Nachrichten Salem
Radfahrer stirbt – Staatsanwaltschaft ermittelt
Von unserem Redakteur Daniel Drescher
Die Spuren des Unfalls sind am Tag danach noch deutlich zu erkennen: Auf mehreren hundert Metern sind mit Kreide Markierungen und Umrisse von Mensch und Fahrzeug auf die Straße gezeichnet. Das Gras rechts neben der Fahrbahn ist niedergewalzt. Manche Leitpfosten sind regelrecht abrasiert, am Straßenrand liegen Teile der zersplitterten Pfosten.
Da, wo am Mittwochabend ein Mensch gestorben ist, sind am späten Donnerstagvormittag zwei Männer damit beschäftigt, Telefonmasten wieder aufzurichten. „Zwei waren komplett umgelegt, zwei waren nicht mehr standsicher“, erzählt einer der Techniker. Es ist eine übersichtliche Straße, beliebt bei Radfahrern, die auch gestern vorbeifahren, während die Nachrichtentechniker die Telefonverbindung wieder herstellen. Autos schießen vorbei, die meisten achtlos, ohne von der Unfallstelle Notiz zu nehmen.
Es war Mittwochabend gegen 18 Uhr, als der 31-jährige VW-Fahrer auf der Kreisstraße von Buggensegel nach Ahausen unterwegs war. Kurz nach dem Ortsende war er nach rechts von der Fahrbahn abgekommen. Warum, ist noch nicht ganz klar. Fest steht aber: Er war nicht bei vollem Bewusstsein. Der Mann fuhr gegen Leitpfosten und Hinweisschilder, schaffte es wieder auf die Fahrbahn. Über eine Strecke von 700 Metern kam er immer wieder von der Straße ab, prallte gegen Telefonmasten. Dann erfasste er den in die gleiche Richtung fahrenden Radfahrer. Der 26-Jährige wurde durch die Luft geschleudert. Seine Verletzungen waren so schwer, dass er noch am Unfallort starb. Der VW schanzte noch über zwei Feldwege und blieb komplett demoliert stehen.
Autofahrer war schwer erkrankt
Als Passanten den Autofahrer in seinem Wagen fanden, war er völlig desorientiert. Er wurde mit dem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus gebracht. Alkohol oder andere Rauschmittel seien bei dem Unfall nicht im Spiel gewesen, heißt es von seiten derPolizei. Jedoch: Der Autofahrer leidet an einer schweren Krankheit. Deshalb hat die Polizei auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Konstanz einen Sachverständigen hinzugezogen. Der soll den genauen Hergang des Unfalls rekonstruieren. Auch die Krankheitsgeschichte des Autofahrers spielt eine Rolle für das Gutachten.
Damit beschäftigt sich auch die Staatsanwaltschaft Konstanz: Sie muss nun klären, inwieweit der 31-Jährige fahrlässig gehandelt hat, weil er sich trotz seiner schweren Erkrankung hinters Steuer setzte.
(Erschienen: 26.08.2010 18:30)
Von unserem Redakteur Daniel Drescher
Die Spuren des Unfalls sind am Tag danach noch deutlich zu erkennen: Auf mehreren hundert Metern sind mit Kreide Markierungen und Umrisse von Mensch und Fahrzeug auf die Straße gezeichnet. Das Gras rechts neben der Fahrbahn ist niedergewalzt. Manche Leitpfosten sind regelrecht abrasiert, am Straßenrand liegen Teile der zersplitterten Pfosten.
Da, wo am Mittwochabend ein Mensch gestorben ist, sind am späten Donnerstagvormittag zwei Männer damit beschäftigt, Telefonmasten wieder aufzurichten. „Zwei waren komplett umgelegt, zwei waren nicht mehr standsicher“, erzählt einer der Techniker. Es ist eine übersichtliche Straße, beliebt bei Radfahrern, die auch gestern vorbeifahren, während die Nachrichtentechniker die Telefonverbindung wieder herstellen. Autos schießen vorbei, die meisten achtlos, ohne von der Unfallstelle Notiz zu nehmen.
Es war Mittwochabend gegen 18 Uhr, als der 31-jährige VW-Fahrer auf der Kreisstraße von Buggensegel nach Ahausen unterwegs war. Kurz nach dem Ortsende war er nach rechts von der Fahrbahn abgekommen. Warum, ist noch nicht ganz klar. Fest steht aber: Er war nicht bei vollem Bewusstsein. Der Mann fuhr gegen Leitpfosten und Hinweisschilder, schaffte es wieder auf die Fahrbahn. Über eine Strecke von 700 Metern kam er immer wieder von der Straße ab, prallte gegen Telefonmasten. Dann erfasste er den in die gleiche Richtung fahrenden Radfahrer. Der 26-Jährige wurde durch die Luft geschleudert. Seine Verletzungen waren so schwer, dass er noch am Unfallort starb. Der VW schanzte noch über zwei Feldwege und blieb komplett demoliert stehen.
Autofahrer war schwer erkrankt
Als Passanten den Autofahrer in seinem Wagen fanden, war er völlig desorientiert. Er wurde mit dem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus gebracht. Alkohol oder andere Rauschmittel seien bei dem Unfall nicht im Spiel gewesen, heißt es von seiten derPolizei. Jedoch: Der Autofahrer leidet an einer schweren Krankheit. Deshalb hat die Polizei auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Konstanz einen Sachverständigen hinzugezogen. Der soll den genauen Hergang des Unfalls rekonstruieren. Auch die Krankheitsgeschichte des Autofahrers spielt eine Rolle für das Gutachten.
Damit beschäftigt sich auch die Staatsanwaltschaft Konstanz: Sie muss nun klären, inwieweit der 31-Jährige fahrlässig gehandelt hat, weil er sich trotz seiner schweren Erkrankung hinters Steuer setzte.
(Erschienen: 26.08.2010 18:30)


































