Stadtnachrichten Salem
HSM droht mit Abwanderung
Nächstes Kapitel einer endlosen Geschichte: Der Salemer Industriebetrieb HSM ist am kommenden Dienstag Thema im Gemeinderat. Beraten wird darüber, was die Firma auf der Fläche zwischen Hotel Reck und dem Wohngebiet Riffenzell nun bauen lassen will. Firmenchef Hermann Schwelling will auf dem Gelände eine Lager- und eine Montagehalle errichten - größer als vorher geplant, weil durch das nicht realisierte Verwaltungsgebäude mehr Platz dafür ist. An die Stelle, wo das geplante Verwaltungsgebäude stehen sollte, würde ein Parkdeck treten. Der Gemeinderat wird am Dienstag darüber beraten.
Um zu verhindern, dass eine unsachliche Diskussion entsteht, hat der frühere Bürgermeisterstellvertreter und Gemeinderat Gerhard Wachter (Freie Wähler) gestern zu einem Pressegespräch eingeladen. "Mir geht es darum, aufzuzeigen, dass die Gemeinde sehr weit auf HSM zugegangen ist", sagt Wachter. So habe man in Gesprächen mit HSM-Geschäftsführer Hermann Schwelling ein großzügiges Angebot gemacht: Statt des früheren Hoher-Grundstücks, das Schwelling gekauft hatte und auf dem der konfliktträchtige Verwaltungsbau entstehen sollte, stellte die Gemeinde dem Industriellen Flächen im Gewerbegebiet für seine Erweiterungspläne in Aussicht. HSM lehnte ab.
"Jetzt haben wir eine katastrophale Situation", sagt Wachter. Und meint damit die Lage, vor welcher der gesamte Gemeinderat steht: Das Gremium soll ein Bauvorhaben auf den Weg bringen, das für die Anwohner noch problematischer ist als vorher: Hätte das Verwaltungsgebäude noch als Lärmwall gedient, könnte ein Parkdeck nun einen höheren Geräuschpegel verursachen. HSM droht allerdings mit der kompletten Abwanderung. In einem HSM-Schreiben an die Gemeindeverwaltung und die Fraktionssprecher des Gemeinderats heißt es, es mache keinen Sinn, zu erweitern, wenn die Gemeinde dem Bauvorhaben Steine in den Weg lege. "In diesem Fall würden bis zirka 2010 weitere zirka 120 qualifizierte Arbeitsplätze in Richtung des neuen zentralen Hauptstandortes der Firma HSM verlagert werden müssen. Die Folge wäre ein Verlust von insgesamt zirka 200 bis 210 Arbeitsplätzen in Salem", schreibt das Unternehmen.
Gerhard Wachter ist wichtig: Die Emotionen sollen raus aus der Debatte. "Für MTU rollt Ihr den roten Teppich aus, und HSM werft Ihr raus", zitiert Wachter eine Stimme aus der Bevölkerung. "So ist es nicht. Uns geht es um Arbeitsplätze, aber man muss ganz klar auch die Interessen der Anwohner berücksichtigen."
(Erschienen: 19.07.2008 00:06)
Nächstes Kapitel einer endlosen Geschichte: Der Salemer Industriebetrieb HSM ist am kommenden Dienstag Thema im Gemeinderat. Beraten wird darüber, was die Firma auf der Fläche zwischen Hotel Reck und dem Wohngebiet Riffenzell nun bauen lassen will. Firmenchef Hermann Schwelling will auf dem Gelände eine Lager- und eine Montagehalle errichten - größer als vorher geplant, weil durch das nicht realisierte Verwaltungsgebäude mehr Platz dafür ist. An die Stelle, wo das geplante Verwaltungsgebäude stehen sollte, würde ein Parkdeck treten. Der Gemeinderat wird am Dienstag darüber beraten.
Um zu verhindern, dass eine unsachliche Diskussion entsteht, hat der frühere Bürgermeisterstellvertreter und Gemeinderat Gerhard Wachter (Freie Wähler) gestern zu einem Pressegespräch eingeladen. "Mir geht es darum, aufzuzeigen, dass die Gemeinde sehr weit auf HSM zugegangen ist", sagt Wachter. So habe man in Gesprächen mit HSM-Geschäftsführer Hermann Schwelling ein großzügiges Angebot gemacht: Statt des früheren Hoher-Grundstücks, das Schwelling gekauft hatte und auf dem der konfliktträchtige Verwaltungsbau entstehen sollte, stellte die Gemeinde dem Industriellen Flächen im Gewerbegebiet für seine Erweiterungspläne in Aussicht. HSM lehnte ab.
"Jetzt haben wir eine katastrophale Situation", sagt Wachter. Und meint damit die Lage, vor welcher der gesamte Gemeinderat steht: Das Gremium soll ein Bauvorhaben auf den Weg bringen, das für die Anwohner noch problematischer ist als vorher: Hätte das Verwaltungsgebäude noch als Lärmwall gedient, könnte ein Parkdeck nun einen höheren Geräuschpegel verursachen. HSM droht allerdings mit der kompletten Abwanderung. In einem HSM-Schreiben an die Gemeindeverwaltung und die Fraktionssprecher des Gemeinderats heißt es, es mache keinen Sinn, zu erweitern, wenn die Gemeinde dem Bauvorhaben Steine in den Weg lege. "In diesem Fall würden bis zirka 2010 weitere zirka 120 qualifizierte Arbeitsplätze in Richtung des neuen zentralen Hauptstandortes der Firma HSM verlagert werden müssen. Die Folge wäre ein Verlust von insgesamt zirka 200 bis 210 Arbeitsplätzen in Salem", schreibt das Unternehmen.
Gerhard Wachter ist wichtig: Die Emotionen sollen raus aus der Debatte. "Für MTU rollt Ihr den roten Teppich aus, und HSM werft Ihr raus", zitiert Wachter eine Stimme aus der Bevölkerung. "So ist es nicht. Uns geht es um Arbeitsplätze, aber man muss ganz klar auch die Interessen der Anwohner berücksichtigen."
(Erschienen: 19.07.2008 00:06)


































