Nachrichten Meersburg
Weltenbummler machen Halt am Bodensee

Von unserer Mitarbeiterin Monika Sotern
„Wir würden es jederzeit wieder machen, doch dann eine andere Route wählen.“ Zwei glückliche Gesichter strahlen morgens um zehn Uhr an der Meersburger Promenade in die Kamera. Sie haben es tatsächlich geschafft: Gesund und munter nach nahezu sieben Jahren durch die weite Welt fahren sie ihrem Ziel entgegen: Sie wollen in Limburg an der Lahn ein Häuschen kaufen, Kanus verleihen und ein kleines Radlermuseum mit Café dort einrichten. „Es wird ein Saisonbetrieb werden, und im Winter können wir wieder reisen.“ Sie haben immer noch nicht genug gesehen. Am 1. Juni 2003 radelten der Outdoor-Trainer Martin Lunz und die Kinderkrankenschwester Nadine Puschkasch mit ihren Mountainbikes und einer Menge Gepäck von Limburg über Österreich in Richtung Schwarzes Meer nach Osteuropa und Asien (mit einem Abstecher ins afrikanische Ägypten). „Es war eine wunderbare Zeit. Allein vier Wochen sind wir den Ganges von Rishikesh aus nach Varanasi runtergepaddelt.“
Von Indonesien aus überquerten sie den Ozean im Juni 2005 und landeten in Australien und Neuseeland. Im September 2006 ging es weiter nach Südamerika, Mittelamerika und im Juli 2008 durch Nordamerika bis hoch nach Kanada. Die Überfahrt über den Atlantik von New York nach Spanien am 4. Dezember 2009 stürzte sie mitten hinein in den strengen europäischen Winter. Nach Spanien, Portugal und Frankreich erreichten die Überlebenskünstler am 13. Februar die Schweiz und am 3. März das deutsche Ufer des Bodensees. In einer Waldhütte bei Friedrichshafen hatten sie sich die eisige Nacht bei minus drei Grad um die Ohren geschlagen und zogen – sich warm strampelnd – schon in den frühen Morgenstunden in Richtung Meersburg weiter. „Wir waren in den sieben Jahren nur dreimal erkältet“, erzählt Nadine Puschkasch. „Und einmal hatte Martin in Pakistan bei plus 50 Grad im Schatten einen Hitzschlag.“ Jetzt geht es erstmal nach Nürnberg zu den Eltern von Lunz und dann gemütlich weiter nach Limburg. „Wir lebten sehr einfach“, erzählt die 29-jährige Nadine. „Das Geld aus dem Verkauf unserer beiden Autos und Martins Motorrads reichte fast die ganze Reise.“
Sie schätzen, dass sie nur etwa 2500 Euro pro Jahr ausgegeben haben. Mit ihrem Freund jobbte die Kinderkrankenschwester drei Monate lang in Neuseeland und Australien, um mit den verdienten 3500 Euro den Rest der Reise finanzieren zu können. Ihre beiden Bikes haben die rund 95 000 Kilometer über alle Kontinente wacker durchgehalten. Das Gepäck in ihren Radtaschen beinhaltete nicht nur Wechselkleidung und Kochutensilien. Da gab es auch noch den Faltkanadier auf dem kleinen Anhänger, mit dem sie über 4200 Kilometer zurücklegten. Neben Fotoapparat und Fernglas, dem Weltempfänger und einem Zelt hatte sogar noch eine kleine Gitarre Platz.
(Erschienen: 11.03.2010 22:20)

Von unserer Mitarbeiterin Monika Sotern
„Wir würden es jederzeit wieder machen, doch dann eine andere Route wählen.“ Zwei glückliche Gesichter strahlen morgens um zehn Uhr an der Meersburger Promenade in die Kamera. Sie haben es tatsächlich geschafft: Gesund und munter nach nahezu sieben Jahren durch die weite Welt fahren sie ihrem Ziel entgegen: Sie wollen in Limburg an der Lahn ein Häuschen kaufen, Kanus verleihen und ein kleines Radlermuseum mit Café dort einrichten. „Es wird ein Saisonbetrieb werden, und im Winter können wir wieder reisen.“ Sie haben immer noch nicht genug gesehen. Am 1. Juni 2003 radelten der Outdoor-Trainer Martin Lunz und die Kinderkrankenschwester Nadine Puschkasch mit ihren Mountainbikes und einer Menge Gepäck von Limburg über Österreich in Richtung Schwarzes Meer nach Osteuropa und Asien (mit einem Abstecher ins afrikanische Ägypten). „Es war eine wunderbare Zeit. Allein vier Wochen sind wir den Ganges von Rishikesh aus nach Varanasi runtergepaddelt.“
Von Indonesien aus überquerten sie den Ozean im Juni 2005 und landeten in Australien und Neuseeland. Im September 2006 ging es weiter nach Südamerika, Mittelamerika und im Juli 2008 durch Nordamerika bis hoch nach Kanada. Die Überfahrt über den Atlantik von New York nach Spanien am 4. Dezember 2009 stürzte sie mitten hinein in den strengen europäischen Winter. Nach Spanien, Portugal und Frankreich erreichten die Überlebenskünstler am 13. Februar die Schweiz und am 3. März das deutsche Ufer des Bodensees. In einer Waldhütte bei Friedrichshafen hatten sie sich die eisige Nacht bei minus drei Grad um die Ohren geschlagen und zogen – sich warm strampelnd – schon in den frühen Morgenstunden in Richtung Meersburg weiter. „Wir waren in den sieben Jahren nur dreimal erkältet“, erzählt Nadine Puschkasch. „Und einmal hatte Martin in Pakistan bei plus 50 Grad im Schatten einen Hitzschlag.“ Jetzt geht es erstmal nach Nürnberg zu den Eltern von Lunz und dann gemütlich weiter nach Limburg. „Wir lebten sehr einfach“, erzählt die 29-jährige Nadine. „Das Geld aus dem Verkauf unserer beiden Autos und Martins Motorrads reichte fast die ganze Reise.“
Sie schätzen, dass sie nur etwa 2500 Euro pro Jahr ausgegeben haben. Mit ihrem Freund jobbte die Kinderkrankenschwester drei Monate lang in Neuseeland und Australien, um mit den verdienten 3500 Euro den Rest der Reise finanzieren zu können. Ihre beiden Bikes haben die rund 95 000 Kilometer über alle Kontinente wacker durchgehalten. Das Gepäck in ihren Radtaschen beinhaltete nicht nur Wechselkleidung und Kochutensilien. Da gab es auch noch den Faltkanadier auf dem kleinen Anhänger, mit dem sie über 4200 Kilometer zurücklegten. Neben Fotoapparat und Fernglas, dem Weltempfänger und einem Zelt hatte sogar noch eine kleine Gitarre Platz.
(Erschienen: 11.03.2010 22:20)


































