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Clou: Baumstreit endet nach Jahrzehnten

TC Gaisbeuren wollte morsche Bäume bei ihren Parkplätzen fällen – Verbot von der Stadt
Clou:
                  Baumstreit endet nach Jahrzehnten
Clou: Baumstreit endet nach Jahrzehnten

Von Stefanie Järkel

Gaisbeuren Geschätzte vier Meter lang war er, dick wie ein muskelbepackter Oberarm, „allein habe ich ihn nicht heben können“, sagt Franz-Daniel Pfaff, Vorsitzender des Tennisclubs (TC) Gaisbeuren. Vor knapp zwei Wochen ist ein Ast von einem der Apfelbäume an den Parkplätzen beim Vereinsheim des TC herunter gekracht. Mal wieder. Kurz zuvor war an dieser Stelle noch jemand gestanden, war aber dann mit seinem Auto weggefahren. „Wir haben fast jedes Jahr Ärger mit den Bäumen“, sagt Pfaff. Vor allem, wenn die Äpfel reif sind und die Äste belasten, brechen regelmäßig Äste ab. In den 90er-Jahren wurde einmal eine Frau an der Schulter getroffen. Ein Auto wurde von einem anderen Ast beschädigt. Der Verein regelte die Vorfälle damals „intern“, wie Pfaff sagt. Der Verein wollte die Bäume fällen lassen – doch die Stadt untersagte das.

Der TC hat seit 32 Jahren seinen Standort am Schorrenweg. Auf dem Gelände befinden sich vier Tennisplätze und das Vereinsheim. Das Grundstück gehört der Stadt. 1992 einigten sich Stadt und Verein auf einen Erbpachtvertrag. Damit darf der Verein auf dem Grundstück ein Gebäude bauen und unterhalten. Vor dem Vereinsheim gibt es an der Straße rund zehn Parkplätze. Wegen der Bäume hat zuerst Pfaffs Vorgänger, dann er selbst, immer wieder bei der Ortschaftsverwaltung und der Stadtverwaltung nachgefragt. Doch die Bäume durften nicht gefällt werden. „Die haben immer gesagt, das ist ein öffentlicher Parkplatz, er gehört nicht zu unserem Grundstück“, sagt Pfaff. „Wir dürfen keine Entscheidung fällen, was die Bäume betrifft.“

Doch diese Unsicherheit ist nun vorbei. Pfaff hat nach dem Vorfall vor zwei Wochen der Ortschaftsverwaltung und Bürgermeister Roland Weinschenk einen Brief geschrieben. Nun hat die Stadt die Unterlagen nochmals überprüft. „Wir sind alle von völlig falschen Voraussetzungen ausgegangen“, sagt Pfaff erleichtert. „Was wir uns seit Jahren gewünscht haben, ist jetzt möglich.“ Die Parkplätze gehören zum Grundstück und damit ist auch der TC für die Bäume verantwortlich. „Am 1. Oktober beginnt die Einschlagzeit, dann können wir beginnen, die morschen Bäume zu fällen“, sagt Pfaff. „Ich denke, dass die Inhalte des Vertrages keiner genau kapiert hat.“ Da es ein privates Grundstück ist, ist die Baumkommission nicht mehr für die Bäume zuständig. Der TC will nun auf eigene Kosten mindestens drei der Apfelbäume fällen. „Ich sehe das mit einem lachenden und einem weinenden Auge“, sagt Pfaff. „Jetzt ist in Zukunft für die Sicherheit gesorgt, wenn ich die morschen Bäume fällen lasse, aber es kommen eben Kosten auf uns zu, und wir müssen es selber machen.“ Das nehme er allerdings gern in Kauf.

(Erschienen: 05.09.2011 15:55)

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