Stadtnachrichten Tettnang
Blues-Duo (b)rockt mit der Kleinkunstkönigin
Von unserer Mitarbeiterin Cosima Kehle
Seit sechs Jahren lädt das Hopfenmuseum Ende August zum „Hopfenbrockerblues“ mit der Tettnanger Worthandwerkerin Ingrid Koch und dem Blues-Duo mit dem Gitarristen Gunther Schreiber und dem Sänger Wolle Locher. Und seit sechs Jahren ist die Veranstaltung ausverkauft. Das Publikum fühlt sich wohl in der urigen Museumskneipe, in der das Programm gut zur Geltung kommt: Das Blues-Duo wartet mit seinen unverwechselbaren Songs auf, überwiegend große Blues-Klassiker, die Wolle Locher ins Schwäbische übertragen hat. Gewürzt mit Eigenkompositionen und einigen Songs von Namensvetter Wolle Kriwanek. Diese „feste Größe“ hat sich als Rahmen für Ingrid Koch bewährt, die jedes Jahr mit neuen Themen, Texten und neuem Outfit überrascht. Hopfenbekränzt trat sie in diesem Jahr auf die Bühne, und sie trug ihren Naturschmuck mit der Selbstverständlichkeit einer stilsicheren Dame.
Und so durfte man lachen über ihre gereimten schwäbischen Kommentare zu Männern beim Einkaufen oder Bergsteigermode und ihre „Felsenallergie“. Über Schönheitschirurgie nach dem Motto „Wiaschte müssen draussa bleiba“, ihre Rolle als Oma oder den Text über die „Tettnanger Besatzungszone im Kressbronner Strandbad“.
Rabenschwarz wurde ihr Humor beim Bericht über die eigene Beerdigung, aus dem sie das Publikum mit sicherem Witz wieder heraus katapultierte. Ein kleines Sprachkunstwerk ist der Hopfenbrockertext, der mit seinen ungezählten „O“s ein wahrer Zungenbrecher ist, unaussprechbar für Nicht-Schwaben.
Geschliffen und durchdacht
Zu derart geschliffenen und durchdachten Texten ist die legere Moderation von Wolle Locher mit seinen spontanen Einfällen die perfekte Ergänzung. Das Publikum begrüßt er mit zum „One-night-stand“, frei übersetzt mit „Wir wünschen Euch einen schönen Abend“. Oder er sinniert über „den“ Blues für Männer im Unterschied zu „der“ Blues für Frauen – Sprachphilosophie im Kleinen, die nur im Schwäbischen funktioniert. Seine Partnerin nennt er ungeniert „Mama Koch“, aber auch „Königin der schwäbischen Kleinkunst“. Den stürmischen Schlussbeifall kommentierte er lapidar mit der Feststellung: „Wir sind auf jeden Fall besser als die Tettnanger Fussballer“.
(Erschienen: 29.08.2010 20:40)
Von unserer Mitarbeiterin Cosima Kehle
Seit sechs Jahren lädt das Hopfenmuseum Ende August zum „Hopfenbrockerblues“ mit der Tettnanger Worthandwerkerin Ingrid Koch und dem Blues-Duo mit dem Gitarristen Gunther Schreiber und dem Sänger Wolle Locher. Und seit sechs Jahren ist die Veranstaltung ausverkauft. Das Publikum fühlt sich wohl in der urigen Museumskneipe, in der das Programm gut zur Geltung kommt: Das Blues-Duo wartet mit seinen unverwechselbaren Songs auf, überwiegend große Blues-Klassiker, die Wolle Locher ins Schwäbische übertragen hat. Gewürzt mit Eigenkompositionen und einigen Songs von Namensvetter Wolle Kriwanek. Diese „feste Größe“ hat sich als Rahmen für Ingrid Koch bewährt, die jedes Jahr mit neuen Themen, Texten und neuem Outfit überrascht. Hopfenbekränzt trat sie in diesem Jahr auf die Bühne, und sie trug ihren Naturschmuck mit der Selbstverständlichkeit einer stilsicheren Dame.
Und so durfte man lachen über ihre gereimten schwäbischen Kommentare zu Männern beim Einkaufen oder Bergsteigermode und ihre „Felsenallergie“. Über Schönheitschirurgie nach dem Motto „Wiaschte müssen draussa bleiba“, ihre Rolle als Oma oder den Text über die „Tettnanger Besatzungszone im Kressbronner Strandbad“.
Rabenschwarz wurde ihr Humor beim Bericht über die eigene Beerdigung, aus dem sie das Publikum mit sicherem Witz wieder heraus katapultierte. Ein kleines Sprachkunstwerk ist der Hopfenbrockertext, der mit seinen ungezählten „O“s ein wahrer Zungenbrecher ist, unaussprechbar für Nicht-Schwaben.
Geschliffen und durchdacht
Zu derart geschliffenen und durchdachten Texten ist die legere Moderation von Wolle Locher mit seinen spontanen Einfällen die perfekte Ergänzung. Das Publikum begrüßt er mit zum „One-night-stand“, frei übersetzt mit „Wir wünschen Euch einen schönen Abend“. Oder er sinniert über „den“ Blues für Männer im Unterschied zu „der“ Blues für Frauen – Sprachphilosophie im Kleinen, die nur im Schwäbischen funktioniert. Seine Partnerin nennt er ungeniert „Mama Koch“, aber auch „Königin der schwäbischen Kleinkunst“. Den stürmischen Schlussbeifall kommentierte er lapidar mit der Feststellung: „Wir sind auf jeden Fall besser als die Tettnanger Fussballer“.
(Erschienen: 29.08.2010 20:40)


































