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Härle und Wielatt werben für Salem-Frucht-Umsiedlung

Härle und Wielatt werben für Salem-Frucht-Umsiedlung
Härle und Wielatt werben für Salem-Frucht-Umsiedlung

Von Daniel Drescher

Salem Das Vorhaben der Umsiedlung von Salem-Frucht ins zentrale Gewerbegebiet ist nicht unumstritten (die SZ berichtete mehrfach). Bürgermeister Manfred Härle und Geschäftsführer Rainer Wielatt warben jetzt in einem Pressegespräch für das Großprojekt. Härle reagierte damit auf einen Leserbrief in der Schwäbischen Zeitung („Darf man sich wundern?“, Ausgabe vom 31. Januar). Darin kritisierte Gerhard Wachter, ehemaliger Gemeinderat und Ex-Bürgermeisterstellvertreter, die Dimensionen des Projekts und die Vorgehensweise der Gemeinde. Härle und Wielatt skizzierten nochmals die Rahmendaten des Projekts. Das Unternehmen mit 90 Mitarbeitern verfügt derzeit über eine Lagerkapazität von 10000 Tonnen und eine Sortierkapazität von 45000 Tonnen. Dazu kommen noch Außenlager, die 6000 Tonnen Obst fassen. Doch diese Lagermöglichkeiten reichen nicht mehr aus. Das Obst kommt aus dem gesamten Bodenseekreis nach Salem.

Weil der Gemeinderat eine Erweiterung am jetzigen Standort ablehnte – geplant war auch der Bau eines Hochregallagers –, entschied man sich dafür, den Betrieb ins Gewerbegebiet zu verlagern. Dort wird das Unternehmen 15000 Tonnen mehr Lagerkapazität und 10000 Tonnen mehr Sortierkapazität haben. Weil dann sogenannte CA-Lager („Controlled atmosphere“), die die Firma derzeit etwa in Stuttgart angemietet hat, überflüssig würden, könnten damit auch Transportwege eingespart werden. Der Lkw-Verkehr in Salem würde allerdings zunehmen: Von derzeit 700 Tonnen Obst pro Woche würde sich die Umschlagmenge auf rund 1000 Tonnen erhöhen. Das wären 50 Lkw-Ladungen pro Woche. In Spitzenwochen könnten es auch 2000 Tonnen werden.

Doch aus Sicht der Gemeinde ist die Umsiedlung alternativlos. Härle wendet sich allerdings gegen den Vorwurf, die Gemeinde sei in Vorleistung gegangen. Man habe das Grundstück gekauft, es Salem-Frucht aber zum Preis eines voll erschlossenen und vergleichbar wie bei anderen Verkaufsfällen weiterveräußert. Das entspreche auch der gängigen Grundstückspolitik in Salem. Der Beitrag sei der Gemeinde im Rahmen der Kaufpreiszahlung wieder zugeflossen. Es entstünden keine Zwischenfinanzierungskosten.

Das Thema der Nachfolgenutzung des Grundstücks wird wohl erst ab 2022 konkret. Die Umsiedlung wird zehn Jahre an Anspruch nehmen. Weil die Gemeinde Planungshoheit hat, sei ausreichend Vorsorge getroffen, sagt Härle.

(Erschienen: 03.02.2012 22:00)

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