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16 neue Ehrenamtliche begleiten Menschen auf ihrem letzten Weg

Hospiz in Tettnang – Schon im Herbst soll ein neuer Ausbildungskurs beginnen – Infos gibt’s bei Konrad Fluhr
Neue Kräfte in der Hospiz (Von links): Angelika Gebhard, Gertrud Rottmar, Elfriede Nerz, Agnes Sauter, Anita Höfele, Helmut Strnad, Annette Heß, Anja Hänsler, Monika Löffler, Cordula Geiger, Michaela Weiß und Konrad Fluhr (Leitung). Es fehlen: Gudrun Bertram-Wienke, Heidi Buck, Maria Locher, Anni Müller, Manuela Pflumm.
Neue Kräfte in der Hospiz (Von links): Angelika Gebhard, Gertrud Rottmar, Elfriede Nerz, Agnes Sauter, Anita Höfele, Helmut Strnad, Annette Heß, Anja Hänsler, Monika Löffler, Cordula Geiger, Michaela Weiß und Konrad Fluhr (Leitung). Es fehlen: Gudrun Bert (Foto: Günter Peternek)

Von Günther Peternek

Tettnang Mit der Übergabe ihrer Ausbildungsbescheinigungen wurden 15 Frauen und ein Mann von Konrad Fluhr im Namen des Hospizvereins für ihren wertvollen Einsatz bevollmächtigt. Alle haben sie von November 2010 bis Januar 2012 den Kurs „Ausbildung zur ehrenamtlichen Sterbebegleitung“ entsprechend den Richtlinien der Rahmenvereinbarung des Sozialgesetzbuches absolviert, sodass sie nicht nur in Tettnang, sondern überall in Deutschland tätig werden können.

Ein Schwerpunkt waren zunächst einmal Übungen zur Selbstreflexion und Selbsterfahrung zu Fragen wie: Welches ist meine Sicht des Lebens? Welche Vorstellungen und vielleicht auch Ängste kommen mir angesichts von Sterben und Tod? Welche Sichtweisen und Gefühle haben schwerstkranke Sterbende selbst, welche ihre Familien? Zu erkennen und zu akzeptieren, „dass die eigene Sichtweise nur eine von vielen ist“, war für Cordula Geiger ganz zentral.

Weitere Themen waren die Schulung der Wahrnehmung und einer achtsamen Kommunikation, das Ausbalancieren von Nähe und Distanz, das Wesen von Abschied und Depressionen. Schließlich musste gelernt werden, die eigenen Grenzen wahrzunehmen und zu akzeptieren.

Natürlich wurden auch die Fragen weltanschauliche Deutung und Begleitung von Sterben und Tod intensiv bearbeitet.

Für Annette Heß war während der Ausbildung vor allem das Gespräch mit den „alten“ erfahrenen Hospizmitarbeiterinnen wichtig. Von ihnen bekam sie Antworten auf ihre vielen Fragen „was ist, wenn…“, sodass sie „ihre anfängliche Unsicherheit ablegen“ konnte. Jetzt sieht sie ihrem ersten Einsatz „hochmotiviert“ und dennoch etwas „angespannt“ entgegen.

Auch Cordula Geiger fühlt sich durch die vielen Übungen, Gespräche und Beispiele während der Ausbildung sicherer. Wir haben gelernt, uns einzufühlen und dabei wahrzunehmen, was „das Gegenüber sagt, auch was es nicht sagt, und wirklich braucht“. Besonders froh und dankbar ist sie über die gute Gemeinschaft in der Gruppe der ehrenamtlichen Hospizdienstmitarbeiter. Sie weiß, dass sie „jederzeit einen von ihnen rufen kann“, denn da jeder Mensch seinen eigenen Tod stirbt, „ist auch die Begleitung immer neu, das erste Mal“. Obwohl die Ehrenamtlichen keine Pflegekräfte sein werden, haben sie innerhalb der etwa 70-stündigen Ausbildung auch mehrere praktische Kurseinheiten in palliativer Pflege und Begleitung absolviert.

(Erschienen: 10.02.2012 20:25)

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