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Stadtnachrichten Bad Waldsee

Die meisten Besucher des Hymer-Museums kommen aus der Region

Die meisten Besucher kommen aus der Region
Die meisten Besucher kommen aus der Region

Bad Waldsee / kab Heute vor 100 Tagen hat das Erwin-Hymer-Museum am Stadtrand von Bad Waldsee eröffnet – Zeit für eine erste Bilanz. Kara Ballarin hat Susanne Hinzen, Geschäftsführende Vorsitzende der das Museum betreibenden Erwin-Hymer-Stiftung und damit Museumsleiterin, nach der Entwicklung der Besucherzahlen, der Akzeptanz der Ticketpreise und Veränderungen in der Ausstellung befragt.

SZ: Frau Hinzen, kurzes Statement: Wie läuft’s nach 100 Tagen?

Susanne Hinzen: Wir sind super zufrieden, bekommen tolle Resonanz von Besuchern und den Medien. Manche Leute haben uns gezielt auf der CMT gesucht.

Hymer-Tochter Carolin gibt während ihrer Begrüßungsrede Einblicke in den Charakter ihres Vaters.
Fotos:
Offiziell: Erwin Hymer eröffnet das neue Museum
Das Hymer-Museum öffnet
Eröffnung des Hymer-Museums

SZ: Sie haben sich auf der Urlaubsmesse CMT in Stuttgart präsentiert…

Hinzen: Auf der CMT waren wir schon im vergangenen Jahr und haben dort unsere Eröffnung verkündet. Dieses Jahr hat es dann sehr viel Spaß gemacht, dort Feedback von Menschen zu bekommen, die schon im Museum waren.

SZ: Wie viele waren denn bisher im Museum? Sie planen mit 120 000 Besuchern im Jahr, bis heute müssten es also knapp 33 000 gewesen sein.

Hinzen: Sie rechnen jetzt linear, aber wir haben ja in einer tourismusschwachen Zeit eröffnet. Wir hatten bisher etwa 19 000 Besucher. Dass es in der Ferienzeit super läuft, haben wir in den Weihnachtsferien gesehen. Nun erwarten wir einiges von den Oster- und Pfingstferien, denn an Ferien-, Sonn- und Feiertagen steigt die Besucherzahl überproportional.

SZ: Wird dann auch mehr Personal eingesetzt? Hat sich an der Zahl der Mitarbeiter etwas geändert?

Hinzen: Nein, die Zahl ist gleich geblieben. Pro Ausstellungs-Ebene haben wir zwei Mitarbeiter im Besucherservice – so verstehen wir das, nicht als Aufsicht. Zu Stoßzeiten können zudem bis zu vier Kassen besetzt sein. Im Schnitt arbeiten sechs bis sieben Mitarbeiter. Wenn die Saison losgeht, können wir flexibel darauf reagieren.

SZ: Werden die Eintrittspreise akzeptiert?

Hinzen: Manche sagen erstmal „Huch“, aber die Akzeptanz ist da, wenn sie in der Ausstellung waren und sehen wie groß diese ist und was wir alles bieten. Wir werden öfter mal angesprochen, warum wir keine Familientickets haben. Die Frage ist aber: Was ist eine Familie? Wir wollten die Struktur bei den Preisen möglichst einfach halten. Ein anderes Thema sind Jahreskarten für Besucher aus der Region. Es gibt einige, die gerne häufiger kommen würden. Wir werden diese Entwicklungen beobachten, da muss man schauen.

SZ: Kommen denn die meisten Besucher aus der unmittelbaren Umgebung?

Hinzen: Laut unserer Postleitzahlenerfassung liegt der Schwerpunkt eindeutig auf der Region, viele kommen aber auch aus dem Ulmer und Stuttgarter Raum. Während der Herbstferien haben wir sofort gesehen, dass die Herkunft weiter wird.

SZ: Wer ist der typische Museumsbesucher?

Hinzen: Das ist querbeet: viele Familien, aber auch Einzelpersonen. Es gibt auch viele Gruppenanfragen, die den Wunsch nach einer besonderen Führung haben. Bisher bieten wir eine allgemeine Infotour durch die Ausstellung an, die die Highlights aufführt. Jetzt sind wir gerade daran, weitere Führungen unter bestimmten Blickwinkeln zu erarbeiten.

SZ: Kein Audioguide?

Hinzen: Zumindest keiner im klassischen Sinne. Unsere Aufgabenstellung war, dass das Museum selbsterklärend sein soll. Wir sind in der Konzeptphase zu etwas eher multimedialem.

SZ: Ein Thema zur Eröffnung waren die Camper auf dem Besucherparkplatz. Wie gehen Sie damit um?

Hinzen: Camper sind uns willkommen. Es sind einige, die hier nachts mit ihrem Reisemobil stehen, um am nächsten Morgen das Museum zu besuchen. Das dürfen sie auch. Spannend wird es in der nächsten Ferienzeit.

SZ: Und die Laster, die entlang der Straße zum Museum parken?

Hinzen: Bisher gab es keine wirklichen Probleme. Manchmal müssen wir einwirken, damit sie nicht bis in die Kurve vor dem Museum parken. Da der Parkplatz zwei Zufahrten hat, sehe ich da keine Schwierigkeiten.

SZ: Wie häufig dient das Museum als Veranstaltungsort?

Hinzen: Wir haben jede Woche mehrfach Veranstaltungen – Museen sind ja spannende Event-Locations. Zu Weihnachten hatten wir viele Weihnachtsfeiern, es gibt aber auch Veranstaltungen für bis zu 500 Leute. Die Grundlogistik ist dafür vorhanden.

SZ: Hat sich die Ausstellung seit der Eröffnung verändert?

Hinzen: Wir mussten Kleinigkeiten nacharbeiten und ergänzen, haben ein Fahrzeug geschlossen, das vorher offen war, die Funktionalität eines Hebels verbessert. Ich hätte mir gewünscht, dass es ohne geht, aber an den Autos st ehen nun auch kleine Schilder mit der Beschriftung „Bitte nicht berühren“. Die Erfahrung hat gezeigt, dass das notwendig war. Ein paar kleine Reparaturen mussten wir machen, etwa am Indianerschmuck für die Fotostation, den sich die Besucher aufsetzen können.

SZ: Was steht als Nächstes an?

Hinzen: Wir sind in der Planungsphase für eigene Veranstaltungen, unter anderem mit Oldtimern und einer Son derausstellung zum Thema Oldtimer. Das soll zum Beginn der Tourismussaison sein, Richtung April-Mai. An der Ausstellung selbst wird sich nichts Großes verändern, wir sind ja noch neu, gerade mal 100 Tage alt. Ein neues Objekt wird es aber geben – dafü r haben wir eine Kooperation mit zwei anderen Museen: ein Prototyp. Mehr wird noch nicht verraten.

SZ: Der Museumsleiterin größter Wunsch…?

Hinzen: Hmmmm, noch mehr begeisterte Besucher. Und ganz toll fände ich, wenn uns mehr Schulklassen besuchen kämen.

(Erschienen: 05.02.2012 22:20)

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