Stadtnachrichten Tettnang
In Laimnau hat‘s „ghörfällig gweihnächtelt“

Die schwäbischen Leckerbissen, humorvoll-witzig verpackt, mal schräg und mal besinnlich verschnürt, trafen den Geschmack aller im rustikalen und prallvoll besetzten Laimnauer „Ritter“-Saal bestens. Gerade das nicht perfekt Gewollte kam derart perfekt herüber, dass das Schmunzeln überhand nahm und die „Beifallsspender“ aus dem Klatschen kaum rauskamen.
Die in der Region für ihr heiteres Fach bekannte Ingrid Koch servierte, zusammen mit ihrer Beiköchin Traudel Kammermeier und dem Schuhbeck des Klaviers, Martin Giebel, ein adventlich abgestimmtes Menü, das jeden Gaumen und besonders jedes Gehör aufs Eindrücklichste verwöhnte. Die delikat daherkommenden Gedichte und Textvorträge wurden kräftig, und doch wieder milde gewürzt durch einfühlsame Klaviersequenzen und besinnliche Gesangseinlagen.
Alltagsgeschichten, die uns im Advent, vor und an Weihnachten und auch im neuen Jahr begleiten, wurden schwäbisch gekonnt auf die Schippe genommen. Angefangen bei der Wahl des Christbaumes – eine Rottanne darf´s auf keinen Fall sein, denn die nadelt doch bereits beim Reintragen in die Stube – bis hin zu Fragen „Was schenke ich denn heuer wieder oder was koche ich diese Weihnachten?“ wurde alles beleuchtet. Während Kochs Gatte zum x-ten Mal des Männers Traditionsgeschenk, eine Krawatte, dem Geschenkpapier enthüllt, dürften Mutter und Tante einmal mehr an den viel zu winzigen Entenbrüstchen keine Freude haben, doch würde gerade dies ihren kränkelnden Magenschleimhäuten nur allzu gut tun. Weihnachtsfeiern, und die stets vor Ort weilenden Ordnungshüter, bekamen ebenfalls ihr Scherflein ab, díe Schneeflocken sollen möglichst gestern und morgen fallen nur nicht heut´, aber was soll´s, „s‘ísch eh jedes Johr zgleich!“
Übrigens erfuhren die Besucher auch, dass weihnachtliche Zwistigkeiten erst ab Dreikönig ausgetragen werden sollen, dass Gutscheine vom Schönheitschirurgen unbedingt zum Muss unterm Tannenbaum gehören, die Lobhudelei „Schick, dein neuer Silikonbusen!“ gerne gehört wird, man statt „Stille Nacht“ bald einmal „Alle Vöglein sind schon da“ trällert und den noch so trockensten Gänsebraten loben soll. Selbst der Traum von Ingrid Kochs eigenem Tod, das wortbetonte Klopfen an den Sargdeckel und die blauäugige Wiedergeburt sorgte für höchste Heiterkeit. Mit ihren markigen Schlussworten, dass das Leben „stellenweise“ so schön sein kann und was auch kommen möge, jeder Tag ein Freudentag sei, verabschiedete sie ihre gutgelaunte Zuhörerschaft in den doch noch schneegeschwängerten Abend.
(Erschienen: 13.12.2010 16:57)

Die schwäbischen Leckerbissen, humorvoll-witzig verpackt, mal schräg und mal besinnlich verschnürt, trafen den Geschmack aller im rustikalen und prallvoll besetzten Laimnauer „Ritter“-Saal bestens. Gerade das nicht perfekt Gewollte kam derart perfekt herüber, dass das Schmunzeln überhand nahm und die „Beifallsspender“ aus dem Klatschen kaum rauskamen.
Die in der Region für ihr heiteres Fach bekannte Ingrid Koch servierte, zusammen mit ihrer Beiköchin Traudel Kammermeier und dem Schuhbeck des Klaviers, Martin Giebel, ein adventlich abgestimmtes Menü, das jeden Gaumen und besonders jedes Gehör aufs Eindrücklichste verwöhnte. Die delikat daherkommenden Gedichte und Textvorträge wurden kräftig, und doch wieder milde gewürzt durch einfühlsame Klaviersequenzen und besinnliche Gesangseinlagen.
Alltagsgeschichten, die uns im Advent, vor und an Weihnachten und auch im neuen Jahr begleiten, wurden schwäbisch gekonnt auf die Schippe genommen. Angefangen bei der Wahl des Christbaumes – eine Rottanne darf´s auf keinen Fall sein, denn die nadelt doch bereits beim Reintragen in die Stube – bis hin zu Fragen „Was schenke ich denn heuer wieder oder was koche ich diese Weihnachten?“ wurde alles beleuchtet. Während Kochs Gatte zum x-ten Mal des Männers Traditionsgeschenk, eine Krawatte, dem Geschenkpapier enthüllt, dürften Mutter und Tante einmal mehr an den viel zu winzigen Entenbrüstchen keine Freude haben, doch würde gerade dies ihren kränkelnden Magenschleimhäuten nur allzu gut tun. Weihnachtsfeiern, und die stets vor Ort weilenden Ordnungshüter, bekamen ebenfalls ihr Scherflein ab, díe Schneeflocken sollen möglichst gestern und morgen fallen nur nicht heut´, aber was soll´s, „s‘ísch eh jedes Johr zgleich!“
Übrigens erfuhren die Besucher auch, dass weihnachtliche Zwistigkeiten erst ab Dreikönig ausgetragen werden sollen, dass Gutscheine vom Schönheitschirurgen unbedingt zum Muss unterm Tannenbaum gehören, die Lobhudelei „Schick, dein neuer Silikonbusen!“ gerne gehört wird, man statt „Stille Nacht“ bald einmal „Alle Vöglein sind schon da“ trällert und den noch so trockensten Gänsebraten loben soll. Selbst der Traum von Ingrid Kochs eigenem Tod, das wortbetonte Klopfen an den Sargdeckel und die blauäugige Wiedergeburt sorgte für höchste Heiterkeit. Mit ihren markigen Schlussworten, dass das Leben „stellenweise“ so schön sein kann und was auch kommen möge, jeder Tag ein Freudentag sei, verabschiedete sie ihre gutgelaunte Zuhörerschaft in den doch noch schneegeschwängerten Abend.
(Erschienen: 13.12.2010 16:57)

































