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Serenadenkonzert bietet puren Musikgenuss

Serenadenkonzert bietet puren Musikgenuss
Serenadenkonzert bietet puren Musikgenuss

Meersburg / il Es gehörte nicht viel Fantasie dazu, um sich venezianisch zu fühlen: Ein milder Spätsommerabend, ein stilvoll dekoriertes Foyer und flirrende Streicherklänge überraschten das Freiluftpublikum im Innenhof des Seminars. Unter dem Thema „Musica Veneziana“ umfasste das Programm der Meersburger Sommerakademie (Leitung: Philipp Ahner) Werke rund um die sagenumwobene Lagunenstadt. Dazu muss man wissen, dass Venezia im Norden Italiens ein wichtiges Zentrum in der Entwicklung der Musik zur Renaissance- und Barockzeit war, mit langem Nachhall bis ins 20. Jahrhundert hinein.

Nach einem Vorgeschmack auf das Abschlusskonzert in Markdorf - in Abweichung des gedruckten Programms - wird das Publikum gleich mit beschwingenden Mozartklängen aus „Don Giovanni“ empfangen. „Reich mir die Hand mein Leben“ - wer kennt das nicht? Danach ist Chormusik von Gioacchino Rossini angesagt: „Dall‘oriente l'astro del giorno", „I Gondolieri“, „Il Carnevale". Immer und immer noch ziehen nach den Männern junge Frauen von links ein. Im Ganzen sind es 80 Aktive. Begleitet am Klavier werden sie von Juheon Han. Gleich werden die Sänger unter den differenzierten Gesten ihres Chorleiters Prof. Burkhard Kinzler aus Zürich die feinen Nuancen herausarbeiten, die ihm wichtig sind. In der chorischen Arbeit sind ihm Vokale und ihre musikalische Ausgestaltung ein zentrales Element. Der Hörer erlebt Crescendi und Decrescendi auf einzelnen Tönen - eine hohe Kunst. Immer wieder zieht der Klang wie eine Welle durch die einzelnen Stimmen. Bis zu acht Stunden pro Tag wurde geprobt bis zu dieser Perfektion.

Nach der Pause wird es sinfonisch. Unter dem Dirigat von Martin Lentz kommt Antonio Vivaldis Concerto g-Moll für zwei Celli und Streicher zu Gehör, an den Soloinstrumenten Judith Assenbaum und Hanna Hesse, beide - obwohl noch in Ausbildung - virtuos auf ihrem Violin Cello. Es ist mäuschenstill. „Einfach so hingetupft als wäre es nichts“, meint anschließend anerkennend ein Musikerkollege. Dem Preludio Sinfonico von Giacomo Puccini folgt schließlich Piotr Tschaikowskis „Capriccio Italienne“, op.45. Bezeichnend für ein Capriccio ist eine gewisse Eigenwilligkeit, die sich in zahlreichen unerwarteten rhythmischen und harmonischen Wendungen zeigt. Da wird gestrichen und gezupft, der Bogen der Konzertmeisterin hüpft und tanzt nur so übers Instrument. Die Bläser kommen hinzu, Oboen hier, Klarinetten da, zwischendrin das Fagott. Die Hörner spielen eine gewichtige Rolle. Auch die Harfe hat ihren Platz. Und das Percussion-Register ganz hinten: Zimbeln und Triangel zelebrieren ihre Einsätze. Das Ganze ist vielleicht vergleichbar mit einem impressionistischen Gemälde. Das Publikum ist ganz gefangen und spendet schließlich den gebührenden Applaus.

(Erschienen: 02.09.2011 19:55)

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