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Stadtnachrichten Tettnang

Beim Umzug in Obereisenbach ist der Teufel los

Musik Tannau schickt Kogenmale auf den Mond – Obereisenbacher singen’s Halleluja drauf
„In der Kürze liegt die Würze“: Beim Umzug in Obereisenbach ist alle Jahre wieder die Stimmung riesengroß.
„In der Kürze liegt die Würze“: Beim Umzug in Obereisenbach ist alle Jahre wieder die Stimmung riesengroß. (Foto: Helga Wiechert)

Obereisenbach / wie Hoch hergegangen ist’s in Obereisenbach am Samstag bei der beliebten Dorffasnet, die trotz bitterer Kälte und frostigem Wind das närrische Volk ins quirlige Dorf gelockt hat. Viele Gäste und Narren sind gekommen, in ihren bunten Häsern, auch die aus Brochenzell. Sie haben den Umzugsweg ganz für sich alleine eingenommen, vom Anfang bis zum Schluss.

So viele Narren hatte Zunftmeister Markus Lanz dabei und mit Humpishexe, Kräuterweible, Schloss- und Humpisnarr das ganze Dorf erobert. Das feierte schon am Vormittag den großen Empfang der ehrwürdigen Meister und schon hier brodelte der Saal im alten Zitterell bei Karin und Roland Beck. „So ein Tag, so wunderschön wie heute“, sangen sie mit den „Drei Lustigen Vier“ aus Meckenbeuren und so sollte es auch kommen.

Die kleinste Zunftmeisterin wurde aufs Podest gestellt und aufs unkomplizierte Miteinander, mit den Freunden angestoßen. Mit ihrer Eigenschaftswörtersammlung kamen die Tettnanger Feuerhexen „aus dem bleede Tettnang, hoorig daher. Aber so wuschig kennt mer se halt“. „Was haben die in Obereisenbach gemacht. Den Nachtumzug in den Tag gebracht“, dichtete der Inselwächter aus Lindau, „die Traditionen fallen nieder. Doch so hoffen wir – Käs, Kartoffeln und Bier gibt es wieder. Dann sind wir nicht verdrossen, ansonsten haben die denen doch ins Hirn geschossen“. Hat ihnen keiner – versprochen. Die Kartoffeln gab‘s und die Stimmung war perfekt wie eh und je. Lediglich die Auflagen für einen Nachtumzug waren nicht mehr zu meistern

Der Saal bebte

Und für die Bombenstimmung sorgten Zunftmeister Manne Maiers Gäste und das Chaos Orchester, das den Saal zum Beben brachte oder Lolo von der Lumpenkapelle Eschach und dem Musikverein Obereisenbach, der mit Nasenflöte und Zittrell-Gymnastik die Meute in Schwung brachte und dazu das große Halleluja sang. Den Hästausch schlugen die Tannauer Musikanten vor und hatten ihren Astronauten im Gepäck und so wurde gelacht und applaudiert bis zum Umzugsbeginn. Der lockte sie alle auf die Straße, wo weiter gefeiert wurde, wo Hexen und Male, Teufel und Geister ihr Unwesen trieben und den großen Schabernak mit den Gästen am Straßenrand. Diese harrten eisern aus, bewunderten die Springerhexen aus Brochenzell oder das Waldmotorrad der Russenrieder Gorillas und schunkelten zu den Schalmeien, Lumpen- und Musikkapellen und den Fanfarenzügen.

„Auch die Obereisenbacher Kinder waren wieder dabei“, freute sich Manne Maier und bedauerte, dass die Jugend nach dem Umzug nicht mit in die Halle durfte, ohne die Begleitung von Erwachsenen. „Die müssen draußen frieren, aber leider sind die Vorschriften so und daran müssen wir uns halten!“. Denn auch dort ging der Bär ab, da trafen sie sich alle noch einmal, die Musikanten und Narren und feierten die Riesenparty. Da blieb Manne Maier nur noch das große Dankeschön an alle Helfer, die Arberweible und seine Truppe: „Die sind zu 100 Prozent dabei, sonst könnten wir einen solchen Event gar nicht meistern“.

(Erschienen: 12.02.2012 13:30)

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