Stadtnachrichten Tettnang
PETA schießt gegen Staatsanwaltschaft und Veterinäramt

Hintergrund ist eine Hundezucht in Tettnang/Bürgermoos, die im vergangenen Frühjahr für Aufsehen gesorgt hat, nachdem PETA vor Ort war und die Zustände in der Anlage drei Tage lang gefilmt hatte. Anschließend stellte die Tierschutzorganisation wegen der miserablen Zustände Anzeige gegen den Hundezüchter und dessen Frau, die als Tierärztin beim Veterinäramt in Ravensburg arbeitet.
PETA erachte diesen Schritt als letzte Möglichkeit, mit rechtlichen Mitteln der tierquälerischen Hundehaltung einen Riegel vorzuschieben, heißt es dazu in einer Pressemitteilung. „Anstatt hier ordnungsgemäßes Verwaltungshandeln an den Tag zu legen, welches scheinbar aufgrund der dortigen behördlichen Verquickungen unterlassen wird, befasst sich dieselbe Staatsanwaltschaft wohl überwiegend mit der Gegenanzeige dieser tierquälerischen Hundezüchter gegen die PETA-Ermittler wegen angeblichen Hausfriedensbruchs“, so Dr. Edmund Haferbeck, juristischer Berater bei PETA. Hausfriedensbruch deshalb, weil sich die Tierschutzmitarbeiter seinerzeit heimlich Zugang zu dem Gelände verschafften. Angesichts der bescheidenen Mittel, über die eine Nichtregierungsorganisation nur verfüge, sei die vorgelegte Dienstaufsichtsbeschwerde ein letzter verzweifelter Hilferuf.
„Den Hunden geht es augenscheinlich gut“
Seit PETA vor über einem Jahr Anzeige gegen den Züchter und das Veterinäramt erstattet hatte, habe sich offensichtlich nichts getan, was für die Schäferhunde den baldigen Tod bedeuten könnte. „Aktuelle Zeugenaussagen legen nahe, dass die Hunde nahezu am Erfrieren sind“, schreibt PETA. Doch Robert Schwarz, Pressesprecher des Landratsamtes Bodenseekreis, widersprach am Dienstag gegenüber der Schwäbischen Zeitung: „Den Hunden geht es augenscheinlich gut – die sitzen nicht frierend in der Ecke, sondern kugeln sich im Schnee. Durch den sensiblen Hintergrund der Geschichte kontrollieren wir den Züchter mindestens einmal im Monat unangemeldet - in diesen Tagen, in denen es so kalt ist, sogar beinahe täglich“, so Schwarz.
Grund sei das Trinkwasser der Tiere, das wegen fehlender Heizung und Stromanschluss derzeit regelmäßig einfriere. Doch der Züchter hätte sich bereit erklärt, den Hunden mehrmals am Tag frisches warmes Wasser hinzustellen. Außerdem habe er bereits vor einiger Zeit Decken und Plexiglas an die Eingänge der Hundehütten gehängt, so dass die Tiere gegen die Kälte geschützt seien.
„Die Tierschutzverordnung stellt klare Vorgaben an einen Hundezüchter, die er einzuhalten hat. Mit den Decken und dem Plexiglas erfüllt der Züchter in Bürgermoos die Vorgaben sogar darüber hinaus“, so Schwarz. Alle anderen Mängel, die PETA im vergangenen Jahr aufgedeckt habe, hätte der Züchter schon kurz nach Bekanntwerden der Vorwürfe abgestellt – wie beispielsweise die mangelnde Wasserversorgung der Tiere, der fehlende Auslauf, sowie die Verletzungsgefahr, die von Nägeln, Schrauben und defekten Gittern ausging.
Bereits im Sommer 2010 hatte es eine erste Anzeige eines Bürgers gegen den Züchter gegeben, die an die Polizeihundeführerstaffel Markdorf weitergeleitet wurde. Doch nach über einem Jahr sind die Ermittlungsergebnisse der Diensthundestaffel Markdorf im Hinblick auf die Anzeige des Bürgers als auch die von PETA noch immer nicht bei der Staatsanwaltschaft Ravensburg eingegangen. „Uns liegt noch kein polizeiliches Ermittlungsergebnis vor – die Hundestaffel prüft den Fall derzeit noch. Zu der Dienstaufsichtseschwerde kann ich nichts sagen – davon weiß ich nichts“, sagte der Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Ravensburg, Karl-Josef Diehl, am Freitag gegenüber der SZ. Der zeitliche Abstand von über einem Jahr sei bei dem Arbeitsaufkommen normal, so Diehls Einschätzung. Es bestünde aus seiner Sicht auch kein Zusammenhang zwischen der Anzeige und der Tatsache, dass die Frau als Amtstierärztin beim Veterinäramt in Ravensburg arbeitet. „Das ist für uns nicht ausschlaggebend, wo die Frau arbeitet“, so Diehl.
„Zu diesem Sachverhalt kann ich keine Angaben machen. Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen“, sagt Helmut Daut, Polizeihauptkommissar bei der Polizeihundeführerstaffel in Markdorf. Seit der letzten Anzeige würde der Züchter regelmäßig vom Veterinäramt Bodenseekreis kontrolliert – „soweit mir bekannt ist, ist es hierbei bisher zu keinen Beanstandungen mehr gekommen“, so Dauth. Angaben, wann die Ermittlungen abgeschlossen sein könnten, machte er nicht.
