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„Vorgehen der Schule ist vorbildhaft“

Mnisterin zum Anfassen: Dr. Marion Schick im Gespräch mit einer Manzenbergschülerin.
Mnisterin zum Anfassen: Dr. Marion Schick im Gespräch mit einer Manzenbergschülerin.

TETTNANG / sz Die Manzenbergschule hat sich als Werkrealschule auf den Weg gemacht. Die Art und Weise mit ihrem Modellhaften hat sich selbst bis nach Stuttgart herumgesprochen. Grund genug für Kultusministerin Dr. Marion Schick, sich vor Ort über den „Tettnanger Weg“ zu informieren. Am Freitag war der große Bahnhof für die Schulchefin mit bayerischen Wurzeln.

Von unserem Redakteur  Alexander Mayer

Der Empfang in der Manzenbergschule ist so herzlich, wie sich die Ministerin als Politikerin zum Anfassen zeigt. „Danke dass sie da sind, wir freuen uns alle sehr“, intoniert der Grundschulchor den Abba-Welthit „Thank you for the music“ - und trifft damit ins Schwarze des ministeriellen Geschmacks. Es ist eines der Lieblingslieder der Professorin im Ministeramt. Spätestens damit ist das Eis zwischen Schulobrikeit und Schulalltag an der Basis gebrochen, Dr. Schick taucht ein in die Schule, die Schulleiter Eugen Weber vorher als „Wohlfühlschule“ bezeichnet. Die Schulchefin des Südweststaates beneidet sogar die Schüler. Die dürfen zurück in den Unterricht – „ich aber muss mich langweiligen Gesprächen widmen.“

Langweilig hin oder her. Gespräche gab’s bei einer Klausurrunde mit Schulleitung und Schulverwaltung. Gespräche gab’s auch in einer Erörterungsrunde mit Eltern, Vertretern der Berufsschulen und Vertretern der Wirtschaft im „Aquarium“. Die neue Werkrealschule will schließlich verstärkt Brücken zu den künftigen Arbeitsplätzen ihrer Absolventen bauen. Durch eine durchgängige Berufswegeplanung, mit Wegen zur Berufsfindung.

Dazwischen: die Ministerin macht nicht nur Schule, sie lebte Schule. Das hieß einerseits, sich Zeitnehmen für ein längeres und einfühlsames Gespräch mit diesem und jenem Schüler in den neu eingerichteten Lernlandschaften – ein Kennzeichen der neuen Werkrealschule. Das hieß andererseits, sich das Konzept des „Tettnanger Weges“ vorstellen zu lassen. Am Ende von überzeugenden Worten und PowerPoint stand großes ministerielles Lob für die Pionierarbeit in Tettnang: „Ihr Vorgehen auf dem Weg zur neuen Schule ist vorbildhaft. Sie haben bewiesen, dass neue Strukturen nicht von oben vorgegeben werden müssen, sondern dass es viel besser ist, wenn solche in der Schule selbst entwickelt werden.“ Davon würden letztendlich die Schüler profitieren.

Sei es Rektor Weber, Stellvertreter Schellhase oder Schulentwicklerin Birgit Herle: Sie alle rückten den „Geist von Lindau“ in den ministeriellen Fokus. Lindau nämlich, weil dort Schulentwickler und Kollegen der Manzenbergschule wie der Schulgemeinschaft Argental gemeinsam „hirnten“, sich „gemeinsam vom Geist der neuen Schulart haben anstecken lassen“ (Weber). Heute, so der Rektor, sei die Schule in Aufbruchstimmung, der „Geist aus der Flasche ist sichtbar und wird umgesetzt.“

Geist aus der Flasche? Nun, was darunter zu verstehen ist, verdeutlichte Schulentwicklerin Birgit Herle: Sie sprach von Erziehung zur Selbstständigkeit, vom Fokus auf individueller Förderung. Da war von gemeinsamen Lernzeiten, aber auch von individuellen Lernzeiten die Rede. Hausaufgaben würden abgelöst durch Wochenplanarbeiten. Da ging es um eigene Arbeitsplätze für die Schüler und um kleine Lerngruppen. Und natürlich fiel das Schlagwort der „Lernlandschaften“. Es ist um ein Konzept gegangen, das laut Eugen Weber „nur an einer Ganztagesschule funktioniert.“

(Erschienen: 23.07.2010 14:20)

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