Nachrichten Tettnang
Wird gekürzt, müssen Leute gehen

Von unserem RedaktionsmitgliedYasemin Merx
„Ein riesen Thema“, nennt Geschäftsführer der Solarwerkstatt, Ralf Nickel, die aktuelle politische Diskussion. Der Diplom-Physiker muss, so sagt er, wenn die Einspeisevergütung tatsächlich gesenkt wird, fünf seiner 16 Mitarbeiter entlassen. Einige hatte er erst 2009 eingestellt. Wie Nickel ergeht es vielen mittelständischen Betrieben in der Solarbranche. Die Pläne von Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) treffen vor allem kleine Solaranlagen für Ein- bis Zweifamilienhäuser mit bis zu zehn KWp Leistung. Und genau diese Anlagen stellen das Hauptgeschäft der Solarwerkstatt in Tettnang dar. „Wenn die Kürzung mit über zehn Prozent kommt, werden wir Ende des Jahres keine Einfamilienhäuser mehr bestücken. Das ist einfach so“, sagt Ralf Nickel.
Eine Solaranlage kostet im Durchschnitt 3000 Euro netto pro Kilowatt. Auf dem Dach eines Einfamilienhauses haben Anlagen mit einer Leistung von vier bis fünf KWp Platz. Kürzt die Regierung nun die Einspeisevergütung, müssen die Betreiber auch die Anschaffungspreise reduzieren. Und das zu einer Zeit, in der viele Betriebe sowieso schon nicht wirtschaftlich arbeiten. Laut Nickel bedeutet die geplante Änderung des „Erneuerbare Energien Gesetzes“ (EEG) ein Handeln in die falsche Richtung.
Kleine Anlagen weiter fördern
Er beruft sich auf eine Presseerklärung des Solarenergie-Fördervereins Deutschland, in der die Rede davon ist, dass beim bisherigen Ausbautempo in der Branche bereits in zehn Jahren die Hälfte des jetzigen Strombedarfs in Deutschland durch Solaranlagen abgedeckt werden könnte. Der klimaschädliche Neubau von Kohlekraftwerken und der Weiterbetrieb von Atomkraftwerken könnten so unterbleiben. Es sei außerdem zu befürchten, dass durch reduzierte Vergütungen Investitionen in die Solartechnik ausbleiben. Der Solarenergie-Förderverband fordert, kleine Solaranlagen mit bis zu zehn KWp Leistung weiterhin stark fördern, um so das Ziel zu verfolgen, dass Haushalte ihren Strom autark ohne Umweltverschmutzung und großflächige Kraftwerke produzieren können.
Ralf Nickel steht mit seinen Mitarbeitern vor einer ungewissen Zukunft. In der Gegenwart dagegen gibt es noch viel zu tun: Seit die Dsikussion um die Senkung der Einspeisevergütung läuft, sind in der Tettnanger Solarwerkstatt über 20 Anträge für die Installation von Solaranlagen eingegangen. Noch gibt es also viel zu tun.
(Erschienen: 20.01.2010 16:20)

Von unserem RedaktionsmitgliedYasemin Merx
„Ein riesen Thema“, nennt Geschäftsführer der Solarwerkstatt, Ralf Nickel, die aktuelle politische Diskussion. Der Diplom-Physiker muss, so sagt er, wenn die Einspeisevergütung tatsächlich gesenkt wird, fünf seiner 16 Mitarbeiter entlassen. Einige hatte er erst 2009 eingestellt. Wie Nickel ergeht es vielen mittelständischen Betrieben in der Solarbranche. Die Pläne von Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) treffen vor allem kleine Solaranlagen für Ein- bis Zweifamilienhäuser mit bis zu zehn KWp Leistung. Und genau diese Anlagen stellen das Hauptgeschäft der Solarwerkstatt in Tettnang dar. „Wenn die Kürzung mit über zehn Prozent kommt, werden wir Ende des Jahres keine Einfamilienhäuser mehr bestücken. Das ist einfach so“, sagt Ralf Nickel.
Eine Solaranlage kostet im Durchschnitt 3000 Euro netto pro Kilowatt. Auf dem Dach eines Einfamilienhauses haben Anlagen mit einer Leistung von vier bis fünf KWp Platz. Kürzt die Regierung nun die Einspeisevergütung, müssen die Betreiber auch die Anschaffungspreise reduzieren. Und das zu einer Zeit, in der viele Betriebe sowieso schon nicht wirtschaftlich arbeiten. Laut Nickel bedeutet die geplante Änderung des „Erneuerbare Energien Gesetzes“ (EEG) ein Handeln in die falsche Richtung.
Kleine Anlagen weiter fördern
Er beruft sich auf eine Presseerklärung des Solarenergie-Fördervereins Deutschland, in der die Rede davon ist, dass beim bisherigen Ausbautempo in der Branche bereits in zehn Jahren die Hälfte des jetzigen Strombedarfs in Deutschland durch Solaranlagen abgedeckt werden könnte. Der klimaschädliche Neubau von Kohlekraftwerken und der Weiterbetrieb von Atomkraftwerken könnten so unterbleiben. Es sei außerdem zu befürchten, dass durch reduzierte Vergütungen Investitionen in die Solartechnik ausbleiben. Der Solarenergie-Förderverband fordert, kleine Solaranlagen mit bis zu zehn KWp Leistung weiterhin stark fördern, um so das Ziel zu verfolgen, dass Haushalte ihren Strom autark ohne Umweltverschmutzung und großflächige Kraftwerke produzieren können.
Ralf Nickel steht mit seinen Mitarbeitern vor einer ungewissen Zukunft. In der Gegenwart dagegen gibt es noch viel zu tun: Seit die Dsikussion um die Senkung der Einspeisevergütung läuft, sind in der Tettnanger Solarwerkstatt über 20 Anträge für die Installation von Solaranlagen eingegangen. Noch gibt es also viel zu tun.
(Erschienen: 20.01.2010 16:20)

































