Stadtnachrichten Aulendorf
Arbeiten könnten noch dieses Jahr starten
Von unserem Redaktionsmitglied Melanie Braith
Als Kinder seien sie jeden Tag an am Fluss gewesen, erinnert sich Jochen Richter, 2. Vorsitzender vom Fischer- und Naturschutzverein Aulendorf. „Wir sind mit einem Floß auf dem Fluss gefahren oder haben Dämme gebaut.“ An der Schussen ist das für die Kinder heute nicht möglich. Der Fluss ist ein gerader Kanal, die Ufer fallen steil ab. In der Mitte des 19. Jahrhunderts ist die Schussen begradigt worden.
Jetzt soll der natürliche Zustand der Schussen wieder hergestellt werden und zwar von der Quelle in Bad Schussenried bis zum Bodensee. Bei Aulendorf wollen sich der BUND, der Deutsche Alpverein und der Fischer- und Naturschutzverein um das Projekt kümmern. „Eigentlich ist es ein Storchen- und Schussenprojekt. Wir wollten auch, dass sich die Störche wieder ansiedeln. Das hat bereits geklappt. Jetzt müssen wir schauen, dass die Störche den passenden Lebensraum bekommen. Da kommt die Schussen ins Spiel“, erklärt Bruno Sing, Vorsitzender des BUND Aulendorf.
Derzeit entwässern viele Wiesen in die Schussen. Der Anteil an Dünger im Fluss ist hoch, das führt zur sogenannten Verkrautung. In Verbindung mit dem steilen Ufer ist die Schussen nicht gerade ein Paradies für Amphibien und kleine Tiere. Das Projekt „Naturnahe Schussen“ sieht vor, dass sich der Fluss wieder über die Wiesen schlängeln soll. Die Ufer sollen sehr viel flacher werden und die Wiesen sollen an Streifen entlang der Ufer nicht mehr bewirtschaftet werden.
„So wollen wir auch kleine Feuchtbiotope einrichten damit die Storche in Zukunft mehr Nahrung finden“, sagt Sing. „Amphibien und Wasservögel sollen sich ansiedeln können.“ Vor etwas über einem Jahr haben die Arbeiten an diesem Projekt begonnen. In der Zeit wurden vor allem Spenden gesammelt. Rund 100 000 Euro könnte das Projekt kosten, schätzen die Verantwortlichen. „70 Prozent der Summe bekommen wir aus Fördermitteln“, so Sing. So müssen die Aulendorfer nur noch rund 30 000 Euro zusammenbekommen.
„Wir haben uns entschlossen, 15 000 Euro an Geldmitteln zu geben und die andere Hälfte in Man- und Maschinenpower“, erklärt Jochen Richter. Derzeit liegt der Spendenstand bei 11 600 Euro. Die gesamte Woche über hat der BUND für neue Mitglieder geworden und den Aulendorfern sein Projekt erklärt. Das Interesse ist groß. „Wir werden wohl um die 30 neue Mitglieder bekommen“, sagt Bruno Sing.
Im Moment laufen beim Land Gespräche wegen des Projekts, die letzten Formalitäten werden geklärt. In Aulendorf wartet man auf grünes Licht. Eventuell könnten die Arbeiten noch in diesem Jahr losgehen. „Wir sollten entweder im heißen Sommer oder im Winter arbeiten“, erklärt Dr. Beatrix Sommer-Locher, Projektleiterin des BUND. „Es muss trocken sein.“
Die Betreuer des Projekts wollen in Zukunft auch eng mit den Steege Freunden zusammenarbeiten. Dort, wo die Schussen am Steeger See vorbeifließt, sollen die beiden Gewässer miteinander vernetzt werden. „Es soll ein Erlebnispädagogischer Bereich für Kinder, Familien und Jugendgruppen entstehen, damit die Themen Fluss, Renaturierung und Natur erlebbar werden“, erklärt Bruno Sing.
Ein Abenteuer-Wasserspielplatz mit Grillstelle und ein kleiner Aussichtsturm zur Tierbeobachtung sind vorgesehen. Mit Trittsteinen soll die Schussen „begehbar“ werden. Auch ein Lehrpfad ist geplant, der die Naturhistorischen Pfahlbauten und Funde im Steeger See, sowie die Entwicklung der Schussen im Blickfeld hat. „Dann werden die Kinder endlich wieder am Fluss Dämme bauen und Steinchen werfen können“, meint Sing.
