Montag ist Aulendorf eingeplant. Zudem wollen die Gegner von „Stuttgart 21“ einmal montags nach Stuttgart fahren.
(Erschienen: 24.08.2010 15:25)




































