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Frauenbund lässt Tradition wieder aufleben

Verein feiert Fasnet mit Musik, Sketchen und allerlei spitzen Bemerkungen
Die temperamentvolle Putzbrigade erzählt von vielfältigen Einsätzen.
Die temperamentvolle Putzbrigade erzählt von vielfältigen Einsätzen. (Foto: Brigitte Zirn)

Von Brigitte Zirn

Ebenweiler Nach zweijähriger Pause wegen Todesfällen im Verein nahm Ebenweilers Frauenbund die Tradition seiner vor allem bei den Generationen „Ü 40“ sehr geschätzten Fasnetsnachmittage wieder auf. Werner Pankoke, im zivilen Leben Dirigent des örtlichen Kirchenchors, und Uli Frank als neuer Stern am Ebenweiler Musikhimmel, sorgten für den musikalischen Rahmen des kunterbunten Programms, das zehn – etwas größere – Negerlein schwungvoll eröffneten.

Eine Patientin mit „Porzellansyndrom“ – sie hatte nicht alle Tassen im Schrank – suchte Rat beim Psychiater. Verständnisvolles Nicken im Saal weckte der Bericht von der Schnäppchenschlacht an Aldis Sonderangebots-Tischen. Eine temperamentvolle Putzbrigade erzählte von vielfältigen Einsätzen – „selbst bei denen mit staatlicher Stütze räumten sie die leeren Flaschen raus“. Eine schwäbische Hausfrau ereiferte sich über eine abtrünnige Kollegin, die ihre Spätzle im Supermarkt kauft. Die Pointe der Geschichte einer Fallschirmspringerin, die auf halber Höhe einem Gasleitungsmonteur begegnet, bedurfte im Saal einer Denkpause bevor sie ankam. Klar auf der Hand lag dagegen die Schuld am beklagenswerten Zustand eines Skiunfallopfers: Es war der einzige Baum auf der Piste!

Die Faszination der Hymne sämtlicher Hüttenpartys in den Bergen „Und ich sing, sing, sing…“ verfehlte auch in Ebenweilers Schwesternhaus ihre Wirkung nicht. Das üppige Buffett im luxuriösen Flair eines Kreuzfahrtschiffs ermunterte Mary und Sonja, aus sicherer Entfernung die Daheimgebliebenen von den jeweiligen Ehemännern – „friher war er mei Schternschnuppe, jetz isch er mer bloß no schnuppe“ – über die Arbeitswut der Gemeindearbeiter, den aktuellen Bürgermeister – „was duat der eigentlich in Schtuagert? Dr Schlossplatz flurbereiniga?“ – durch den Kakao zu ziehen. Unüberhörbar forderten die beiden Vertreterinnen der „vox populi“ ein detailliertes Mitspracherecht beim Thema Zehntscheuer, wofür sie zunächst zu regelmäßigen Montagsdemonstrationen aufriefen – Stuttgart 21 lässt grüßen: „Dia dafier hieba, dia drgega dieba“. Auch für die spätere Verwendung hatten sie konkrete Vorschläge: Ein Casino, oder ein Seniorenstift in gehobenem Ambiente oder ein Swingerclub böten sich an.

(Erschienen: 21.02.2012 18:15)

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