(Erschienen: 10.02.2012 17:20)

Hintergrund ist eine Hundezucht in Tettnang/Bürgermoos, die im vergangenen Frühjahr für Aufsehen gesorgt hat, nachdem PETA vor Ort war und die Zustände in der Anlage drei Tage lang gefilmt hatte. Anschließend stellte die Tierschutzorganisation wegen der miserablen Zustände Anzeige gegen den Hundezüchter und dessen Frau, die als Tierärztin beim Veterinäramt in Ravensburg arbeitet.
PETA erachte diesen Schritt als letzte Möglichkeit, mit rechtlichen Mitteln der tierquälerischen Hundehaltung einen Riegel vorzuschieben, heißt es dazu in einer Pressemitteilung. „Anstatt hier ordnungsgemäßes Verwaltungshandeln an den Tag zu legen, welches scheinbar aufgrund der dortigen behördlichen Verquickungen unterlassen wird, befasst sich dieselbe Staatsanwaltschaft wohl überwiegend mit der Gegenanzeige dieser tierquälerischen Hundezüchter gegen die PETA-Ermittler wegen angeblichen Hausfriedensbruchs“, so Dr. Edmund Haferbeck, juristischer Berater bei PETA. Hausfriedensbruch deshalb, weil sich die Tierschutzmitarbeiter seinerzeit heimlich Zugang zu dem Gelände verschafften. Angesichts der bescheidenen Mittel, über die eine Nichtregierungsorganisation nur verfüge, sei die vorgelegte Dienstaufsichtsbeschwerde ein letzter verzweifelter Hilferuf.
„Den Hunden geht es augenscheinlich gut“
Seit PETA vor über einem Jahr Anzeige gegen den Züchter und das Veterinäramt erstattet hatte, habe sich offensichtlich nichts getan, was für die Schäferhunde den baldigen Tod bedeuten könnte. „Aktuelle Zeugenaussagen legen nahe, dass die Hunde nahezu am Erfrieren sind“, schreibt PETA. Doch Robert Schwarz, Pressesprecher des Landratsamtes Bodenseekreis, widersprach am Dienstag gegenüber der Schwäbischen Zeitung: „Den Hunden geht es augenscheinlich gut – die sitzen nicht frierend in der Ecke, sondern kugeln sich im Schnee. Durch den sensiblen Hintergrund der Geschichte kontrollieren wir den Züchter mindestens einmal im Monat unangemeldet - in diesen Tagen, in denen es so kalt ist, sogar beinahe täglich“, so Schwarz.
Grund sei das Trinkwasser der Tiere, das wegen fehlender Heizung und Stromanschluss derzeit regelmäßig einfriere. Doch der Züchter hätte sich bereit erklärt, den Hunden mehrmals am Tag frisches warmes Wasser hinzustellen. Außerdem habe er bereits vor einiger Zeit Decken und Plexiglas an die Eingänge der Hundehütten gehängt, so dass die Tiere gegen die Kälte geschützt seien.
„Die Tierschutzverordnung stellt klare Vorgaben an einen Hundezüchter, die er einzuhalten hat. Mit den Decken und dem Plexiglas erfüllt der Züchter in Bürgermoos die Vorgaben sogar darüber hinaus“, so Schwarz. Alle anderen Mängel, die PETA im vergangenen Jahr aufgedeckt habe, hätte der Züchter schon kurz nach Bekanntwerden der Vorwürfe abgestellt – wie beispielsweise die mangelnde Wasserversorgung der Tiere, der fehlende Auslauf, sowie die Verletzungsgefahr, die von Nägeln, Schrauben und defekten Gittern ausging.
Bereits im Sommer 2010 hatte es eine erste Anzeige eines Bürgers gegen den Züchter gegeben, die an die Polizeihundeführerstaffel Markdorf weitergeleitet wurde. Doch nach über einem Jahr sind die Ermittlungsergebnisse der Diensthundestaffel Markdorf im Hinblick auf die Anzeige des Bürgers als auch die von PETA noch immer nicht bei der Staatsanwaltschaft Ravensburg eingegangen. „Uns liegt noch kein polizeiliches Ermittlungsergebnis vor – die Hundestaffel prüft den Fall derzeit noch. Zu der Dienstaufsichtseschwerde kann ich nichts sagen – davon weiß ich nichts“, sagte der Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Ravensburg, Karl-Josef Diehl, am Freitag gegenüber der SZ. Der zeitliche Abstand von über einem Jahr sei bei dem Arbeitsaufkommen normal, so Diehls Einschätzung. Es bestünde aus seiner Sicht auch kein Zusammenhang zwischen der Anzeige und der Tatsache, dass die Frau als Amtstierärztin beim Veterinäramt in Ravensburg arbeitet. „Das ist für uns nicht ausschlaggebend, wo die Frau arbeitet“, so Diehl.
„Zu diesem Sachverhalt kann ich keine Angaben machen. Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen“, sagt Helmut Daut, Polizeihauptkommissar bei der Polizeihundeführerstaffel in Markdorf. Seit der letzten Anzeige würde der Züchter regelmäßig vom Veterinäramt Bodenseekreis kontrolliert – „soweit mir bekannt ist, ist es hierbei bisher zu keinen Beanstandungen mehr gekommen“, so Dauth. Angaben, wann die Ermittlungen abgeschlossen sein könnten, machte er nicht.
(Erschienen: 10.02.2012 17:20)

