(Erschienen: 09.07.2010 14:35)
Von unserem Redaktionsmitglied Melanie Braith
Als Kinder seien sie jeden Tag an am Fluss gewesen, erinnert sich Jochen Richter, 2. Vorsitzender vom Fischer- und Naturschutzverein Aulendorf. „Wir sind mit einem Floß auf dem Fluss gefahren oder haben Dämme gebaut.“ An der Schussen ist das für die Kinder heute nicht möglich. Der Fluss ist ein gerader Kanal, die Ufer fallen steil ab. In der Mitte des 19. Jahrhunderts ist die Schussen begradigt worden.
Jetzt soll der natürliche Zustand der Schussen wieder hergestellt werden und zwar von der Quelle in Bad Schussenried bis zum Bodensee. Bei Aulendorf wollen sich der BUND, der Deutsche Alpverein und der Fischer- und Naturschutzverein um das Projekt kümmern. „Eigentlich ist es ein Storchen- und Schussenprojekt. Wir wollten auch, dass sich die Störche wieder ansiedeln. Das hat bereits geklappt. Jetzt müssen wir schauen, dass die Störche den passenden Lebensraum bekommen. Da kommt die Schussen ins Spiel“, erklärt Bruno Sing, Vorsitzender des BUND Aulendorf.
Derzeit entwässern viele Wiesen in die Schussen. Der Anteil an Dünger im Fluss ist hoch, das führt zur sogenannten Verkrautung. In Verbindung mit dem steilen Ufer ist die Schussen nicht gerade ein Paradies für Amphibien und kleine Tiere. Das Projekt „Naturnahe Schussen“ sieht vor, dass sich der Fluss wieder über die Wiesen schlängeln soll. Die Ufer sollen sehr viel flacher werden und die Wiesen sollen an Streifen entlang der Ufer nicht mehr bewirtschaftet werden.
„So wollen wir auch kleine Feuchtbiotope einrichten damit die Storche in Zukunft mehr Nahrung finden“, sagt Sing. „Amphibien und Wasservögel sollen sich ansiedeln können.“ Vor etwas über einem Jahr haben die Arbeiten an diesem Projekt begonnen. In der Zeit wurden vor allem Spenden gesammelt. Rund 100 000 Euro könnte das Projekt kosten, schätzen die Verantwortlichen. „70 Prozent der Summe bekommen wir aus Fördermitteln“, so Sing. So müssen die Aulendorfer nur noch rund 30 000 Euro zusammenbekommen.
„Wir haben uns entschlossen, 15 000 Euro an Geldmitteln zu geben und die andere Hälfte in Man- und Maschinenpower“, erklärt Jochen Richter. Derzeit liegt der Spendenstand bei 11 600 Euro. Die gesamte Woche über hat der BUND für neue Mitglieder geworden und den Aulendorfern sein Projekt erklärt. Das Interesse ist groß. „Wir werden wohl um die 30 neue Mitglieder bekommen“, sagt Bruno Sing.
Im Moment laufen beim Land Gespräche wegen des Projekts, die letzten Formalitäten werden geklärt. In Aulendorf wartet man auf grünes Licht. Eventuell könnten die Arbeiten noch in diesem Jahr losgehen. „Wir sollten entweder im heißen Sommer oder im Winter arbeiten“, erklärt Dr. Beatrix Sommer-Locher, Projektleiterin des BUND. „Es muss trocken sein.“
Die Betreuer des Projekts wollen in Zukunft auch eng mit den Steege Freunden zusammenarbeiten. Dort, wo die Schussen am Steeger See vorbeifließt, sollen die beiden Gewässer miteinander vernetzt werden. „Es soll ein Erlebnispädagogischer Bereich für Kinder, Familien und Jugendgruppen entstehen, damit die Themen Fluss, Renaturierung und Natur erlebbar werden“, erklärt Bruno Sing.
Ein Abenteuer-Wasserspielplatz mit Grillstelle und ein kleiner Aussichtsturm zur Tierbeobachtung sind vorgesehen. Mit Trittsteinen soll die Schussen „begehbar“ werden. Auch ein Lehrpfad ist geplant, der die Naturhistorischen Pfahlbauten und Funde im Steeger See, sowie die Entwicklung der Schussen im Blickfeld hat. „Dann werden die Kinder endlich wieder am Fluss Dämme bauen und Steinchen werfen können“, meint Sing.
(Erschienen: 09.07.2010 14:35)



































